PS:
Und Vergleiche zu Kfz-Teilen hinken völlig, da es dort verbindliche Qualitätsstandards/Vorgaben gibt und einen erheblichen Druck vielfacher Art, eine nachprüfbare und möglichst gleichbleibende Qualität zu liefern. Im Fahrradbereich gibt es lediglich ein paar wachsweiche Vorgaben was ein Rad an Ausrüstuug braucht. Es gibt aber Null Pflicht zu Nachhaltigkeit oder gar Qualität. Und das wird auch so bleiben, weil sonst würde es ja keine Baumarkträder mehr geben und nicht zuletzt für die werden ja diese Billig-/Wegwerf-NaDys von Shimano produziert.
An den Baumarkträdern, die ich mir immer mal so anschaue, sind meist Nabendynamos von SRAM verbaut. Sehr viel weniger dann auch welche von Shimano. Hier dann die Sorten der unteren Preisregion (DH3N20). Ich kenne mittlerweile viele Leute, die Nabendynamos von Shimano benutzen, und mir ist persönlich nur ein Fall bekannt, wo der Dynamo im Winter festgefroren war. Nach gewaltsamem Drehen lief zwar das Rad wieder, allerdings war mit Strom nix mehr. Innen massiv Rostbefall. (Wie gesagt, ein Negativfall unter so einigen Unauffälligen.)
Selbst fahre ich erst seit knapp 3.000km einen DH3N72 - bisher absolut unauffällig. Was noch kommt? Keine Ahnung.
Irgendwo gab es mal eine Statistik, nach der jeder Deutsche im Jahr ca. 300km im Jahr per Rad zurücklegt. Warum sollte man dann Teile für den Massenmarkt konstruieren, die länger als zehn Jahre halten? (Wobei ich jetzt die Planungen von Shimano nicht kenne.)
Bezüglich Billig/Wegwerf:
Der SON soll m.W. bei Defekt (möglichst ausgespeicht) zu Schmidt geschickt werden. Reparatur durch kleine Werkstatt oder gar den Radler ist nicht vorgesehen. Dass häufig für kein/wenig Geld repariert wird, ist ein schöner (allerdings beim Kauf des Produktes bereits mitfinanzierter) Service. Ob die Ökobilanz durch das Verschicken tatsächlich so gut ist, darf m.E. zumindest mal diskutiert werden.
Wenn Reparatur nicht, oder nur sehr umständlich möglich ist, finde ich Austausch nicht in jedem Fall unsinnig. Wichtig wäre dann v.a. nicht nur die Recyclingfähigkeit, sondern v.a. die tatsächliche Recyclingrate.
Nichts desto trotz hätte ich nichts gegen Produkte, die leicht zu warten und b.B. zu reparieren wären, und somit nahezu "ewig" halten könnten.
Nur, will die Masse an Kunden das auch? Selber Schrauben? Das sollen dann oftmals Andere machen. Was? Reparatur so teuer? Dann wird lieber neu gekauft. - Blöder Teufelskreis.
Gruß
Micha
PS. Eine ach so tolle Sachs 3-Gang-Nabe (Baujahr irgendwann in den 60ern) zerbröselte mir mal auf einer Flachlandtour nach ungefähr 600-800km. (Wegen damals nicht vorhandenem Tacho bzw. Kilometerzählers keine genauere Angabe möglich.)
Reparierbarkeit spielte keine Rolle, da Ersatzteile auf die Schnelle nicht verfügbar waren. So speichte ich dann "schnell" eine verfügbare 1-Gang-Nabe ein.
Früher war an Fahrradtechnik zwar vieles gut reparierbar, dafür aber oft sehr viel anfälliger und auch nicht langlebiger. (Nur weil wohl fast jeder von uns Uraltfahrräder kennt, heißt das ja nicht, dass die Kilometerleistung sehr hoch wäre. Beispielsweise die eigentlich ungedichteten (maximal mit Staubkappe ausgerüsteten) Naben konnten nicht nur dank Schmiernippeln "komfortabel" nachgefettet werden, es war sogar absolut notwendig das regelmäßig zu tun, da ansonsten Schmutz und Wasser innerhalb kurzer Zeit das Lager ruinierten. Alle von mir in den letzten Jahren eingespeichten Naben (ab LX bzw. 105er) sind dagegen absolute Sorglosnaben.
So viel Technik am Fahrrad wie heute hatte ich vor 30 Jahren nicht. Allerdings ist nur ein Bruchteil des damaligen Pflegeaufwands nötig. (Und ob der immer nötig ist? Keine Ahnung. Oftmals mache ich vermutlich viele Dinge nur wegen früherer Erfahrungen.

)