Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen

von: motion

Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 21:55

Hallo

ich muss jetzt hier mal nach euren Erfahrungen fragen, da ich nach meiner einwöchigen Radreise in Italien noch immer ziemlich schockiert nun wieder zu Hause sitze und über die Erlebnisse der vergangenen 7 Tage nachdenke.

Also ich war jetzt 1 Woche vorwiegend auf kleinen Straßen, Schotterpisten und auch ab und an große Straßen in Italien unterwegs. Start war bei Bologna in die Emilia Romagna durch die Berge nach La Spezia und weiter durch die Toskana und CHianti nach Florenz. Die Tour war toll(Reisebericht folgt), aber das erlebte im Straßenverkehr hinterlassen einen bitteren Beigeschmack.

Es verging kein Tag an dem nicht mehrere teils lebensgefährliche Situation entstanden sind. Vor allem das permanente vorbeifahren von Autos trotz Gegenverkehrs war ein riesiges Problem. Dabei interessierte es den Überholenden nicht ob er PKW/Bus oder LKW war und auch nicht ob das entgegenkommende eines der aufgezählten Fahrzeuge war. Man hat einen einfach katastrophal geschnitten und Richtung Graben gedrängt. Auch permanentes Hupen nach dem Motto "Mach Platz und Fahr zur Seite" war permanent zu ertragen. Dabei war es vollkommen egal ob es die kleinste Nebenstraße war oder eine große Straße. Ich habe mir dann einfach irgendwann nicht mehr zu helfen gewusst und bin in der MItte meiner Spur gefahren um diese gefährlichen Überholmanöver zu unterbinden. Teilweise hat es gut funktioniert teilweise allerdings auch für noch schlimmere Aktionen gesorgt, so das einige so dicht rangefahren sind bzw so provozierend stark gebremst haben das man vor Schreck wieder Richtung Seitengraben geflüchtet ist. Oder LKW´s und BUsse schneiden einen vor Rechtskurven obwohl sie es nicht schaffen einen komplett zu überholen. Wenn man da nicht konsequent in die Bremsen geht, wird man eiskalt abgeräumt.

In keinem anderen Land habe ich mich bis jetzt so bedroht gefühlt wie in diesem. Selbst eine Berlin Durchfahrt war da eine entspannte Reise. Ich werde unter den Umständen echt davon Abstand nehmen mir nochmal Italien als Radreiseurlaub zu planen.

Hattet Ihr auch die gleichen Erfahrungen? Mein Warmshower Host der ich das schilderte meinte, das es durch Corona wohl nochmal eine ganze Spur unentspannter wurde.
von: veloträumer

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 22:23

Solche Aktionen als Oberlehrer habe ich auch schon gemacht - allerdings fast nur in Deutschland. Das war immer ziemlich erfolglos. Gefährliche Überholmanöver sind Landstraßenalltag. Ein Straßensperre habe ich mal auf der Glocknerstraße gemacht - da gings um das laute Geröhre von Ferraris. Habe geschrien "Das ist ein Nationalpark." Brachte natürlich auch nichts, ein bisschen Gelächter. Und das ist auch schon das Resümée: Kritische Situationen gabs in fast allen Reiseländern, bei der Dichte der Vorkommnisse liegt aber Deutschland ziemlich weit vorne, eindeutig vor Italien. Das mag durch Nutzung von mehr Radwegen etwas nach hinten rutschen.

Italien: In mittleren und südlichen Landesteilen war ich schon länger nicht mehr. In Bergregionen hatte ich früher jedenfalls fast nie ungünstige Erlebnisse. hingegen gabs immer wieder positive Erlebnisse wie Audfmunterung - auch aus dem Stau raus. Freundliches Hupen ist aber in Itlaien seltener geworden - da hat Frankreich immer noch die Nase vorn, auch dort aber weniger geworden. Die größten Probleme tauchten immer in der Ebene auf - dort wo generell viel Verkehr ist. Dort war es vor allem das Privileg der LKWs, mit Haaresbreite vorbeizufahren. Die Umgebung von Großstädten sind ferner ein Problem - das ist auch der Hektik der Menschen geschuldet, Pendler, Gewerbe usw - Zeit ist Geld. Die Dynamik hat man eigentlich in allen Ländern. Je ländlicher, desto mehr Zeit und Nachsicht haben die Menschen. In Deutschland aber weniger, da sind viele Landeier Raser. Das ist schon ziemlich auffällig.

Heuer war ich auch für ca. eine Woche in Italien (Regionen Varese/Como) - da gabs nichts zu kritteln. So wirklich in Brennzonen war ich aber nicht. Das schlimmste war eine Baustelle mit frischem Apshalt. Da musste ich danach den Asphalt mit dem Messer entfernen, damit die Reifen nicht kaputtgehen und ich keinen Platten mir einhandle. Weiters fand ich zu einigen Starkverkehrsstrecken Alternativen, die es vor Jahren noch nicht gab. Dichtes Überholen gabs auf Bergstraßen immer wieder, heuer war das vor allem in der Schweiz. Es findet aber alles bei niedrigen Geschwindigkeiten statt. Abstandsregeln oder mal eine Kurve warten ist eigentlich fast nie - alle haben keine Zeit mehr. Als ich dann wieder mal auf der Schwarzwaldhochstraße oder auf Schönbuchstraßen unterwegs war, sehnte ich mich zurück in die Schweiz, auch wenn die nicht immer Samthandschuhe anhaben.
von: Hansflo

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 22:31

Hallo,

schade, dass du von deiner Radreise so schockiert zurückkommst. Ich für meinen Teil kann das nicht bestätigen, obwohl ich schon viele Touren in Italien gemacht habe und da einige Tausend Kilometer zusammengekommen sein müssen. Im Grunde empfinde ich Radeln in Italien nicht viel anders als in Österreich oder Deutschland, allerdings sehe ich ein paar Besonderheiten:

- Der Verkehr ist oft viel dichter als hierzulande, ich plane meine Tracks daher immer auf möglichst verkehrsarmen Straßen.
- Hupen bedeutet in Italien nicht das deutsche "Mach gefälligst Platz", sondern "Hallo" oder "Vorsicht, ich bin auch noch da" oder "Vorsicht, möchte dich jetzt überholen" oder ähnliches.
- generell ist der Umgang mit Verkehrsregeln ein lockerer, der zu häufig verparkten Gehwegen und ähnlichem führt, aber damit kann ich gut leben und mich meinerseits anpassen.

Grobe Rücksichtslosigkeiten habe ich noch nicht viele erlebt, eher finde ich das Verhalten gegenüber Radlern als allgemein recht freundlich.

Hans
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 22:50

Die 4 Ferrari und Lambo Fahrer die mich im Chianti überholt haben waren noch die Vorbildlichsten. Obwohl schmale Straßen, soweit wie möglich links gefahren. Vielleicht war es auch einfach nur eine schlechte Woche :(In der Regel gehe ich ja von 10% Idioten aus die man, egal bei welcher Menschengruppe auch immer, ertragen muss. Hier war es aber deutlich in Richtung jedes 2. Auto. Aufmunderung auf Bergfahrten war genau 1 in den 7 Tagen dabei. Frankreich hat mich die letzten Jahre auf meinen Radreisen und Rennradtouren extrem positiv durch Rücksichtsname auf Radfahrer überrascht. Überall waren 1,5 m Abstand Hinweise, an denen sich in der Regel auch gehalten wurde. WIe gesagt, ist mir diesmal halt wirklich extrem negativ aufgefallen. Selbst Korsika wo immer gewarnt wird vor dem Verkehr, fand ich da im Gegensatz extrem entspannt. Deutschland würde ich ganz normal in meine 10% Regel einordnen. Auf meinen vielen Reisen und Touren bis jetzt nichts über dem üblichen Level so wirklich erlebt.
von: Gerhardt

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 22:51

Hallo in die Runde.

Ich möchte mich Hans anschließen. Schade, dass Du Italien als so schrecklich erlebt hast. Auch ich empfinde Italien nicht als schrecklicher als Deutschland. Allerdings ist Italien mein bevorzugtes Urlaubsland und vielleicht sehe ich alles zu positiv.

Richtig ist, dass man seinen Platz auf der Straße behaupten muss, vor allem beim links abbiegen oder im Kreisverkehr. Wer hier rechts fährt, hat verloren.

Auch wird heute rücksichtsvoller gefahren als vor dreißig Jahren. Damals hieß es unter Kollegen, "ein Fußgänger ist nichts wert, ein Radfahrer ist fast nichts wert". Das ist heute anders.

Es hängt auch von der Anzahl der Radler ab. In Bologna, wo es viele Radler und wunderschöne Radweg gibt, sind Konflikte seltener.
Gruß, Gerd
von: Cruising

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 22:55

In Antwort auf: Hansflo
Grobe Rücksichtslosigkeiten habe ich noch nicht viele erlebt, eher finde ich das Verhalten gegenüber Radlern als allgemein recht freundlich.

Das kann ich bestätigen - auch wenn in Italien Vieles recht chaotisch ist; so eben auch der Verkehr. Das ganz Positive in Italien ist die m.E. sehr freundliche Einstellung der Italiener gegenüber ihren Mitmenschen - viel aggressionsfreier als bei uns in Deutschland (und das in jeder Lebenslage). Nur hierzulande werde ich fast jeden Tag mit Minimalabstand überholt obwohl genug Platz wäre, aus dem geöffneten Seitenfenster angepöbelt; auch sehe ich jede Woche mindestens zwei Stinkefinger

Wir sind jedenfalls durch Rom und selbst durch Neapel ungestreift durchgekommen - stressfrei ist es allerdings nicht, aber eben nie feindselig. Vielleicht wächst einem aber auch ein dickes Fell, wenn man schon mehrfach in Mexiko, Argentinien und Peru geradelt ist schmunzel

Das mit Abstand freundlichste Land gegenüber Radfahrern ist für mich übrigens unbedingt Spanien.

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 22:58

Bei dem Punkt Städte gebe ich Dir Recht. Egal ob auf Radwegen oder den teils 2 spurigen Ortsdurchfahrten in La Spezia, Pisa, Florenz, Prato habe ich mich da zu keinster Zeit bedroht gefühlt. Das war wirklich ein reines Thema der Land- und Bergstraßen.
von: Grimbol

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.10.21 23:24

Tut mir Leid für dich, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast.

In diesem Jahr sind wir von Dtl Zickzack durch die Alpen bis in die Abruzzen gefahren. Im letzten Jahr „nur“ bis Bologna durchs Piemont und Ligurien… im Mittel empfinden wir das Radeln in Italien auf Berg- und Landstraßen aber auch Städten besser / entspannter als bei uns in Dtl… gerade wenn wir auf der Straße gefahren sind . Das mache ich sogar lieber als auf Radwegen zu fahren die oft irgendwo enden, umwegig angelegt sind oder einen grottigen Belag (oder gar keinen Asphalt) haben… klar, manchmal darf man nicht zimperlich sein und muss sich seinen Platz einfordern … aber es war nie gefährlicher als in Dtl… auf jeden Fall hatten wir in Italien nie einen Oberlehrer der sich die Zeit genommen hat um erst zu hupen, dann die Fenster runterfährt und darauf hinweist, das es irgendwo einen Radweg gibt ohne zu wissen wo ich eigentlich hinfahre….
Generell versuche ich Städte zu meiden bzw nicht zu Stoßzeiten rein, durch oder rauszufahren. Dann auch Autobahnzubringer, Industriegebiete… am schlimmsten sind oft die ausländischen Touristen, die ihr zB deutsches Verhalten mitbringen und dann noch mit dem italienischen Fahrstil überfordert sind… ach ja, auch in Dtl fahre ich so gut wie immer auf der Straße nach den selben Regeln. D.h. Irgendwie bin ich damit auch an den Verkehr gewöhnt und es stresst mich nicht mehr so, wenn dann mal wieder jemand nur einen halben Meter Abstand hält…
Anyway, ich glaube du hattest Pech. Ich drück die Daumen das du auf deiner nächsten Tour weniger Pech mit den motorisierten Zeitgenossen hast.
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 00:06

Mir geht es wie Hans: über Tausende von km in Jahrzehnten in Italien so gut wie immer gut aufgehoben bzw wahrgenommen gefühlt. Daß mal jemand ultraknapp überholt und ich ihm in Gedanken ein "Ar----!" hinterhermurmelte: das gab es schon, aber das gab es überall. Schlimme Situationen waren für mein Enpfinden immer solche, wo ich auf schmaler Landstraße den nachfolgenden Verkehr nötigte, in meinem Tempo zu fahren, weil Überholen nicht möglich ist.

Paradebeispiel ist die SS 16 von Argenta nach Ravenna. Schmal, also gefühlt der vierten Kategorie zugehörig, dennoch Hauptverbindung, ohne jeden Seitenstreifen, auf einer Art Damm verlaufend, verkehrsreich incl jeder Menge LKW und zur Krönung starker und böiger Seitenwind. Da möchte dann auch ich fast lieber auf Trampelpfade ausweichen, obwohl ich in der Verkehrstoleranz recht gut bin. Die vielen Aberhunderte km auf der SS9 zwischen Piacenza und Rimini in all den Jahren zB haben mir noch nie viel ausgemacht.

In Pesaro hat mich mal ein Klein-LKW beim Kreuzungschneiden fast vom Rad geholt: das war aber eher Verpenntheit als Böswilligkeit. Einzig zu "leiden" hatte ich allerdings zweimal, als ich in einem längeren Verkehrsstau nicht ausweichen konnte und genauso dahinfrusteln mußte wie die Automobilisti.
von: Felix-Ente

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 02:23

Ich bin vor ein paar Jahren mal mit dem Trike von Milano nach Bologna gefahren und fand es fast überall wesentlich entspannter als in Deutschland. Stress gab es gefühlt immer dann, wenn ich selbst gezögert habe (beispielsweise weil ich abgebogen bin und plötzlich auf einer achtspurigen Schnellstraße gelandet bin - da muss man Augen zu und durch) oder nicht klar gezeigt habe wo ich hin will. Ansonsten war selbst die einspurige Brücke über den Po mit LKW-Kolonne im Rücken über 3 Kilometer kein Problem. Wo Platz war bin ich rechts auf der gesperrten Spur gefahren, und wenn Baufahrzeuge im Weg standen oder die Spur nicht befahrbar war: linke Hand raus und spätestens der zweite Fahrer hat mich mit Lichthupe reingelassen und ist dann auch mal 5 Minuten mit Tempo 20 hinter mir gezuckelt.
von: Hansflo

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 07:33

In Antwort auf: Gerhardt
Richtig ist, dass man seinen Platz auf der Straße behaupten muss ...

Das ist sehr treffend gesagt, und ich möchte hinzufügen: Dabei darf man sich gerne auch regelkreativ verhalten. Womit Radfahrer im Allgemeinen (auch hierzulande) kein großes Problem haben. MIR fällt das in Italien sehr leicht und damit bin ich auch in dichtem Stadtverkehr gut "im Fluss".

Hans
von: Holger

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 07:59

In Antwort auf: Hansflo
[...]
- generell ist der Umgang mit Verkehrsregeln ein lockerer, [...]

Mein Eindruck ist, dass man sich in Italien inzwischen deutlich stärker an Regeln hält als früher. Damit meine ich aber eher Reglen in der Kategorie rote Ampeln als Halteverbote. Ich war vor zwei Jahren seit langem wieder mal in Rom, das letzte Mal davor vor bestimmt 25 Jahren und ich war überrascht, wie viel geordneter der Stadtverkehr inzwischen war.

Auf dem Rad war ich eher selten in Italien, daher sind meine Erfahrungen deutlich geringer als iassus oder Deine - die Eindrücke aber ähnlich. Auch ich empfinde es ähnlich wie in Deutschland, mit dem Unterschied, dass gefühlt auf dem Land weniger gehupt wird. "Seltener in Italien" bedeutet konkret zwei einwöchige Rennrad-Trainingslager in Cecina, Toskana. Also Rennradfahren ich Gruppen. Da habe ich es kein einziges Mal erlebt, angehustet zu werden (auf Landstraßen, in Orten schon), in Deutschland passiert das regelmäßig. *** Edith lässt den lustigen Autokorrekturfehler stehen. "Angehustet" würde ich beim Radfahren tatsächlich auch in Deutschland noch nie grins was gemeint war, ist klar, denke ich *** Gefährdet habe ich mich auf dem Rad in Italien nie gefühlt, aber ehrlichgesagt in Deutschland auch nicht sehr häufig.
von: Juergen

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 08:05

In Antwort auf: motion
Es verging kein Tag an dem nicht mehrere teils lebensgefährliche Situation entstanden sind.
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Wenn man da nicht konsequent in die Bremsen geht, wird man eiskalt abgeräumt.

Die Frage, die ich mir nach deinem Beitrag stelle ist die, dass ich mich frage, ob sich deine Wahrnehmung geändert hat? Es liest sich, als wolle jeder italienische Autofahrer die Fahrradfahrer ermorden.

Mir ist lediglich aufgefallen, dass die Italiener sehr genau wissen, wie groß ihre Autos sind. Das wussten sie aber vor 45 Jahren auch schon.
von: kaman

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 08:24

Zu Italien kann ich nichts sagen. Ich war dieses Jahr 3 Wochen in Frankreich und 2,5 Wochen in Deutschland unterwegs. In F hatte ich keine Probleme. Ich konnte hier aber meist auf ruhigen Landstraßen fahren. Aber auch wenn mal mehr Verkehr war, wurde ich von Autos oder LKWS mit ausreichend Abstand überholt. In D bleibt man am besten auf Radwegen. Auf Straßen musste ich hier öfters mal um mein Leben bangen. Am schlimmsten war es in Bayern und BW. Gute Straßen, dichtere Besiedlung und mehr Menschen die es eilig haben.
Manchmal hilft es nicht zu weit rechts zu fahren, dann kann das von hinten kommende Fahrzeug, bei Gegenverkehr, nicht an mir vorbei fahren und muss erst einmal von Gas runter.

Das wichtigste ist eine gute Streckenwahl. Das Forum ist hier eine gute Hilfe.
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 10:24

In Antwort auf: Juergen
In Antwort auf: motion
Es verging kein Tag an dem nicht mehrere teils lebensgefährliche Situation entstanden sind.
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Wenn man da nicht konsequent in die Bremsen geht, wird man eiskalt abgeräumt.

Die Frage, die ich mir nach deinem Beitrag stelle ist die, dass ich mich frage, ob sich deine Wahrnehmung geändert hat? Es liest sich, als wolle jeder italienische Autofahrer die Fahrradfahrer ermorden.

Mir ist lediglich aufgefallen, dass die Italiener sehr genau wissen, wie groß ihre Autos sind. Das wussten sie aber vor 45 Jahren auch schon.


naja wie schon geschrieben hat mich ein LKW vor einer 90 Grad Rechtskurve überholt, obwohl abzusehen war das die Strecke bis zum Einbiegen in die Kurve nicht ausreicht um mich vollständig zu überholen. Das heißt im Scheitelpunkt wäre ich genau mittig auf Höhe des Aufliegers gewesen bzw. drunter. Und da bleibt dann eben keine andere Wahl als sofort in die Bremsen zu gehen. DIese Situation kam eben mehrfach mit Bus und LKW vor und das hat wirklich nichts zu tun mit das sich meine Wahrnehmung verändert hat, sondern das hier ganz klar das Recht des Stärkeren durchgesetzt wurde. Wie gesagt vielleicht habe ich ne schlechte Woche erwischt oder einfach nur Pech gehabt. Aus meinem Alpencross an den Gardasee vor Jahren habe ich auch nicht solche Erinnerungen. Aber es ist eben passiert. Werde die Tage mit dem Reisbericht beginnen, um sich mal ein Bild von der Strecke zu machen.

Wer einen ersten Eindruck der Strecken habe möchte, sie sind hier gespeichert: https://www.komoot.de/user/170703607016/tours
von: ro-77654

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 11:50

Wir fuhren dieses Jahr am Lago Maggiore lang Richtung Pavia und dann Genua. Am Lago Maggiore war die Kombination
enge und schmale Straßen - viel Verkehr - Kurven
für mich schrecklich. Auch da gab es meherere sehr gefährliche Sitiuationen. Auch bei Gegenverkehr wurde stets gnadenlos überholt (übrigens auch von Niederländern, die scheinen sich ab Grenze sofort umzustellen). Wir wurden oft geschnitten, der Abstand zum überholenden Auto war oft nur 20 bis 30 cm.
Es war so übel, dass an dem Tag Italiener vom Gegenverkehr circa vier mal lautstark hupten. Also nicht das kurze "hier bin ich", sondern das lange laute verärgerte Hupen. Die Autos vom Gegenverkehr mussten auch oft bremsen.

In der Poebene fuhren wir oft entlang von Kanälen, also autofrei. Ab Pavia waren die Straßen breiter und es gab Randstreifen, da war es entspannter. In den Bergen vor Genua "mussten" mich in einer engen nicht einsehbaren Rechtskurve auf schmaler Straße zwei Motorradfahrer überholen, die dann fast in den Gegenverkehr geknallt sind.

Wir wurden allerdings in der Schweiz auf der Anfahrt zum Gotthard kurz vorm Pass auch ständig bei Gegenverkehr überholt. Dort waren viele Urlauber - auch mit Wohnmobilen! - unterwegs, die offensichtlich die schöne Passtrasse fahren wollten. Auch dort auffällig die Niederländer, die genauso rücksichtslos wie andere fuhren. Offensichtlich wissen sie, das man außerhalb der eigenen Landesgrenze "lockerer" mit Radfahrern umgehen kann. Auf der Passtraße fand ich die Wagen mit italienischem Kennzeichen am rücksichtslosesten.

Ich halte es für einen Mythos, dass in Italien weniger Unfälle passieren.
von: natash

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 11:53

Ich glaube nicht, dass die Straßensituation in Italien überall gleich ist, genausowenig, wie das in Deutschland der Fall ist.
Ich war im Juni im Friaul und kam vor Corona durchs Piemont (das Südtirol, wo ich ebenfalls war, lasse ich mal außen vor). Problematisch fand ich es dort nicht.
Ich fand in beiden Regionen gab es Ecken, in denen unabhängig von der Straßenkategorie sehr viel Verkehr herrschte. Gerade auf engen Straßen wird dann natürlich auch knapp überholt, vor allem rund um Turin war das wegen der kaputt gefahrenen Straßen nicht so arg angenehm. Ich fands aber auch nicht dramatisch ich werde auch im Alltag oft geschnitten und knapp überholt und viel Verkehr hats auch (den ich in Berlin übrigens vergleichsweise als sehr bescheiden empfand, aber das war vielleicht Zufall), ich finde das mittlerweile fast normal, wenn auch nicht sehr erfreulich.
Bei LKW und Busfahrern bin ich generell vorsichtig, da gibt es genug Kandidaten, die genervt, übermüdet und überarbeitet hinterm Steuer sitzen und sich entsprechend verhalten, das ist durch zunehmenden Druck auch eher mieser geworden. Da magst Du zudem auf einer belebten Transitroute zur Umgehung der Mautgebühr gelandet sein, das ist dann wenig spaßig.
Gehupt wird in Italien immer und hat nichts mit Dir zu tun. Viel Gelärme gehört zu Italien dazu, der hupende Fahrer will nur mitteilen, dass es ihn auch gibt, es kann sogar sein er hupt zum Gruß. Was ja nun eine durchaus freundliche Geste ist.
Ansonsten finde ich die Fahrweise in Italien oft weniger aggressiv als die hiesige, was auch daran liegen mag, dass die Geschwindigkeiten oft geringer sind und generell mehr "auf Sicht" gefahren wird.
Auch ist zumindest das sportliche Radfahren generell besser angesehen als hier, allerdings nimmt das von Norden nach Süden hin ab.
Vielleicht hattest Du Pech, vielleicht hat sich durch die Coronakrise tatsächlich vieles im Sozialverhalten negativ entwickelt, vielleicht differiert auch Deine Wahrnehmung von der anderer, vielleicht war aber auch Deine Strecke ungünstig. Genau sagen kann das wahrscheinlich niemand.
Es ist schade, dass Du diesen verstörenden Eindruck gehabt hast und ich hoffe, es gibt für Dich da noch bessere Erfahrungen.
Generell sind Strecken weit abseits wichtiger Transitrouten und in vollkommen unbedeutenden Regionen am angenehmsten.
Aber das gilt ja überall.
Gruß
Nat
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.10.21 19:11

Ich habe Ähnliches wie du erlebt, und ziemlich entspanntes Verkehrsverhalten auch. Teilweise war das auch von der Region bzw. der Dichte (nicht nur im Verkehr) abhängig, teilweise nicht.

In Italien habe ich den Eindruck, hängt dieses gefährliche bis aggressive Verhalten zu einem großen Teil auch damit zusammen, ob die Leute unter Druck stehen. In dicht besiedelten Regionen mit brummender Wirtschaft dürften Leute höherem Zeit- vielleicht auch Leistungsdruck aus gesetzt sein, aber das ist nur eine Vermutung von mir. Um Gemona im Friaul herum geht es dagegen im Allgemeinen recht ruhig zu, auch wenn sich natürlich immer auch Spezialisten finden.

Am Balkan (der leider, was den Verkehr angeht, schon bei uns in Südösterreich anfängt) habe ich weit Schlimmeres wie in Italien erlebt. Teilweise wird auch Aggressivität eine Rolle spielen, teilweise Machismo, und sicher ganz viel Wurstigkeit sowie Überzeugung, dass man selbst "ja eh auf einen Zentimeter genau fährt". Was der Radfahrer dann ausprobieren darf, ob es klappt.

Lösung kann ich keine spezielle anbieten, außer, die Routenwahl in Gesellschaften, in denen so ein Verkehrsverhalten häufig vorkommt, speziell darauf ab zu stimmen oder manche Regionen allgemein zu meiden. In Irland habe ich z.B. sehr schnell gelernt, mäßig stark befahrene Straßen, die ich in Österreich bedenkenlos beradeln würde, zu meiden und dafür auch weite Umwege in Kauf zu nehmen. Da ist eine Flexibilität günstig. Manchmal, wie bei der unplanmäßigen Fahrt aus Mestre hinaus, war mit meiner mäßig guten Papierkarte das Ausweichen praktisch unmöglich. Das war aber vor der Zeit des leicht erreichbaren Internets.

lg!
georg
von: scherbe

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 08:07

Ich war schon diverse Male in Italien unterwegs (Norditalien bis ca. Höhe Rom) und habe mich auf den Straßen meistens sehr wohl gefühlt. Allerdings achte ich bei der Planung schon sehr darauf, Straßen mit potentiell viel Verkehr möglichst zu vermeiden.

Leider gelingt dies nicht immer, oder wegen einer Straßensperrung wird aus einer kaum befahrenen Nebenstrecke auf einmal die Hauptverkehrsader. Dies ist uns vor einigen Jahren mal nördlich von Lucca passiert. Die Aussage von Jürgen, daß die Italiener sehr genau wissen, wie breit ihr Auto ist, kann ich nur bestätigen. Gefühlt alle paar Sekunden sind LKWs im Zentimeterabstand an uns vorbeigebrettert. Ausweichen von Schlaglöchern am Straßenrand habe ich mich nicht mehr getraut, da ich nicht als Kühlerfigur enden wollte. Nach wenigen Kilometern bei der nächsten Brücke war der Spuk vorbei, da der Verkehr wieder die Flußseite wechseln konnte. Die Erinnerung daran ist aber heute noch sehr präsent.

Aber in Summe empfinde ich Italien durchaus als überwiegend angenehm zu beradelndes Land.
von: Mikel265

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 08:10

Hallo

ich bin bisher nur ein paar ganz wenige km in Italien gefahren und kann das aus meiner Sicht daher nicht beurteilen.

Aber mein italiensicher Arbeits Kollege meinte erst die Tage zu mir, das er nie im Leben in Italien mit dem Fahrrad fahren würde...


Viele Grüße

Michael
von: Martina

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 08:24

In Antwort auf: natash
Ich glaube nicht, dass die Straßensituation in Italien überall gleich ist, genausowenig, wie das in Deutschland der Fall ist.


Ich glaube das auch nicht. Es ist aber normal und menschlich, den eigenen genaugenommen sehr flüchtigen Eindruck für eine objektive Wahrheit zu halten. Geht mir ganz genauso. zwinker

Wir haben nicht so fürchterlich viel Italienerfahrung, das was wir bisher erlebt haben, hat uns jedenfalls nicht davon abgehalten, wiederzukommen. Was unserem Eindruck nach tatsächlich häufiger als in den Nachbarländern passiert, ist dass auf der Karte recht unscheinbar aussehende und auch in der Realität ziemlich schmale Straßen überraschend viel Verkehr haben. Und klar, wenn es irgendwo viele LKWs gibt, gibt es auch viele, die dicht überholen. Dass sie sich grundsätzlich anders verhalten wie anderswo haben wir aber nicht so empfunden.

Andererseits ist es uns z.B. in einem unserer Frankreichurlaube mehrfach passiert, dass uns auf im Prinzip unbefahrenen kleinen Straßen PKWs mit viel zu hoher Geschwindigkeit und sehr dicht überholt haben. Gefühlt waren das alles junge Leute, die in dem Wissen, dass hier selten jemand unterwegs ist mal probieren wollten, was ihre Karre so drauf hat (gottseidank hatte keiner von ihnen ein wirklich schnelles Auto...). Wäre das unser einziger Frankreichurlaub gewesen, wäre ich ggf. auch auf die Idee gekommen, vor kleinen Straßen in Frankreich zu warnen, aber da ich schon häufiger dort war, kann ich bestätigen, dass das nicht immer und überall vorkommt, sondern entweder reines Pech oder ggf. eine lokale Besonderheit war.

Im Grunde passt diese Diskussion sehr gut zum Nachbarfaden, in dem es darum geht, wie man auf einer längeren Reise 'die beste' oder auch nur eine gute Route findet. Und ich bleibe bei dem, was ich auch dort schon gesagt habe: es ist schlicht im Vorfeld nicht möglich.

Martina
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 09:12

In Antwort auf: Mikel265
Aber mein italiensicher Arbeits Kollege meinte erst die Tage zu mir, das er nie im Leben in Italien mit dem Fahrrad fahren würde...
Das bedeutet aber garnichts. Es gibt halt Leute, die finden Fahrradfahren grundsätzlich lebensgefährlich, zumal auf Straßen und dann noch über Langstrecke, also mehr als 2 km.
von: Thomas1976

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 09:17

Zitat:
- Hupen bedeutet in Italien nicht das deutsche "Mach gefälligst Platz", sondern "Hallo" oder "Vorsicht, ich bin auch noch da" oder "Vorsicht, möchte dich jetzt überholen" oder ähnliches.


Oder man hupt kurz vor einer Kurve, auch der Gegenverkehr. Finde ich sogar ganz angenehm.
Selbst auf Sizilien fand ich den Verkehr und die Autofahrer bis auf wenigen Ausnahmen in Ordnung.
Auf meinem täglichen Arbeitsweg habe ich mehr Deppen entlang der B1.
von: JohnyW

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 11:44

In Antwort auf: motion


Es verging kein Tag an dem nicht mehrere teils lebensgefährliche Situation entstanden sind. Vor allem das permanente vorbeifahren von Autos trotz Gegenverkehrs war ein riesiges Problem. Dabei interessierte es den Überholenden nicht ob er PKW/Bus oder LKW war und auch nicht ob das entgegenkommende eines der aufgezählten Fahrzeuge war. Man hat einen einfach katastrophal geschnitten und Richtung Graben gedrängt. Auch permanentes Hupen nach dem Motto "Mach Platz und Fahr zur Seite" war permanent zu ertragen. Dabei war es vollkommen egal ob es die kleinste Nebenstraße war oder eine große Straße. Ich habe mir dann einfach irgendwann nicht mehr zu helfen gewusst und bin in der MItte meiner Spur gefahren um diese gefährlichen Überholmanöver zu unterbinden. Teilweise hat es gut funktioniert teilweise allerdings auch für noch schlimmere Aktionen gesorgt, so das einige so dicht rangefahren sind bzw so provozierend stark gebremst haben das man vor Schreck wieder Richtung Seitengraben geflüchtet ist. Oder LKW´s und BUsse schneiden einen vor Rechtskurven obwohl sie es nicht schaffen einen komplett zu überholen. Wenn man da nicht konsequent in die Bremsen geht, wird man eiskalt abgeräumt.


Komme gerade von einer 5000 km Autotour aus Italien zurück. Das ist im Auto auch nicht viel anders.Die Mehrheit der Italiener versuchen zügig voranzukommen. Es wird der letzte Zentimeter Platz zum Überholen / Einfädeln / Parken etc. ausgenutzt, aber immer wenn es kritisch wird im letzten Moment nachgegeben. Hupen ist in der Regel ein Warnhinweis - keine Aufforderung Platz zu machen. Völlig unerheblich von der Größe einer Straße

Gefühle sind halt subjektiv: Ich empfinde das (war mit dem Rad auf Sizilien/Sardinien) nicht als Bedrohung oder lebensgefährlich.

Ich bin vor 25 Jahren, das 1. Mal durch Italien gefahren... nein es wurde entspannter ist mein Eindruck. Z.B. wird konsequent an roten Ampeln gehalten und Einbahnstraßen einspurig genutzt. Was halt neu ist: DER Fahrradboom (speziell Toskana) und das Mobiltelefon in der Hand
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 13:00

Ich bin ja schon öfters auch durch Italien gefahren. Besonders unangenehme Situationen den Straßenverkehr betreffend habe ich nicht erlebt. Generell sind natürlich größere Städte und deren Umgebung von aggressiverem Verkehr geprägt. Meine Stadtdurchfahrungen - wenn ich sie nicht sowieso ganz vermieden habe - hatte ich aber immer auf sehr kleinen Straßen geplant. Damit kam ich ganz gut durch den Trubel (z. B. auch in Istanbul, wo der Verkehr sicherlich noch einmal eine Stufe schlimmer ist als etwa in Rom).

Auf den kleineren Landstraßen in Italien hatte ich keine Probleme. Es wurde häufiger gehupt, wobei das aber fast nie dem "Drängeln" diente, sondern viel mehr der Warnung (z. B. vor Kurven auf Serpentinen) oder auch einfach dem "Hallo sagen". Bei meiner Tourenplanung vermeide ich aber auch ganz gezielt verkehrsreiche Straßen. Auch in Deutschland würde ich trotz begleitenden Radwegen Bundesstraßen umgehen, einfach, weil ich meine Ruhe haben möchte. So war ich in Italien nur ganz selten auf Straßen, wo ich häufiger mit Autos oder LKWs konfrontiert wurde. Ab und zu bedeutete das auch, dass ich ungeteerten Wegen gefolgt bin. Navi und vorab geplantem Track sei Dank, war das Folgen der kleinen Strecken auch kein großes Problem.

Somit kann ich Italien kein wirklich schlechtes Zeugnis ausstellen, wenn es um den Verkehr geht. Das gilt übrigens auch für andere Länder. Man muss auf die gewählten Strecken achten. Wie ich mit meiner Frau das erste Mal in England mit dem Fahrrad unterwegs war (Hochzeitsreise 1990), da hatten wir immer wieder einmal unangenehme Situationen erlebt, wo wir auf verkehrsreichen Straßen mit Autofahrern konfrontiert wurden, die so etwas wie Sicherheitsabstand beim Überholen nicht zu kennen schienen. Wir sind damals nach Landkarte gefahren und haben uns daher nicht beim Weg in oder aus den Städten auf die kleinen Neben- oder Wohnsträßchen zurückgezogen, die zum Teil gar nicht eingezeichnet waren oder die uns ständig zu "Orientierungsstopps" gezwungen hätten. Bei meiner letzten Tour dort vor wenigen Jahren hatte ich vorher genau diese größeren Straßen bei der Planung ausgeschlossen und bin im Bereich der Städte zum Teil kleinste Wege gefahren. Es war extrem entspannt und auf dem Lande haben sich die Engländer sowieso in fast allen Fällen als äußerst rücksichtsvolle und höfliche Fahrer erwiesen.
von: helmut50

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 25.10.21 19:14

Ich glaube, das wäre genauso in jedem Land möglich, von einem Lkw lebensgefährlich geschnitten zu werden. Wir haben bislang drei Touren durch Italien gemacht, zuletzt vor 4 Wochen von Salzburg nach Grado und dann weiter durch Slowenien und Kroatien. Nirgendwo war eine brenzlige Situation, auch früher nicht in Rom, Venedig oder Mailand. Wir haben in den letzen 12 Jahren schon einen sehr großen Teil dieser Welt durchradelt. Mein Fazit ist von Anfang an sehr eindeutig und gleichbleibend:
Ich finde es eindeutig in Deutschland am gefährlichsten. Selbst in den Hauptstädten von Panama,Argentinien oder auch der Türkei fanden wir es nicht unbedingt schlimmer, als in einer deutschen Hauptstadt. In Istanbul sind wir über eine 15-spurige Autobahn eingefahren, es gab überhaupt kein Problem. Und ich möchte, zumindest mal hierzulande, eine Lanze für die Lkw-Fahrer brechen. Ich fahre sehr häufig von Münster ins Sauerland und zurück. Erst heute hat wieder vor Werne ein Lkw, trotz Vorfahrt, ganz selbstverständlich gehalten, um mich durch den Kreisverkehr vor Werne zu lassen. Das passiert mir häufiger. Wohingegen mir etliche Pkw-Fahrer die Vorfahrt genommen haben, ein Paketdienst hat mich mit Vollgas auf der Straße überholt ( ich auf dem Radweg), um dann direkt vor mir auf dem Radweg eine Vollbremsung zu machen. Ich wäre beinahe über den Lenker abgestiegen. Insgesamt haben bei diesen Münster-Sauerland Touren die Städte Unna und Kamen deutlich verloren. Empfehle ich mal, um den Italien Eindruck etwas zu relativieren. Auch in meiner Heimatstadt Münster, die sich ja nicht zu Unrecht als eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands präsentiert, gibt es nicht ohne Grund mehrere weiße Fahrräder an Kreuzungen.
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 01:12

Tja, scheint so, als stehe hier eine Erfahrung gegen 1000 gegenteilige. Eigentlich etwas seltsam.
von: rolf7977

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 08:00

Ich empfinde das nicht als seltsam. Maßgeblich ist die individuelle Stresstoleranz.

Rolf
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 09:58

Ganz entscheidend ist auch die Wahl der Straßen. Wenn ich mein Beispiel von England wieder hernehme, welches ich oben schon gebracht hatte, so wird man auf den "regulären" Straßen in die größeren Orte hinein oder heraus keinen guten Eindruck von den Engländern gewinnen. Fährt man im ländlichen Bereich, so erlebt man immer wieder Autofahrer, die ewig hinter einem herfahren, wo ein deutscher Autofahrer schon längst knapp überholt hätte, oder die sogar rückwärts in einen Ausweichstelle zurückfahren, um den Radfahrer vorbeizulassen. Das ist mir häufig passiert. In Italien ist das vergleichbar. Wenn ich auf einer viel befahrenen Straße nach Mailand hinein fahre, habe ich sicher ein anderes Bild von den italienischen Autofahrern, als wenn ich irgendwo auf einem kleinen Sträßchen auf dem Lande unterwegs bin. Dies gilt aber für praktisch jedes Land und Deutschland ist hier sicherlich keine rühmliche Ausnahme.

Generell fahren die Südländer etwas flotter und überholen Radfahrer eher als Nordeuropäer. Das ist zumindest meine Beobachtung. Auch in Norwegen bin ich schon Bergstrecken hochgefahren, während hinter mir ein Auto im Schleichtempo hinterherfuhr, obwohl es locker hätte überholen können (ähnlich wie in England). Manchmal bin ich dann einfach zur Seite gefahren und habe das Auto vorbei gewunken, weil mir das schon fast "zu rücksichtsvoll" vorkam. In Italien wäre ich hier wahrscheinlich mit einem kurzen Hupen bereits überholt worden, wobei das nicht unbedingt eine rücksichtsvolle Gefährdung dargestellt hätte.
von: Juergen

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 10:15

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Aggressionen von Verkehrsteilnehmern, damit meine ich alle, im Dunstkreis der Städte zunehmen.
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 10:21

Exakt so ist es ... und zwar unabhängig vom Land.

Evtl. können auch Statistiken zu Unfällen mit Radfahrern einen objektiveren Vergleich zwischen verschiedenen Ländern ermöglichen. Allerdings sind selbst diese Vergleiche nicht trivial, da z. B. die Bevölkerungsdichte eine Rolle spielt. Der Stadt-Land-Vergleich beruht sicherlich auch genau auf der unterschiedlichen Dichte des Verkehrs und dem damit verbundenen unterschiedlichen "Stresslevel".
von: StephanBehrendt

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 10:56

Poolnudeln als Abstandshalter können helfen.
von: Grimbol

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 10:56

d'accord.

Gerade fällt mir noch eine andere Variable ein die man betrachten kann: die der überfahrenen Tiere auf der Straße. Hier habe ich hier zu Hause deutlich mehr Tier(reste) auf den Straßen in diesem Jahr gesehen als zB in Italien.

Anyway: wir alle können bei Wahlen und im privaten Umfeld dafür werben dem motorisierten Individualverkehr sinnvolle Grenzen und Limits zu setzen. Dies führt dann als Nebeneffekt auch dazu, dass unsere Radreisen und Touren angenehmer und entspannter werden. Nebenbei erhalten wir so vielleicht eine für die nächsten Generationen angehmere Radtourtemperaturen (die uns im Alter auch nicht schaden zwinker )
Neben der allgemeinen Reduktion der Anzahl aller motorisiert zurückgelegten Kilometer wären da zB die Tempolimits im Ort (max 30?) und Landstraßen (max 70?) zumindest einen Gedankengang wert... vielleicht regelt es ja auch der "Markt" und uns helfen ordentliche Preise für Energie... (wobei dann auch der Kuchen und dessen Grundzutaten teurer würde, der meine Muskeln mit Energie versorgt... -->Mist, das wird wohl alles nicht so einfach :))
von: m.indurain

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 12:35

Meine Erfahrungen als Rennradfahrer in Mittel-und Süditalien sind wie folgt:

- in den letzten Jahren war ich viel in der Toskana rund um Pienza unterwegs. Dort keinerlei Aggression der Autofahrer wahrgenommen. Ist aber auch eine eher ländliche Gegend.

- In der Region um Rimini, wo ich letztes Jahr im Oktober unterwegs war, gab es auch auf schon eher ländlichen Straßen Situationen wo Autos dicht an mir vorbeigefahren sind. Einmal sogar ohne Gegenverkehr auf relativ breiter Straße. Ich habe dann laut geschimpft und der Fahrer hat mir den Stinkefinger aus dem Fenster gezeigt.

- Im Bereich Marina di Massa (dicht besiedelt und im Küstenbereich viel Verkehr) keine unangenehmen Erinnerungen. Auf der Küstenstraße ist es so, dass die Radfahrer geradeaus über die roten Ampeln fahren, wenn frei ist. Seitens der wartenden Autofahrern keinerlei Reaktion. In Deutschland wäre so was undenkbar. Ich hatte mal dort mit dem Rad an einer roten Ampel angehalten und dadurch die Radfahrer hinter mir behindert.

Norditalien:

- In Südtirol (also eigentlich kein "richtiges" Italien) ist vor ca. 2 Jahren ein kleiner Lkw am Fuss des Stilfser Jochs ohne Gegenverkehr sehr dicht und mit hoher Geschwindigkeit an meiner Frau vorbeigefahren. Im Anschluss musste ich sie überreden noch weiter zu fahren. Generell habe ich die Autofahrer in Südtirol als nicht zimperlich in Erinnerung.

- Auf der Straße von Rovereto zum Gardasee sind mal zwei schwere Lkw um haaresbreite an uns vorbeigefahren. Danach haben wir den Radweg aufgesucht von dem wir vorher nicht wussten.

Aus meinen viele Radtouren mit Gepäck in den letzten Jahrzehnten in Mittel- und Süditalien sind mir keine unangenehmen Situationen mit Autos in Erinnerung. Einzig eine aus Sizilien, wo ein alter Mann im Fiat kurz vor uns mit relativer hoher Gewschwindigkeit nach links abgebogen ist.

Mein Eindruck zuletzt dennoch: Es wächst eine andere Generation in Italien heran, bei der Radfahrer eventuell nicht mehr so respektiert sind wie früher.

Lkw waren allerdings schon immer häufig relativ rücksichtslos unterwegs. Dazu passen auch folgende Unfälle in den letzten Jahren, die durch die Presse gingen (Verschulden jeweils bei den Lkw-Fahrern):

https://www.eurosport.de/radsport/michel...307/story.shtml

https://www.bild.de/news/inland/unfaelle/lkw-ueberfaehrt-deutsche-triathletin-tot-51858146.bild.html


von: m.indurain

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 12:54

Eine Ergänzung noch: In Deutschland ist mir augefallen, dass insbesondere Holländer dicht überholen ... Ein Bekannter von mir wurde schon von einem Holländer "abgeräumt".
von: sugu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 13:39

Holländer sind nicht gewohnt, dass Fahrräder auf der Straße unterwegs sind ...

Anderer Schauplatz Österreich vor kurzem im Oktober: Dort wurde ich gefühlt auch dichter überholt als in Deutschland. Positive Ausnahme waren die tschechichen und deutschen Touristen, Italiener waren wenige unterwegs. Allerdings ist die Auswahl der Ausländer nicht repräsentativ für das Herkunftsland, denn Urlauber haben in der Regel mehr Zeit und sind nicht streckenkundig.
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 14:30

HIER eine Untersuchung. Demnach liegen Deutschland und Italien auf die Bevölkerungszahl gerechnet mit den tödlichen Fahrradunfällen ziemlich genau beim EU-Schnitt. Spitzenreiter sind eher im Osten der EU zu suchen. Auch die Niederlande übertreffen Deutschland und Italien. Natürlich muss man hier auch die Nutzungshäufigkeit der Fahrräder berücksichtigen, die in den Niederlanden sehr hoch ist.

Wenn ich einmal Zeit habe, lese ich mir das gründlicher durch ...
von: sugu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 16:14

In Antwort auf: Keine Ahnung
HIER eine Untersuchung.

Der untersuchte Zeitraum ist 2004 - 2013, also doch schon etwas länger her. Vor allem, wenn man die Entwicklung im Beobachtungszeitraum fortschreibt, sollte es da noch weitere Verschiebungen geben. Interessant ist, dass damals vor allem Ältere (>65) bei Unfällen betroffen waren. Da inzwischen (noch) mehr E-Biker unterwegs sind, mag sich der Trend fortgesetzt haben. Der Jahreszeiten-Verlauf überrascht nicht (im Juli die meisten Leute unterwegs und die meisten Unfälle) und im Berufsverkehr passiert auch mehr als um Mitternacht.

Interessant ist hingegen, dass der Anteil an Kopfverletzungen bei Autofahrern und Radfahren gleich ist, bei Fußgängern aber sehr viel höher. Also müssen vor allem Fußgänger, aber auch Autofahrer einen Helm tragen schmunzel
von: Uli

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 17:22

In Antwort auf: sugu
Interessant ist hingegen, dass der Anteil an Kopfverletzungen bei Autofahrern und Radfahren gleich ist, bei Fußgängern aber sehr viel höher. Also müssen vor allem Fußgänger, aber auch Autofahrer einen Helm tragen schmunzel

Die "Retrospektive Analyse auf der Grundlage des TraumaRegisters der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie" kommt zu ähnlichen Ergebnissen: https://cfcdn.aerzteblatt.de/bilder/108313-800-0. Ähnliche Statitiken kenne ich von Kranken- und Unfall-Versicherern. Wer wirklich Angst vor Kopfverletzungen hat, trägt einen Helm vor allem im Haushalt.

Gruß
Uli
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 18:59

Vorsicht Uli, als Moderator sollte Dir daran gelegen sein, dass hier keine Helmdiskussion entbrennt zwinker

Am besten man resümiert zu diesem Thema:

Ob jemand Helm trägt oder nicht, soll eine persönliche Entscheidung bleiben, ebenso die Beurteilung des Nutzens.

Damit sollte hier alles zu diesem Thema gesagt sein.
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 19:11

Ich glaube, über Helmscharmützel sind wir hier raus. Das erzeugt doch nur noch gähn
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 19:23

... Probiere es einfach einmal aus und plädiere für eine Helmpflicht, da der Nutzen unumstritten sei ... grins
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 19:59

Interessant ist, dass es eine klare Korrelation zwischen der Zahl der von Radfahrern eines Landes zurückgelegten Kilometern und der Zahl der tödlichen Unfälle gibt. Mehr Radkilometer resultieren in weniger tödlichen Unfällen! (siehe HIER)
von: StephanBehrendt

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 20:03

In Antwort auf: Keine Ahnung
Interessant ist, dass es eine klare Korrelation zwischen der Zahl der von Radfahrern eines Landes zurückgelegten Kilometern und der Zahl der tödlichen Unfälle gibt. Mehr Radkilometer resultieren in weniger tödlichen Unfällen! (siehe HIER)
Das nennt man Safety by Numbers.
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 22:36

Hier habe ich nun den Reisebericht begonnen. Jetzt kann sich jeder selbst ein Bild machen ob da wirklich so viele große Straße dabei waren. Ich würde mal eher auf nein tippen zwinker

Gravelrunde durch Emilia Romagna und Toskana (Reiseberichte)
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 26.10.21 23:04

Die bislang im Reisebericht gezeigten Straßen dürften aber bei Dir nicht für den Eindruck gefährlichen Autoverkehrs in Italien verantwortlich sein - da müssen schon noch etwas breitere Teerwege dabei gewesen sein wirr
von: Holger

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 07:02

In Antwort auf: m.indurain
[…]Auf der Küstenstraße ist es so, dass die Radfahrer geradeaus über die roten Ampeln fahren, wenn frei ist. Seitens der wartenden Autofahrern keinerlei Reaktion. In Deutschland wäre so was undenkbar. […]


Ich kann mir sowas in Deutschland nicht nur denken, ich erlebe es sogar so. In den meisten Fällen, in denen ich über rote Ampeln fahre, kommt keine Reaktion - allerdings mache ich das natürlich auch nicht an vielbefahrenen Straßen. Aber auch als Autofahrer erlebe ich hier im Stadtverkehr selten Reaktionen von anderen Autofahrern, wenn Radfahrer über rote Ampeln fahren. Und da sind schon welche dabei, die das arg krass machen, dass ich fast schon selbst die Hand auf der Hupe habe, weil es mich arg aufregt.

Ich bin immer vorsichtig damit, aus eigenem Erleben, insbesondere wenn es im Urlaub ist, GEsetzmäßigkeiten für ein Land abzuleiten. Denn das hat maximal anekdotische Evidenz.
von: Hansflo

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 07:44

In Antwort auf: StephanBehrendt


Wenn ich mir die Bilder so ansehe, dann dienen die Dinger in erster Linie der Platzverknappung für andere Radler. Da kommt bei mir keine Begeisterung auf.

Hans
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 08:12

Hallo!

In Antwort auf: sugu
Holländer sind nicht gewohnt, dass Fahrräder auf der Straße unterwegs sind ...

Anderer Schauplatz Österreich vor kurzem im Oktober: Dort wurde ich gefühlt auch dichter überholt als in Deutschland. Positive Ausnahme waren die tschechichen und deutschen Touristen, Italiener waren wenige unterwegs. Allerdings ist die Auswahl der Ausländer nicht repräsentativ für das Herkunftsland, denn Urlauber haben in der Regel mehr Zeit und sind nicht streckenkundig.


Abgesehen davon, dass Rücksichtslose/Verrückte und sonstige Gefährder überall vor kommen, gibt es in Österreich ein klares Nord-Süd-Gefälle: Im Norden wird allgemein weit rücksichtsvoller gefahren, dagegen im Süden, und da v.a. in Kärnten und der Steiermark, ziemlich schmerzbefreit, was Fairness angeht. In Österreich sagen wir, dass der Balkan im Süden Österreichs anfängt und führen es darauf zurück.

Jegliche rassistischen Theorien sind in diesem Zusammenhang, der mit meinen persönlichen Erfahrungen übereinstimmt, natürlich Blödsinn. Ich denke an kulturelle Unterschiede und Gewohnheiten. Im Süden Österreichs, wo ich, und das sehr gerne, lebe, sind die Leute im Schnitt offener und freundlicher als im Norden, nur im Verkehr halt auch für diverse Kreativität gut. Auch das kenne ich vom Balkan her. Ob das genau so stimmt und wovon das abhängt, weiß ich natürlich nicht. Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

In Italien habe ziemlich große regionale Unterschiede gefunden, groß- wie kleinräumig.

lg!
georg
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 08:27

In Antwort auf: Keine Ahnung
Die bislang im Reisebericht gezeigten Straßen dürften aber bei Dir nicht für den Eindruck gefährlichen Autoverkehrs in Italien verantwortlich sein - da müssen schon noch etwas breitere Teerwege dabei gewesen sein wirr


ob Du es glauben willst oder nicht, da ging es schon los. Wenn auch nicht bei weitem in dem Umfang, der die nächsten Tage folgen sollte. Deswegen war ich ja eben so schockiert traurig
von: m.indurain

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 08:40

In Antwort auf: Holger
Ich kann mir sowas in Deutschland nicht nur denken, ich erlebe es sogar so. In den meisten Fällen, in denen ich über rote Ampeln fahre, kommt keine Reaktion - allerdings mache ich das natürlich auch nicht an vielbefahrenen Straßen.


In unserer Region habe ich noch niemand gesehen, der geradeaus über eine rote Ampel gefahren ist. Rechtsabbieger ist etwas anderes, da waren ja auch schon Gesetzesänderungen im Gespräch. Die Küstenstraße bei Marina di Massa ist stark befahren. Auch zahlreiche (Rennrad)fahrer sind dort unterwegs. Ich habe noch nicht erlebt, dass dort jemand geradeaus fahrend an einer roten Ampel angehalten hat, wenn es die Verkehrslage zugelassen hat, diese zu überfahren.
von: martinbp

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 10:04

Ich glaube, die Zunahme des Verkehrs geht (zumindest bei mir) mit einer wachsenden Abneigung und geringerer Stresstoleranz dagegen einher.

Off T: Sowohl in Deutschland als auch in Ungarn erlebe ich, dass früher schwach befahrenen Straßen niedriger Ordnung (und dementsprechend schmaler) heute auch von Schwerlast-LKW befahren werden, so dass ich versuche bei Tagestouren solche Straßen nur noch am Sonntag zu nutzen und mir wochentags möglichst Strecken aussuche, wo ich einen Radweg habe oder eben auf unbefestigte Wege ausweiche.
Gerade bei uns in Ungarn sind da die Landstraßen höherer Ordnung, die vor dem Bau von Autobahnen gebaut wurden und dementsprechend breit sind, nach dem Bau von Autobahnen parallel dazu oft besser zu beradeln als die schmaleren Landstraßen (auch wenn der Radverkehr teilweise verboten ist).

On T: Auf meiner letzten Tour durch Norditalien (natürlich auch werktags) vor 4 Jahren fühlte ich mich zwar nie direkt in einer Gefahrensituation, aber insgesamt hatte mich der italienische Verkehr, auch auf Nebenstraßen, ziemlich gestresst.
Den Unterschied, als ich nach Como endlich auf schweizerisches Gebiet gelangte, empfand ich als sehr groß und genoss dann die gute schweizerische Rad-Infrastruktur.

Das Stückchen unbefestigter Radweg am Lago di Alserio war zwar befahrbar, aber auf Radreise möchte ich eben nicht mit 8-10 km/h unterwegs sein, ab und zu über glitschige Steine oder durch Pfützen schieben müssen.

VG z.Zt. aus Leipzig
Martin
von: sugu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 10:13

In Antwort auf: irg
gibt es in Österreich ein klares Nord-Süd-Gefälle: Im Norden wird allgemein weit rücksichtsvoller gefahren, dagegen im Süden, und da v.a. in Kärnten und der Steiermark, ziemlich schmerzbefreit, was Fairness angeht.

Ich war im Norden der Steiermark unterwegs (Ennstal - Dachstein) schmunzel
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 17:55

Da geht´s recht zivilisiert zu!

lg!
georg
von: Möpsi

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 22:38

Italien ist mein Lieblingsland für Radreisen. Toskana, Apulien, Venedig, Kalabrien, Sardinien und zigmal Sizilien. Habe kaum aggressive Fahrer erlebt. Im Gegenteil: Man kraxelt mühsam den Berg hinauf und der Autofahrer fährt im langsamen Tempo hinter einem her, weil es ihm zu eng erscheint. Jeder Italiener ist ein ehemaliger Rennradfahrer. Nach meinem Gefühl ist das Radeln auf Landstraßen in Italien viel entspannter als in Deutschland.
von: Rad-Franz

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 27.10.21 23:01

In Antwort auf: Möpsi
...Habe kaum aggressive Fahrer erlebt. Im Gegenteil: Man kraxelt mühsam den Berg hinauf und der Autofahrer fährt im langsamen Tempo hinter einem her, weil es ihm zu eng erscheint. Jeder Italiener ist ein ehemaliger Rennradfahrer....

Also ich hab in Sizilen schon viele aggressive Autofahrer erlebt oder sagen wir lieber Personen, die nach unserem Verhältnissen aggressiv fahren.
Die 3-fache Geschwindigkeit als erlaubt und die Polizei rechts überholen, etc., scheint in Catania jedenfalls die Regel zu sein. Aber das ist wohl alles zwischen Autos. Dafür kommt mir vor, dass sie zwar probieren, was alles geht, aber bevor es kracht, bremsen sie eher als manche in Frankreich.
Deiner Aussage nach gehen die Italiener wie die Franzosen mit den Radfahrern um, das finde ich super :-). Selbst habe ich leider noch keine Fahrraderfharung in Italien, aber in Frankreich viel. Dort (Grenoble Umgebung) wird auch etwas daynamischer gefahren, aber sobald ein Radfahrer kommt, wird i.d.R. Vorrang gewährt. Das find ich voll super :-)!
Auch wenn ich auch mit dem Auto bislang gerne in F gefahren bin, denn diese sehen die Lebensmittel und die Personen höherwertig an als die Autos, die optisch nicht so wichtig sind :-D.

Beste Grüße
Franz
von: Keine Ahnung

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 28.10.21 09:27

In jedem Land wird man rücksichtslose Fahrer finden. Ein Grund, warum ich mir vor ein paar Jahren einen Rückspiegel für mein Reiserad geleistet habe. Man kann etwas früher einschätzen, ob das, was da von hinten angerollt kommt, evtl. eine Gefahr darstellt.

Aber ich kann es nur immer wieder betonen. Es hängt ganz offensichtlich von der gefahrenen Straße ab, ob man mehr oder weniger solchen unangenehmen Situationen ausgesetzt ist. Litauen z. B. wurde mir als ein Land dargestellt, wo der motorisierte Verkehr Radfahrer eher "übersieht". Ich bin von Vilnius aus gefahren und habe dabei kleine Sträßchen bis nach Polen hinein gewählt. Ich hatte keine einzige unangenehme Begegnung mit einem PKW oder LKW erlebt.

Vorsichtig sollte man aber immer sein und lieber defensiv. Durch Istanbul bin ich auch gut durchgekommen, aber am Ende auch nur, weil ich nicht auf mein Recht bestanden habe, vor Rechtsabbiegern Vorfahrt auf der weiterführenden Straße zu haben. Hier wurden Radfahrer nämlich nicht als "vorfahrtsberechtigte vollwertige Verkehrsteilnehmer" betrachtet. Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnis und daraus resultierenden kurzen Sicherheitsstopps kam ich aber immer recht problemlos zur nächsten Nebenstraße, wo der Autoverkehr entweder kein Problem mehr oder der Weg zu eng für ein Überholmanöver war. Auch in Italien oder Deutschland empfiehlt sich der Blick über die Schulter oder in den Rückspiegel, wenn man geradeaus an einer rechts abgehenden Straße vorbei fährt, wobei hier die allermeisten Kraftfahrer die Vorfahrt des Radfahrers beachten. Aber es genügt schon die eine Ausnahme ...
von: Axurit

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 28.10.21 09:54

In Antwort auf: Keine Ahnung
Es hängt ganz offensichtlich von der gefahrenen Straße ab, ob man mehr oder weniger solchen unangenehmen Situationen ausgesetzt ist.
Der Eindruck, den man vom Verhalten der Autofahrer im Ausland bekommt, hängt auch von Reisezeit ab. So werden während der Schulferien in vielen Ländern viele Lebensbereiche mehr oder weniger heruntergefahren, und das nicht nur in den Sommerferien. In Frankreich ist das weit stärker ausgeprägt als in Deutschland, und ich vermute, dass das auch in Italien so ist. In dieser Zeit hat es, abgesehen von den Tourismusregionen, weniger Verkehr, Stress und Hektik.

Auch die Tageszeit spielt eine Rolle. Wenn man erst um 9 losfährt und um 17 Uhr am Ziel ist, begegnet man selten Autofahrern, die es auf dem Weg von und zur Arbeit besonders eilig haben oder in Gedanken noch bei der Arbeit sind. In Frankreich begegnet man denen allerdings auch auf dem flachen Land, wenn sie um 12 nach Hause rasen, damit das Essen nicht kalt wird, und um halb Zwei mit etwas Alkohol intus wieder zurück zur Arbeit.
von: JohnyW

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 28.10.21 13:17

Ganz wichtig dabei ist der pers. Stresslevel.

In Izmir bin ich eine Hauptstrasse geradet. Pro Minute haben mich 6 LKWs pro Minute überholt (die fuhren 80km/h+). Der maximale Abstand war 50cm (mehr lies die Straße nicht zu).
Ich war 1 Stunde auf der Straße. Ich fühlte mich ein wenig gestresst. Viele hätten die Situation als mörderisch eingeschätzt.

Durch Kairo: Nach europ. Massstäben wurden keine Verkehrsregel beachtet. Man fuhr halt, wo Platz war. Per Blickkontakt und rufen, wurde sich verständg. Ich fand das entspannt. Viele hätten das als mega stressig bezeichnet.

Meine gefährlichste Situation war aber im australischen Outback. Ich hörte hinter mir einen lauten LKW (Normalerweise Road Train mit 120 km/h). Entfernt war Gegenverkehr zu sehen. Es war das einzigste Mal als ich auf den Seitenstreifen auswich. Dann schoß ein Haus 5 cm an meinem Kopf vorbei. (Es war ein Oversize Truck der ein Haus transportierte). Platz zum Ausweichen wäre gewessen... hat er aber nicht. Ich vermute der Fahrer hatte vergessen, was er geladen hatte. (Fühlte mich sicher bei 1-2 Fahrzeugen pro Stunde)

Andere Situtation:
In Griechenland - spez. auf Nebenstrecken - wird grundsätzlich aus Ausfahrten, Kreuzngen ohne zu schauen auf die Nebenstrecke gefahren. Einmal kurz gehupt: Kommt kein hupen zurück = frei.
Busse in dritte Welt ländern. Überholen meist immer knapp, um oft danach vollzubremsen, weil ein Fahrgast aussteigen möchte...

Auch hier ist das Emfinden subjektiv, allerdings spielt die Fahrweise auch eine Rolle.

Zurück zu Italien: Mein Eindruck: Viele italienische Radler fuhren einfach knappes Überholen schien die offenstichtlich nicht zu stören.
von: buche

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 29.10.21 22:30

In Antwort auf: Hansflo
In Antwort auf: Gerhardt
Richtig ist, dass man seinen Platz auf der Straße behaupten muss ...

Dabei darf man sich gerne auch regelkreativ verhalten.

Das deckt sich mit meinen Eindrücken von Italien. Ich bin ziemlich oft in Nord- und Mittelitalien unterwegs gewesen, solange es noch Nachtzügen mit Fahrradmitnahme gab, danach nur noch im Alpenraum.

Ich habe dabei beobachtet, dass die Italiener eher kooperativ unterwegs sind. Es wird erwartet, dass man Platz macht, sogar im Gegenverkehr. Wenn man sich mit dem Rad an den Rand drückt, signalisiert man deshalb: ich habe dich bemerkt und dir hier eine Lücke zum Durchquetschen aufgemacht, bitte sehr.

Mir ist es jedesmal gelungen, mich schnell drauf einzustellen. Angst haben mir eher die Touristen gemacht, ganz besonders die Gespanne mit überbreiten Wohnwagen, bei denen ich oft den Eindruck hatte, dass der Fahrer nicht dran denkt wie breit sein Gefährt wirklich ist.

LG Erik
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 17.01.22 22:36

Ich musste schmunzeln als ich heute das Video von Sven Biketourer gesehen habe. Ihm ist das Gleiche aufgefallen und hat es in seinem Video mit eingearbeitet. Scheinbar scheint es an der Region zu liegen.

https://youtu.be/D28O0OySB2s
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 05:47

An sich ein netter Bericht. In jeder Sprechfolge kommt ungefähr 8x "mal sehn", "schaumermal", "makucken" grins

2 Kommentare über die Autofahrer, ohne irgendwie konkret zu werden, 2x ein behindernd überholender PKW.

Meine Erfahrungen mit italienischen Autofahrern kann das nicht über den Haufen werfen. Mehr als Einzelfälle sind das in meinen Augen auch nicht.
von: Juergen

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 07:33

Nach den Kommentaren zu Lucca hat es mir dann gereicht!
von: Gerhardt

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 08:07

Hallo in die Runde.

Über das Video kann ich nicht schmunzeln. Es ist eher zum heulen und ein Beispiel, wie man ein Video nicht machen sollte.

Das Video ist weder informativ noch unterhaltsam und ist etwa 45 Minuten zu lang.

Man reist durch ein Land ohne Motiv oder Anlass, über das man nichts weiß und über das man nichts erfährt. Es geht an einem Fluss entlang, wo man rechts abbiegt um in die Berge zu kommen.

In Florenz besucht man eine berühmte Brücke, einen berühmten Platz und isst eine Pizza in der Nähe eines berühmten Gebäudes.

Kurzum, ein Video sollte mehr sein als eine Aneinanderreihung vom Filmsequenzen.
Gruß, Gerd



von: Toxxi

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 09:08

In Antwort auf: motion

ich weiß nicht... bin ich der einzige, dem 45 min Video schlicht und ergreifend zu lang sind? verwirrt

Gib doch mal bitte Tipps, an welcher Stelle die bewusste Information kommt.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 09:10

In Antwort auf: Juergen
Nach den Kommentaren zu Lucca hat es mir dann gereicht!

Was sagt er denn zu Lucca? verwirrt

Ich muss gestehen, dass ich auf meiner Radreise 2011 auch nicht wirklich begeistert von Lucca war. Das mag sicherlich an verschiedenen Umständen gelegen haben. Aber die Autofahrer waren es nicht.
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 09:13

In Antwort auf: Toxxi
ich weiß nicht... bin ich der einzige, dem 45 min Video schlicht und ergreifend zu lang sind?
Nein. Es besteht ein Mißverhältnis von Dauer zu Information. Das Blabla ist einfach zu nichtssagend. Das Bildmaterial selber finde ich nett, aber dann tatsächlich zu viel.
von: Hansflo

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 11:01

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: motion

ich weiß nicht... bin ich der einzige, dem 45 min Video schlicht und ergreifend zu lang sind? verwirrt


Hallo Thoralf, nein, du bist nicht der einzige. Ich habe nach zehn Minuten abgebrochen, von denen gefühlte 60% er selber im Bild war, um Belanglosigkeiten von sich zu geben: "So, jetzt kaufe ich mir mal ein Brötchen und einen Kaffee". Sensationelles Toskana-Radreisevideo!

Hans
von: Genußradler-HB

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 12:11

... in Antwort auf die letzten 7 Beiträge

Ja, wenn man das Video ohne den Kontext beurteilt und nur kurz hineinsieht, dann kommt man zu dem Ergebnis, das Ihr schildert.

Es ist aber kein Italien-Radreisebericht mit Info's zu den bereisten Orten sondern ein Rennen - zwar außerhalb der Wertung, da er den Vorjahrestrail nachfährt, aber es ist ein Rennen gegen die Zeit und sich selbst. Er fährt z.B. bis Mitternacht, schläft im Regen auf dem Boden und sitzt um 3:30 schon wieder auf dem Rad.

Wer mehrere seiner Videos ansieht, bemerkt seine Wandlung innerhalb weniger Jahre vom Freizeitradler der mal am Wochenende in den Wald fährt, zum Reiseradler und dann wiederum zum Teilnehmer an Langstecken-Selbstversorger-Rennen (Cherusker 500, French Divide, Grenzsteintrophy, Transgermany, Vosges2BlackForest...) und eben auch zu diesem verlinkten Video "Tuscany Trail".

Ich empfinde seine Videos als sehr angenehm, da es ihm nicht um eine Selbstdarstellung als Leistungssportler geht, sondern in seinen Videos erlebe ich seine alltäglichen Höhen und Tiefen (die wir alle kennen), natürlich auch banales. Insgesamt ist er anspruchsvoll gegen sich selbst, dabei aber immer stoisch gelassen.

Und ich erkenne immer mal wieder Strecken, die ich selber kenne aus einem anderen Blickwinkel, das finde ich reizvoll.
von: cyclerps

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 13:13

Der Typ hat noch mehr nichtssagende Videos gepostet.
Der fährt irgendwelche hirnrissigen "Kreuz und quer" Gewalttouren mit die, gemessen an anderen Teilnehmern, scheinbar 5 Nummern zu groß für ihn sind.

Das ist ungefähr so ein Heini wie der Bier und Dosenfisch verzehrende Schwarzwälder der nichts sieht wenn er unterwegs ist. Die Wurst vom "Horschd" nimmt er wahr.
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 13:32

In Antwort auf: Genußradler-HB
Ja, wenn man das Video ohne den Kontext beurteilt und nur kurz hineinsieht, dann kommt man zu dem Ergebnis, das Ihr schildert.
Ohne Kontext: Ich sehe nicht, wieso diese Längen durch Dazunehmen von weiteren Längen attraktiver werden sollten.

Nur kurz hineinschauen: ich habe das Video ganz gesehen.

Wenn du ihn kennst, kannst du ihm mal erzählen, daß es vielleicht keine Zuschaustellung seiner Sportlichkeit ist, aber eine Darstellung eher für ihn selber und/oder Freunde und Bekannte. Wenn er Interesse daran hat, etwas Aussagekräftiges für Fremde zu bringen, sollte er nicht einfach so daherplappern: die "makucken"s sind ein Zeichen, daß er in diesem Moment nix zu sagen hat.

Das reine Bildmaterial finde ich so daneben nicht. Man kann sich an den Abfahrten be-Schwindel-n grins und es gibt dann auch Informationen, wo es wie aussieht.

Ob man seine bevorzugte Wahl der Wege gut findet, ist irrelevant. Etwas seltsam finde ich nicht nur bei ihm diese Abneigung gegen viele Leute. Ich frage mich dann oft: und er selber ist doch auch an Ort und Stelle. Warum möchte er nicht, daß das andere auch so machen, egal, ob mit Rad oder zu Fuß? Es gibt nunmal viele Menschen und das Alleinseinwollen an attraktiven Orten finde ich - seltsam.
von: Genußradler-HB

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 14:31

In Antwort auf: cyclerps
Der Typ hat noch mehr nichtssagende Videos gepostet.
Der fährt irgendwelche hirnrissigen "Kreuz und quer" Gewalttouren mit die, gemessen an anderen Teilnehmern, scheinbar 5 Nummern zu groß für ihn sind.

Es mag sein das das für Dich hirnrissig erscheint, da Du eben anderes Radreisen bevorzugst - das ist soweit ok. Habe aber bitte die Tolleranz, das Andere eben andere Präferenzen haben können und dabei glücklich sind.

5 Nummern zu groß?
Die Aussteigerquote bei diesen Rennen liegt bei ~ 50%, bisher hat er alle Rennen im Zeitlimit zu Ende gefahren. Für mich wären diese Rennen 100 Nummern zu groß.
von: Genußradler-HB

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 14:38

In Antwort auf: iassu
...sollte er nicht einfach so daherplappern: die "makucken"s sind ein Zeichen, daß er in diesem Moment nix zu sagen hat.

"makucken" steht als Synonym für "ich nehme es wie es kommt, ich kann's ohnehin nicht ändern"
Na klar kann die häufige Wiederholung nerven, mußt Du Dir ja nicht jeden Tag ansehen.

In Antwort auf: iassu
...Etwas seltsam finde ich nicht nur bei ihm diese Abneigung gegen viele Leute.

Zum Einen: pandemiebedingter Abstand, zu Anderen gibt es durchaus Menschen, die sich in größeren Ansammlungen unwohl fühlen können. Das muß ja für Dich nicht zutreffen.
Als letzter Punkt: das ist keine Sightseeing-Tour, das ist ein Rennen nach Zeit auf vorgegebenen Tracks. Jeder Aufenthalt, auch das Filmen, kostet am Ende Zeit.

Und noch ein JA, er macht die Filme für sich, für Freunde und Interessierte, ohne die sonst Youtube-übliche lästige Klick- & Abo-Bettelei.
von: Holger

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 15:16

In Antwort auf: Genußradler-HB
[…]Und noch ein JA, er macht die Filme für sich, für Freunde und Interessierte, ohne die sonst Youtube-übliche lästige Klick- & Abo-Bettelei.


Das stimmt natürlich. Aber es ist öffentlich. Das heißt, dass man es auch kritisieren kann. Wenn es seinen Freunden und den Interessierten und sich gefällt - alles fein.

Mir ist es auch viel zu lang, ich hätte an vielen Stellen massiv gekürzt. Aber, in der TAt, ich muss es mir nicht anschauen. Mache ich auch sicher nicht bis zum Ende.
von: rolf7977

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 17:02

In Antwort auf: cyclerps


Das ist ungefähr so ein Heini wie der Bier und Dosenfisch verzehrende Schwarzwälder der nichts sieht wenn er unterwegs ist. Die Wurst vom "Horschd" nimmt er wahr.


Den Rainer finde ich recht amüsant. Er weiß um seine Unzulänglichkeiten, kommuniziert das offen und geht da locker mit um. Er sieht eher die kleinen Schönheiten am Wegesrand. BTW: Die Schwarzgerauchte ist aber auch zu lecker!

Rolf
von: Juergen

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 17:16

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: Juergen
Nach den Kommentaren zu Lucca hat es mir dann gereicht!

Was sagt er denn zu Lucca? verwirrt

Ich muss gestehen, dass ich auf meiner Radreise 2011 auch nicht wirklich begeistert von Lucca war. Das mag sicherlich an verschiedenen Umständen gelegen haben. Aber die Autofahrer waren es nicht.
"sieht ganz nett aus," Zwei Fragezeichen auf ner Autotür vom Fiat Panda, "jetzt bin ich hier bei km 55 in Lucca, ja ein schönes Städtchen, gibt ein paar verwinkelte Gässchen, aber ich will mich ja nicht lange aufhalten hier,der nächste Berg ruft,......"
Anschließend fährt er über zwei rote Ampeln. Als er dann noch jammert, dass zwei Bananen 2 Euro kosten, (außerhalb der Stadt am Acquedotto Nottolini) hatte ich keinen Bock mehr, noch mehr anzuschauen. schmunzel
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 19:38

Also ich weiß ja nicht wie es so mit der Toleranz ist. Aber irgendwie war es eigentlich nicht das Thema wie hier jeder das Video nach seinen persönlichen Vorlieben findet. Es ist doch jedem freigestellt wie er von seiner Reise sich die Arbeit machen möchte und das Video präsentieren will. Wenn ich es nicht mag, dann muss ich es auch nicht anschauen und muss es auch nicht kommentieren wenn gar nicht die Frage danach ist wie man es findet....

Wenn man den ein oder anderen Überholvorgang der Autos sieht und dazu noch im Hinterkopf hat das das mit einem in der Perspektive verzerrenden Weitwinkel gedreht ist, sieht man eben schon das das teilweise knapp war und ich das eben auch täglich mehrfach teilweise noch schlimmer erlebt habe. Nicht mehr und nicht weniger. Also bitte lasst die Leute Ihre Videos drehen wie sie es für richtig halten und reisen wie sie es für sich selbst für richtig halten. Ich kann auch die Leute nicht verstehen die 300 km am Tag radeln und das das größte Glück für sie ist. Haken ran und gut ist. zwinker
von: m.indurain

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 20:55

In Antwort auf: motion
Ich musste schmunzeln als ich heute das Video von Sven Biketourer gesehen habe. Ihm ist das Gleiche aufgefallen und hat es in seinem Video mit eingearbeitet. Scheinbar scheint es an der Region zu liegen.

https://youtu.be/D28O0OySB2s


Hi, wenn Du auf die betreffenden Stellen im 46 Minuten-Video verwiesen hättest, dann wäre die Diskussion wohl anderes verlaufen. Die wenigsten (auch ich) haben Zeit sich so ein Video anzusehen und rauszufinden wo es zu knappen Begenungen mit Autos kam.

Die angesprochenen Szenen dürften bei 04:09 und 19:47 sein. Ich gebe zu beides äußerst grenzwertig. Stark befahrene und dazu noch enge Straßen wie in der 1. Szene versuche ich zu vermeiden. Aber wie dort überholt wird ist schon extrem. Kann mich an so was eigentlich nicht erinnern und ich bin schon viel in Italien unterwegs gewesen. Aber wie ich schon schrieb: Es ist eine neue Generation Autfahrer herangewachsen, die eventuell weniger Rücksicht auf Radfahrer nimmt als früher.
von: motion

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 18.01.22 21:15

oder 36:22 und ganz besonders auch 18:57. Wie gesagt, das was beim 2. zu sehen ist, ist mir so oft passiert, das ich mir nur noch zu helfen wusste in dem ich konsequent mehr in der Mitte fuhr. Somit gab es dann nicht die Möglichkeit beim Gegenverkehr sich irgendwie vorbei zu quetschen.
von: veloträumer

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 00:58

In Antwort auf: Genußradler-HB

Ja, wenn man das Video ohne den Kontext beurteilt und nur kurz hineinsieht, dann kommt man zu dem Ergebnis, das Ihr schildert.

Das ist eines der Kernprobleme. Du darfst erst kritisieren, wenn du dir alles angeschaut hast. Und immer wieder und jedes Video könnte ja einen gehobenen Wert haben. Ich vermeide daher überhaupt noch solche Videos anzuschauen. Pech gehabt. In dem Fall bin ich kurz reingesprungen, habe zweimal vorgespult und gemerkt, die nächste Jahrundertwende wirst du dann verpassen, ohne dass du was zum Thema findest. Jeder solcher Klick in ein "Lockvideo" steigert meine agressive Abwehrhaltung gegenüber selbstgemachten Radl-Videos generell.

Es kommt also ganz schlecht, sowas auch noch zu verteidigen statt mal den Kritikpunkten nachzugehen. Mag sein, dass die Masse solche Videos sehen möchte. Die schaut auch stundenlang kauenden oder sitzenden Menschen zu. Aber ich bin nicht die Masse. Ich schaue hier auch nicht in den Forums-Youtube-Faden hinein, der offensichtlich einer der populärsten Dauer-Threads überhaupt ist.

Ich wurde bei Facebook-Gruppen in jüngster Zeit noch ein paar mal angelockt Videos zu schauen, weil mir sehr wichtige Region, weil überwältigender Kommentar zum Video. In den Begleittexten vermeiden die Ersteller jede Art Info oder ein Auswahl von Bildern. Der Zwang zum Klick soll erzeugt werden. Das ist bereits ein Nogo für Veröffentlichungen. Zu jeder Veröffentlichung gehört ein halbwegs erläuternder Text, der auf den Inhalt hinweist. Ist wie hier im Forum, nicht einfach einen Link zur "Diskussion" einzustellen ohne Kommentar. Unsitte, missachtet den Konsumenten auf der anderen Seite, lernt man z.B. im Journalismus, aber eben nicht in der Do-it-yourself-Selbstverwirklichungskammer, die doch jeder gut finden muss - geht doch gar nicht anders, oder?

Ich kam nach dem Betrachten immer wieder ohne Glücksgefühle heraus, desinformiert, keine Orts- und Kulturkenntnisse, schlechte Bildführung, kaum Landschaft, egozentrisch bis zum Exzess, jeder ist ein Superheld. Ich möchte nicht dauernd Straßen und rappelnde Pisten oder Gesicht und Waden des Protagonisten sehen. Auch nicht mit Drohne und und und - gleich welcher technische Aufwand, und schon gar nicht mit der Spalierperspektive einer GoPro auf dem Helm, auch wenn schockgedämpft. Ich habe schon ein Problem mit heutiger Selfie-Kultur durch das Smartphone bei Bilderstrecken. Generell kann man Fotos viel schneller selektieren nach Wichtigkeit, Genussmoment usw.

In Antwort auf: Genußradler-HB
Wer mehrere seiner Videos ansieht, bemerkt seine Wandlung innerhalb weniger Jahre vom Freizeitradler der mal am Wochenende in den Wald fährt, zum Reiseradler und dann wiederum zum Teilnehmer an Langstecken-Selbstversorger-Rennen ...

Ein weiterer Grund, solche Videos zu meiden. Ich bin nicht dazu da, mich mit anderen mir unbekannten Menschen zu identifizieren und ihren Lebensweg zu begleiten. Diese Menschen bleiben ja auch fremd, manchmal sind es nur Phantome. Die heutige Follower-Mentalität mit Abo deines Lieblings neigt dazu, das Menschen sich vollkommen in den Welten anderer Fremdmenschen ("virtuelle Freunde") auflösen, derer die meisten auch noch ein Geschäftsmodell daraus entwickeln. In erster Linie habe ich ein Thema, ein Land etc. das mich interessiert. Wenn der Veröffentlicher mit der Zeit durch seine Beiträge überzeugt, beginnt man natürlich auch etwas mitzufiebern. Dazu brauche ich aber keine Personenkultvideos, sondern möchte das lesen können oder ggf. verarbeitet in einem Film, der sich auch so nennen darf. Nicht aber Aboneurose für Schrott.


Und nein, ob daraus ein Geschäft wird, ist selten von außen zu erkennen, denn durch gehobene Klickzahlen kommt man bei Youtube ganz schnell in die Verdienstoptionen rutschen, ohne das jemals angestrebt zu haben. Auch wenn das wenig Geld ist, jeder möchte schauen, ob er sich vielleicht einen Nebenverdienst erwirtschaften kann. Deswegen auch diese versteckten Anreize zum Klickzwang. Und dann geht es bald nur noch um die Masse von Drehs, neumodisch "content" genannt, auch wenn inhaltsleer, redundant, überflüssig.
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 03:52

In Antwort auf: Genußradler-HB
In Antwort auf: iassu
...sollte er nicht einfach so daherplappern: die "makucken"s sind ein Zeichen, daß er in diesem Moment nix zu sagen hat.

"makucken" steht als Synonym für "ich nehme es wie es kommt, ich kann's ohnehin nicht ändern"
Na bitte. Es ist laut gedacht ohne jeden Nutzwert für den Betrachter. Ein Selbstgespräch. Dem Betrachter hat er in diesem Moment nichts zu sagen.
In Antwort auf: Genußradler-HB
Na klar kann die häufige Wiederholung nerven, mußt Du Dir ja nicht jeden Tag ansehen.
Kommentar geht am Kern vorbei.
In Antwort auf: Genußradler-HB
In Antwort auf: iassu
...Etwas seltsam finde ich nicht nur bei ihm diese Abneigung gegen viele Leute.

Zum Einen: pandemiebedingter Abstand, zu Anderen gibt es durchaus Menschen, die sich in größeren Ansammlungen unwohl fühlen können. Das muß ja für Dich nicht zutreffen.
Was ich hier anzumerken mir erlaube, hat mit der Coronapandemie rein garnichts zu tun. Dieses Alleinseinwollen an attraktiven Plätzen gab es schon vorher.
In Antwort auf: Genußradler-HB
Als letzter Punkt: das ist keine Sightseeing-Tour, das ist ein Rennen nach Zeit auf vorgegebenen Tracks. Jeder Aufenthalt, auch das Filmen, kostet am Ende Zeit.
Was hat das damit zu tun, daß jeder dasselbe Anrecht hat, sich irgendwo aufzuhalten? Wenn es so um das Einsparen von Zeit geht, könnte er massenhaft Recourcen gewinnen, wenn er auf das Filmen verzichten wütde.
von: Holger

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 06:05

In Antwort auf: veloträumer
In Antwort auf: Genußradler-HB

Ja, wenn man das Video ohne den Kontext beurteilt und nur kurz hineinsieht, dann kommt man zu dem Ergebnis, das Ihr schildert.

Das ist eines der Kernprobleme. Du darfst erst kritisieren, wenn du dir alles angeschaut hast. Und immer wieder und jedes Video könnte ja einen gehobenen Wert haben. Ich vermeide daher überhaupt noch solche Videos anzuschauen. […]

Aus diesem Grund? Ich sehe es etwas anders. Wenn etwas veröffentlicht ist, darf man es auch kritisieren. Zur einer ernsthaften Kritik gehört natürlich darzulegen, wie man dazu kommt (das ist allgemein gemeint, nicht auf Dich bezogen, du begründest ja ausführlich). Ich nehme es mir auch heraus, zu kritisieren, wenn ich nicht alles angeschaut habe. Wenn ich das offenlege. Und natürlich kann jedes Video einen gehobenen Wert haben. Das ist für mich allerdings kein Grund, mir keines mehr anzuschauen. Eher im Gegenteil. Aber natürlich muss ein Initialinteresse irgendeiner Art da sein.

In Antwort auf: veloträumer
[…] Aber ich bin nicht die Masse. Ich schaue hier auch nicht in den Forums-Youtube-Faden hinein, der offensichtlich einer der populärsten Dauer-Threads überhaupt ist.[…]

Niemand ist "die Masse".
Der Youtube-Faden hat auch deshalb so viele Beiträge, weil es eben ein Sammelfaden ist. Und nicht nur Youtube schmunzel

In Antwort auf: veloträumer
[…]Ich kam nach dem Betrachten immer wieder ohne Glücksgefühle heraus, desinformiert, keine Orts- und Kulturkenntnisse, schlechte Bildführung, kaum Landschaft, egozentrisch bis zum Exzess, jeder ist ein Superheld. […]

Das geht mir bei sehr vielen Radreisevideos genauso. Bis auf das ich es nicht so empfinde, dass sich jeder als Superheld darstellen möchte. Das man selbst im Zentrum eines Videos über eine eigene RAdreise steht, ist ja nicht fernliegend und auch nicht immer schlimm, weil nicht immer übertrieben. Aber die anderen Kritikpunkte teile ich auch. Ich habe auch schon gute gesehen, die ich mir gerne angeschaut habe. Aber viele sind es nicht, daher schaue ich auch selten lange rein. Klar, dann kann mir was entgehen, aber auch meine Zeit ist endlich. Ich habe mal ein Seminar zum Thema Schreiben bei Wolf Schneider gemacht. In vielerlei Hinsicht sehr gut. Ein Satz ist mir in Erinnerung geblieben: "Einer muss sich quälen. Der Autor oder der Leser". Und wenn ich merke, dass sich ein Autor gequält hat, damit sein Werk den Lesern/Sehern gefällt, dann bin ich eher bereit, mir das anzuschauen oder zu lesen. Quälen heißt in diesem Falle kürzen, kürzen, kürzen. Ansonsten sich Mühe machen bei Bildführung, bei Recherche, bei den Texten, beim Schnitt und auch bei der Technik usw.
von: Uli

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 08:38

Ich teile die meisten Kritikpunkte bzgl. des Videos. Es ist auch völlig okay, wenn man diese kurz äussert und begründet. Aber ich weiß nicht, warum das hier so breitgetrampelt werden muss. Bitte kommt wieder zum eigentlichen Thema zurück.
Gruß
Uli
von: Holger

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 09:36

Der Kollege hat natürlich völlig recht - und auch ich bin nicht ganz unschuldig an der Zerfaserung des Fadens.

Das Thema Radreisevideos scheint relevant zu sein - ich finde es auf jeden Fall interessant und die hier angebrachten Punkte diskussionswürdig. Daher diese - und neue - Videothemen bitte an dieser Stelle weiterdiskutieren: Radreise-Videos - Diskussionsfaden (Treffpunkt)

Und hier in diesem Thread bitte beim Thema bleiben.
von: m.indurain

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 09:37

In Antwort auf: motion
oder 36:22


Hier hast Du sicherleich eine falsche Stelle angegeben.
von: m.indurain

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 10:37

Frage: Gibt es die 1,5 m Überholabstand-Regel auch in Italien? Über google bin ich nicht fündig geworden. Bei uns sind es außerorts ja inzwischen 2 m. In Ungarn, wo ich öfter unterwegs bin, gibt es z. B. auch die 1,5 m-Regel.
von: martinbp

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 19.01.22 21:03

In Antwort auf: m.indurain
. Bei uns sind es außerorts ja inzwischen 2 m. In Ungarn, wo ich öfter unterwegs bin, gibt es z. B. auch die 1,5 m-Regel.


In Ungarn bin ich nicht nur öfters, sondern täglich unterwegs. Und täglich muss ich mehrmals: "du Ar...loch, du Rindvieh, du dämlicher Idiot" (mein Standardfluch in solchen Fällen) brüllen, weil ich ganz knapp überholt werde, selbst wenn es keinen Gegenverkehr gibt.

Die Regel ist ja auch erst neu und hat bei den Autofahrern viel Unverständnis und viele Diskussionen verursacht. Im Stadtverkehr in Budapest ist sie ja auch uneinhaltbar.
Mir würden ja auch 60-70 cm Abstand ausreichen, aber oft sind es eben nur 20-30.

VG aus Budapest
Martin

von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 00:06

In Antwort auf: m.indurain
Frage: Gibt es die 1,5 m Überholabstand-Regel auch in Italien?



Sommer 2020
von: cyclerps

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 07:33

Leute mit "Du" anzusprechen die man nicht kennt ist unhöflich und gerade zu verwerflich. schockiert
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 08:28

In Antwort auf: martinbp

Mir würden ja auch 60-70 cm Abstand ausreichen, aber oft sind es eben nur 20-30.

VG aus Budapest
Martin



Jetzt muss ich mich fragen, ob es dir nicht eh noch gut geht. Denn bei uns gilt, abweichend von der Straßenverkehrsordnung, informell die 2 Finger-Regel: 2 Finger breit Abstand reichen (für den Autofahrer).

Gestern habe ich einen Bericht über einen Dooring-Unfall gelesen: Die Radfahrerin fliegt erst in, dann über die knapp vor ihr auf gerissene Türe, und der Autofahrer regt sich über sie auf. Er hat dann die Polizei gerufen. Nicht, weil er Sorge um die Radfahrerin hatte. Er hatte Angst, die böse Frau könnte seine Türe beschädigt haben....

lg und immer ein paar Fingerbreit zwischen Kotflügel und dir!

georg
von: martinbp

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 09:01

Wenn man im Ungarischen jemand siezenderweise mit beleidigenden Worten anspricht, ist das noch schlimmer-beleidigender, als wenn man duzt.

Aber die Angesprochenen sitzen im Auto und sind längst weg und hören es sowieso nicht.
Wenn sie es hören könnten, würde ich es mir vielleicht auch verkneifen- aus Angst um meine eigen körperliche Unversehrtheit.
von: m.indurain

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 10:47

In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: m.indurain
Frage: Gibt es die 1,5 m Überholabstand-Regel auch in Italien?



Sommer 2020


"salvciclisti" müsste so viel heißen wie "Radfahrer retten".

Sind die 1,5 m eine Aufforderung von der betreffenden Stadt oder sind sie (wie bei uns) fest im italienischen Gesetzes-Regelwerk verankert?
von: Toxxi

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 10:56

In Antwort auf: martinbp
Wenn man im Ungarischen jemand siezenderweise mit beleidigenden Worten anspricht, ist das noch schlimmer-beleidigender, als wenn man duzt.

Also etwa so:

Ich sage "Sie Arsch"

grins
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 11:37

bravo lach
von: Thomas S

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 12:22

In Antwort auf: irg
Gestern habe ich einen Bericht über einen Dooring-Unfall gelesen: Die Radfahrerin fliegt erst in, dann über die knapp vor ihr auf gerissene Türe, und der Autofahrer regt sich über sie auf. Er hat dann die Polizei gerufen. Nicht, weil er Sorge um die Radfahrerin hatte. Er hatte Angst, die böse Frau könnte seine Türe beschädigt haben....
georg


Servus georg

Naja, in Deutschland würde die Radfahrerin immerhin zumindest eine Mitschuld zugesprochen bekommen, da sie den Mindestabstand zum parkenden Auto von ca. 1 m nicht eingehalten hat. Das kennt bloß kaum jemand. Oft genug kann man in engen Straßen den Abstand aufgrund von entgegenkommenden Pkw gar nicht einhalten.

Aber ganz klar: die Hauptschuld liegt bei dem um sein heiligs Blechle besorgten Autofahrer.
von: Juergen

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 12:38

In dem Artikel steht auch, dass die Unfälle an Autotüren innerhalb von 3 Jahren um 50% gesunken sind. Der Unfall passierte übrigens schon vor einigen Jahren und von bösen Frauen steht da auch nix drin. zwinker
von: bk1

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 20.01.22 23:31

In Antwort auf: cyclerps
Leute mit "Du" anzusprechen die man nicht kennt ist unhöflich und gerade zu verwerflich. schockiert

Auf Deutsch nicht mehr... Das "Sie" ist langsam am verschwinden.
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 21.01.22 08:13

In Antwort auf: Thomas S

Servus georg

Naja, in Deutschland würde die Radfahrerin immerhin zumindest eine Mitschuld zugesprochen bekommen, da sie den Mindestabstand zum parkenden Auto von ca. 1 m nicht eingehalten hat. Das kennt bloß kaum jemand. Oft genug kann man in engen Straßen den Abstand aufgrund von entgegenkommenden Pkw gar nicht einhalten.

Aber ganz klar: die Hauptschuld liegt bei dem um sein heiligs Blechle besorgten Autofahrer.


Bei uns ist es, so weit ich mich erinnern kann, komplizierter. Wir haben auch genug Radstreifen und Radwege, die im Dooring-Bereich verlaufen. Ausjudiziert ist meines Wissens, dass man mit dem Rad ausreichend Abstand halten darf, um von einer Autotüre nicht erwischt zu werden. Was bei schmalen Radspuren schwierig werden kann. Denn mit den Rädern muss man auf dem Radstreifen bleiben.

Radfahren in der Ritterrüstung kann also Leben schützen!

lg!
georg
von: Thomas S

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 21.01.22 09:46

Ja, so einen Radstreifen kenne ich hier auch. Der verläuft eigentlich komplett im Dooring-Bereich. Da fahr ich immer auf der linken Begrenzungslinie.

Die Rechtsprechung, die ich meinte, geht aber von Straßen aus, die keine Fahrradeinrichtungen aufweisen. Da wissen viele Radfahrer gar nicht, dass sie ausreichend Abstand einhalten müssen. Die fahren aus Rücksichtnahme auf den fließenden Kfz-Verkehr so nahe an den parkenden Autos vorbei, dass sie dann im Falle eines Falles gar keine Chance mehr haben.
von: Martina

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 21.01.22 09:49

In Antwort auf: Thomas S

Die Rechtsprechung, die ich meinte, geht aber von Straßen aus, die keine Fahrradeinrichtungen aufweisen. Da wissen viele Radfahrer gar nicht, dass sie ausreichend Abstand einhalten müssen.


Mir ist das durchaus bekannt, aber ich kenne Straßen, bei denen man dann schon wieder im Bereich des Gegenverkehrs ist. Man kanns immer nur falsch machen...
von: iassu

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 21.01.22 09:51

In Antwort auf: Martina
Man kanns immer nur falsch machen...
ohohh....der kretische Lügner. Wenn das stimmt, was du sagst, ist auch diese Aussage falsch. lach
von: Uli

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 21.01.22 10:22

Zitat:
Da wissen viele Radfahrer gar nicht, dass sie ausreichend Abstand einhalten müssen. Die fahren aus Rücksichtnahme auf den fließenden Kfz-Verkehr so nahe an den parkenden Autos vorbei, dass sie dann im Falle eines Falles gar keine Chance mehr haben.

Meine Erfahrung: Nicht nur aus Rücksichtnahme, sondern vor allem aus Angst vor den Kfz, die von hinten kommen. Die größte Angst verursachen bei sehr vielen Radfahrern Verkehrsteilnehmer, die man "logischerweise" nicht sehen und damit nicht einschätzen kann. Verstärkt wird das dann noch z.B. durch Motorenlärm im Rücken. Das Gefährdungspotenzial von Dingen, die man (vermeintlich) im Blick hat, wird hingegen deutlich unterschätzt.
Gruß
Uli
von: derSammy

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 21.01.22 11:03

In Antwort auf: irg
Ausjudiziert ist meines Wissens, dass man mit dem Rad ausreichend Abstand halten darf, um von einer Autotüre nicht erwischt zu werden.

Nicht darf, sondern muss. Das ergibt sich schon aus Paragraph 1 StVO, kein Verkehrsteilnehmer darf sich wissentlich in Gefahr bringen.

In Antwort auf: irg

Was bei schmalen Radspuren schwierig werden kann. Denn mit den Rädern muss man auf dem Radstreifen bleiben.

Die deutsche Rechtslage unterscheidet hier klar zwischen Radfahrstreifen (durchgehende, dickere Begrenzungslinien) und Schutzstreifen (gestrichelte Begrenzungslinien).
Erstere muss man in der Tat als Radfahrer benutzen. Aber die Anforderungen an Radfahrstreifen bezüglich Mindestbreite und Abstand zu parkenden KfZ ist recht hoch. Wenn das nicht eingehalten ist, kann man dagegen klagen, meist sind sich die Verkehrsbehörden aber ob der Platzprobleme schon bewusst und legen gleich Schutzstreifen an.
Diese sind nur insofern benutzungspflichtig, wie es sich aus dem Rechtsfahrgebot der StVO ergibt. Wenn der Schutzstreifen allerdings so weit rechts aufgemalt ist, wo man ohne diese Malerei nie fahren würde, dann muss man das auch nicht.
Im Gegenteil, weil Kfz diese Malereien oft auch noch im Sinne von "Spur halten" fehlt-interpretieren und seitliche Überholabstände dann gern völlig ignorieren, fahre ich in solchen Situation im Sinne des Selbstschutzes mindestens auf der linken Linie, eher noch ein paar Zentimeter links von dem illegalen Schutzstreifen. Weil da dann Abstände eher wieder beachtet werden.

In Antwort auf: irg

Radfahren in der Ritterrüstung kann also Leben schützen!

Die Rüstung haben die Stinker. Ich komme bisher ganz gut ohne aus. schmunzel
von: Odenthaler

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 22.01.22 08:34

Ich war so oft in Italien, zuletzt im Herbst in Apulien und Basilikata. Ich kann nicht von einer ungewöhnlichen Häufung von unangenehmen Situationen berichten.
von: Juergen

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 22.01.22 09:43

In Antwort auf: Martina
Man kanns immer nur falsch machen...
Das gilt jetzt aber nicht für alle, oder?
Ich fühle mich jedenfalls nicht angesprochen!
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 22.01.22 16:47

In Antwort auf: derSammy

In Antwort auf: irg

Radfahren in der Ritterrüstung kann also Leben schützen!

Die Rüstung haben die Stinker. Ich komme bisher ganz gut ohne aus. schmunzel


Sag das der, die erst in und dann über die Türe gesegelt ist!

lg! und immer zwei Finger zwischen Auto und euch! (Hatte ich heute wieder: alte Frau, die mit dem Auto abbiegt und natürlich die Kurve schneiden muss. Zwei Finger Abstand. Reicht bei uns leider vollkommen! entsetzt
georg
von: cyclerps

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.01.22 08:42

Ich warne davor es "jedem recht machen zu wollen". Dann machst Du was falsch.
von: derSammy

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.01.22 15:09

Ohne Anspruch auf 100%ige Anwendbarkeit und ohne da dem Opfer zu nahe treten zu wollen - für mich beginnt die Fehlerkette schon an der Stelle so zu fahren, dass man überhaupt gedoort werden kann...
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.01.22 17:36

Da hast du vollkommen recht! Unser Problem: Wenn du so weit links fährst, wie du musst, um Dooring zu vermeiden, empfinden viele Autofahrer in vielen Straßen und Gassen das als aggressiven Akt und fahren entsprechend gefährdend. Du kannst dich also zwischen Pest und Ebola entscheiden.

Lg!
georg
von: derSammy

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 23.01.22 22:09

Im Prinzip richtig. Aber im einen Fall mache ich den Fehler, im anderen andere. Und nur weil andere sich verkehrsgefährdend benehmen könnten, mich selbst in Gefahr bringen? Nee, lieber nicht.
Allerdings hast du natürlich recht, dass einige motorisierte Zeitgenossen sehr auf das Mittel der motorisierten Gewalt setzen. Aber auch hier bringt der vergrößerte Abstand nach rechts dann den Vorteil im Zweifelsfall ausweichen zu können.
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 08:51

Noch weiter offtopic: Bei der Unfallaufnahme (ein rückwärts rasender Autofahrer hatte meine Tochter und mich am Tandem gerammt) hat mir der Polizist erklärt, ich dürfe nie gerade hinter dem Auto stehen, "wo er mich nicht sieht". Was stimmt, nur dort war seitlich gar kein Platz, um sich versetzt auf zu stellen. Hat der Polizist keine Augen im Kopf? Ich bemühe mich ja, aber uns weg zu beamen habe ich noch immer nicht geschafft!

lg!
georg
von: Martina

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 09:03

In Antwort auf: derSammy
Im Prinzip richtig. Aber im einen Fall mache ich den Fehler, im anderen andere.


Wie gesagt, ich kenne mindestens eine Straße, wo ein Abstand von einem Meter zu parkenden Autos bedeuten würde, dass man sich quasi in der Straßenmitte befinden würde. Mir ist wirklich nicht klar, wie da korrektes Verhalten aussehen könnte.
von: Thomas S

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 09:43

Meiner Meinung nach: in der Mitte fahren und wenn Gegenverkehr kommt, langsam und vorsichtig an den parkenden Autos vorbei fahren! Den Pkw von hinten kann man dann auch ab und zu mal vorbei fahren lassen mit genau den gleichen Vorsichtsmaßnahmen.
von: StephanBehrendt

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 12:14

In Antwort auf: Martina
Wie gesagt, ich kenne mindestens eine Straße, wo ein Abstand von einem Meter zu parkenden Autos bedeuten würde, dass man sich quasi in der Straßenmitte befinden würde. Mir ist wirklich nicht klar, wie da korrektes Verhalten aussehen könnte.
Auf dieser Straße ist Zweirichtungsverkehr zulässig? Dann müsste man dort entweder das Parken verbieten oder die Straße zur Einbahnstraße umwidmen.
von: Juergen

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 13:00

Warum?
Auf solch einer Straße bin ich mit meinem erstes Dreirad, meinem Bonanzarad, meinem ersten Auto und meinem Motorrad in beide Richtungen gefahren. Auch heute noch gibt es dort Rad-, Motorrad-, Auto- und sogar LKW Verkehr in beiden Richtungen ohne Massensterben. Gesunder Menschenverstand reicht völlig aus.
von: Martina

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 13:17

In Antwort auf: StephanBehrendt
In Antwort auf: Martina
Wie gesagt, ich kenne mindestens eine Straße, wo ein Abstand von einem Meter zu parkenden Autos bedeuten würde, dass man sich quasi in der Straßenmitte befinden würde. Mir ist wirklich nicht klar, wie da korrektes Verhalten aussehen könnte.
Auf dieser Straße ist Zweirichtungsverkehr zulässig? Dann müsste man dort entweder das Parken verbieten oder die Straße zur Einbahnstraße umwidmen.


Richtigerweise müsste man das Parken verbieten, abschnittsweise ist es auch verboten, woran sich aber nicht immer gehalten wird. Allerdings fürchte ich, dass das Abstandhaltegebot auch dann gilt, wenn ein Auto im Parkverbot steht...
von: irg

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 13:18

In Antwort auf: Juergen
Gesunder Menschenverstand reicht völlig aus.


Du hast den Punkt gefunden. Nur: Kann man den einimpfen? Mit Impfpflicht? grins Weil die, die diese Impfung brauchen, sind eh so viel gescheit, dass sie keinen weiteren Menschenverstand mehr brauchen!

lg!
georg
von: derSammy

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 13:23

Genau so. Wenn es so eng ist, dass da nur eine Fahrspur ist, dann mittig auf der fahren und wenn was von vorn kommt wie allgemein üblich fährt der in eine Lücke, der eine solche zuerst findet.
Von hinten muss ich eigentlich nie jemand vorbei lassen, weil ich selbst zügig fahre und auf solchen Straßen fast immer 30 oder noch weniger ist. Aber klar, bei Bedarf lasse ich auch vorbei.
von: natash

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 24.01.22 13:26

Was hat das jetzt bitteschön mit Verkehr in Italien zu tun?
Bitte seid doch so nett und kommt bei Gelegenheit einmal wieder aufs Thema zurück.
von: ro-77654

Re: Italien und Autofahrer - Eure Erfahrungen - 04.05.22 20:42

Zum Vergleich: Vier Wochen Spanien, 1500 km Es gab nicht eine einzige unangenehme Situation mit KFZ. Alle sehr rücksichtsvoll, auch in Städten und im dichten Berufsverkehr.
Fazit: sogar angenehmer als in Deutschland - von Italien gar nicht zu reden.