Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt

von: Jim Knopf

Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 20:21

Samstag, 9. Juni und Sonntag 10. Juni 2012, Anreise nach Helsinki

Nach monatelanger Vorbereitung war es endlich soweit, der Tag der Abreise war gekommen. Die ersten Meter mit dem voll beladenen Rad waren sehr gewöhnungsbedürftig, aber problemlos.
Mein vollbeladenes Rad:


In Heidelberg bestieg ich den Intercity nach Hamburg. Zum Glück war der Zug nur schwach besetzt, so dass es für mich und mein Gepäck keine Probleme gab in den Zug zu gelangen.
Ich genoss die Fahrt am Rhein entlang am Fenster. In Bonn begab ich mich ins Bordrestaurant, um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen, dazu gabs ein frisch gezapftes Bier.
In Hamburg Hbf hatte ich fast eine Stunde Zeit.
Das kam mir sehr gelegen, weil ich für meine neue Kamera noch ein Skyligtfilter besorgen wollte. Hatte mir extra für die Reise noch eine Lumix G3 mit 14-42mm Objektiv besorgt. Dieses Objektiv hat ein Gewindedurchmesser von 37mm und es ist mir in Hamburg beim "Großen Planeten" tasächlich gelungen, einen passenden Filter zu bekommen.
Als ich dann zurück am Bahnhof den RE nach Travemünde bestieg, war dieser rammelvoll. Mir gelang es zum Glück trotzdem, ins Mehrzweckabteil des Steuerwagens zu gelangen.
Bis Lübeck war dann stehen angesagt, immerhin konnte ich mein Rad anlehnen. Ab Lübeck hatte ich dann den ganzen Mehrzweckraum für mich alleine.
Da ich in Travemünde noch jede Menge Zeit hatte und es in Niendorf am Hafen sehr leckeren Fisch gibt, fuhr ich auf der kleinen Straße über Brodten dorthin. Leider war der Laden bereits geschlossen, als ich am idyllischen Hafen ankam. So fuhr ich wieder nach Travemünde zurück und ging in ein Restaurant direkt an der Trave. Die Scholle dort war auch sehr lecker, aber eben doch was anderes, als wenn man die in Niendorf am Hafen im freien verzehrt. Immerhin konnte ich so das Einlaufen der Finnmaid beobachten.
Dieses Schiff sollte mein zuhause für die nächsten 2 Nächte und den Tag dazwischen sein und mich nach Helsinki bringen.
Nach dem Nachtessen ging es dann direkt zum Skandinavienkai. Dort buchte ich am Finnlinesschalter als erstes mal meine Verpflegung nach :whistling: , welche ich vergessen hatte. Schließlich wollte ich auf der langen Reise keineswegs hungern :thumbsup:
Im Gegensatz zu meiner Reise 2009, dauerte es diesmal ziemlich lange, bis ich an Bord fahren durfte. Diesmal ging es auch nicht alle Rampen bis ins oberste Deck sonder nur ins 2. Deck und von dort sollte ich dann mit dem Fahrstuhl nach Deck 5 fahren und dort das Rad abstellen. Das zog sich dann ewig hin, da vor mir noch ein ganzer Reisebus mit ebenfalls diesen Fahrstuhl das Fahrzeugdeck verlassen wollte.
Irgendwann konnte ich dann auch nach oben fahren und erreichte meine Kabine. Dort schlief ich recht schnell ein und habe vom nächtlichen Ablegen nix mitbekommen.
Habe recht gut geschlafen, bin aber im Gegensatz zu meiner Reise 2009 eine Stunde früher aufgestanden, den an Bord gilt finnische Zeit, welche unserer um eine Stunde voraus ist. Deshalb konnte ich diesmal auch das doch recht umfangreiche Frühstücksbuffet in vollem Umfang genießen.
Im Anschluss ging es bei bestem Wetter an Deck.


Dabei konnte ich auf meinem Navi die Navigation genau verfolgen:


Beim Rundgang übers Schiff sind mir noch einige Details aufgefallen:




Das Mittagsbuffet war nicht ganz so umfangreich, wie ich es von Hurtigruten gewohnt bin, aber in Ordnung. Dafür war die Auswahl beim abendlichen Buffet um so größer. Da habe ich mich ganz ungeniert schadlos gehalten.
Anschließend gab es zum Abschluss des schönen Seetags noch einen tollen Sonnenuntergang.







Montag, 11. Juni 2012 Helsinki - Lathi

Habe wieder gut geschlafen, wenngleich es heute etwas früher raus geht, damit ich vor der Ankunft in Helsinki noch in Ruhe und ausgedehnt frühstücken kann. Nach der pünktlichen Ankunft in Helsinki, gibts zunächst eine kleine Runde durch die Stadt.







All zulange halte ich mich damit nicht auf, denn es zieht mich hinaus in die Natur. Zunächst war die Fahrt durch den dicken Verkehr nicht so angenehm, aber nach wenigen Km ging es entlang eines Flusslaufs aus der finnischen Hauptstadt hinaus aufs Land. Die Besiedelung wurde dünner und auch der Verkehr reduzierte sich auf ein erträgliches Maß.




Auch wenn es auf den Bildern nicht so aussieht, Finnland ist alles andere als flach. Es gab immer wieder kurze Anstiege und dementsprechend auch Abfahrten. Das war dann schon recht schwierig zu fahren, weil man dabei nie in einen gleichmäßigen Rhythmus kommt.
Irgendwann am späteren Nachmittag machte ich mir dann Gedanken wegen einer Übernachtungsmöglichkeit. Dabei wurde mir in der Suchfunktion des Navi ein CP direkt am See in Lathi in etwa 50km Entfernung angezeigt. Das war zwar ein kleiner Umweg, aber zum einen war Lathi selbst interessant und die Lage des CP auf der Karte sah auch gut aus.
Deshalb bin ich einfach von der geplanten Strecke abgebogen und habe mich zu diesem CP routen lassen.
Dort nahm ich mir eine Hütte, denn ich hatte absolut keine Lust , mein Zelt aufzubauen. Erschwerend kam dann noch die Mückenplage hinzu. Da habe ich bereits bei meinen ersten Pausen gemerkt, dass ich Probleme mit dem Stechviehzeugs bekommen könnte. Bis das Zelt gestanden hätte, wäre ich schon total zerstochen gewesen.


Nach der Dusche, welche wie in Finnland üblich, im Preis inbegriffen war, gabs zum Nachtessen Kohlenhydrate in Form einer großen Portion Spaghetti.
Danach machte ich noch einen Rundgang über den wunderbar am See gelegenen CP. Gegen die Stechviecher hatte ich mir an der Rezeption eine Spraydose "Off" besorgt und mich nach dem Duschen damit eingesprüht.






175km, 900Hm, Durchschnitt 20km/h, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: Nordlandfreak

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 20:48

Danke, nun hab ich wieder Fernweh grins

Toll geschrieben, schicke Bilder... freue mich auf den nächsten Teil schmunzel

Viele Grüße, Nordlandfreak
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 21:02

Dienstag, 12. Juni 2012 Lathi - Orivesi

Habe in der Hütte ausgezeichnet geschlafen. Nach dem gewohnt reichhaltigen Frühstück ging es dann bei besten äußeren Bedingungen los. Schon nach wenigen Kilometern kam ich an dieser für die Einsamkeit dort doch recht großen und monumentalen Kirche vorbei.


Meine Fahrt führte mich durch eine sehr schöne Landschaft über kleine und sehr schwach befahrene Straßen. Dabei war die Landschaft keineswegs eben.


Immer wieder gab es riesige Seen



Mit Badestellen, wovon ich dann auch Gebrauch machte, um mich zu erfrischen. Die Wassertemperatur betrug dabei wohl so um die 20°C, denn es kostete mich keinerlei Überwindung da rein zugehen.




Danach kam dann der Regen in Form von 2 heftigen Schauern. Zum Glück war es warm, so dass die Regenjacke ausreichte.
Für die Übernachtung wich ich wieder von der geplanten Strecke ab und entschied mich für eine Hütte auf dem CP in Orivesi. Die Hütte gab es für 35€. Dafür baue ich kein Zelt auf, zumal die Mückenplage hier eher noch schlimmer als in Lathi war.


160km, 1100HM, Durchschnitt 20km/h, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: iassu

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 21:14

Schöner Bericht, Jürgen. Allerdings hab ich doch eine Frage am Rande: wozu wolltest/willst du einen Skylightfilter haben?
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 21:21

Mittwoch, 13. Juni 2012 Orivesi - Keuruu

Habe in der Hütte ausgezeichnet und viel zu lange geschlafen. Als ich erwachte, war es bereits halb 10, d.h. nach finnischer Zeit halb 11. Die Sonne schien von einem stahlblauen Himmel. Jetzt aber schleunigst raus. Nach der heute etwas verkürzten Morgentoilette gabs heute Frühstück im freien vor der Küche. Um halb 11 unserer Zeit saß ich dann endlich im Sattel. Nach einem kurzen Einkauf in Orivesi, gings dann durch endlose Wälder. Es ist dort nicht so wie bei uns, dass man durch ein großes Waldgebiet fährt und das dann irgendwo nach eine Weile wieder endet. Die Wälder sind endlos. Absolut faszinierend.


Die Qualität der Straßen war meist sehr gut, auch wenn es immer wieder passierte, dass mitten in der Wildnis der Asphalt aufhörte.

Aber auch auf den nichasphaltierten Straßen kann man ausgezeichnet fahren, da der Untergrund sehr glatt ist. Nur bei Nässe gibts, wenn man so wie ich, ohne Schutzbleche unterwegs ist, ne Riesensauerei bäh
Es gab auch immer wieder sehr einsame Badestellen. Klar, dass ich mich da mal schnell erfrischte, zumal ich da gar nicht lang fackelte und wegen der Einsamkeit da halt so reinging wie Gott mich erschuf


Zudem gab es auch immer wieder erhebliche Steigungen, wo wegen des warmen Wetters der Schweiß in strömen floss.


Ich habe mich deshalb entschlossen heute etwas weniger zu fahren und lieber noch ausgiebig schwimmen zu gehen. Ich steuerte deshalb den CP in Keuruu an. Dort wurde mir bei Ankunft die Sauna angeboten. Da ich richtig verschwitzt war wollte ich dann doch lieber schwimmen gehen und anschließend duschen, Geschwitzt hatte ich heute genug.
Auch in Keuruu nahm ich mir wieder eine Hütte.

Die lag, wie überhaupt der ganze Platz wunderbar am See an einer kleinen Anhöhe.
Ich ging dann sehr lange schwimmen, was im laut Aushang in der Rezeption, 19°C warmen Wasser problemlos möglich war. Anschließemd gings unter die Dusche. Danach noch mit einer guten Dosis "Off" eingesprüht, denn auch hier gabs die Mückenplage.
Zum Nachtessen gabs heute zur Abwechslung mal Fleisch, welches ich mir zuvor im Supermarkt in Keuruu besorgt hatte. Im Anschluss gabs noch ein Bier beim Restaurant vom CP, außerdem funzte das WLAN dort ausgezeichnet, so dass ich mich auch mal selbst im Forum melden konnte.
Zum Abschluss des Tages machte ich noch einen kleinen Rundgang, dabei entstanden die folgenden Bilder:






94km, 600 Hm, Durchschnitt 20km/h, Hier die Strecke, Fortsetzung folgt.


@iassu: Den Skylightfilter habe ich nur zum Schutz draufgeschraubt.
von: Falk

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 23:17

Klasse, die Gegend kommt mir doch verdammt bekannt vor. Im Zug zwischen Haapamäki und Keuruu hatte ich vor zwölf Jahren ganz unangenehm Kontakt mit einem Pulverlöscher...

Die Ölkiespisten sind übrigens nur dann gut befahrbar, wenn sie nicht zu stark und vor allem nicht zu schnell befahren werden. Offenbar hast Du aber Schwein damit gehabt.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 23:49

Donnerstag, 14. Juni 2012 Orivesi - Kinnula

Habe wieder sehr gut geschlafen und wurde heute, im Gegensatz zum Vortag, wesentlich früher vom Wecker im Handy geweckt. Nach dem gewohnt reichhaltigen Frühstück ging es dann los.
In Keuruu liegt ein altes Dampfschiff, welches die dortigen Seen befährt.


Nach einem Einkauf ging es bei bestem Wetter endgültig los. Anfangs war der Verkehr noch etwas unangenehm.
Hinter Multia nahm dann der Verkehr wieder sehr stark ab. Mitten im Wald gab es plötzlich einen Rastplatz und was man in Finnland nun nicht unbedingt vermuten würde, eine richtige Stromschnelle.






So sah dann wenig später die Straße in Richtung Karstula mitten in der Wildnis aus:


Kurz danach wurde ich voll von einem Gewitter überrascht. Zum Anziehen der Regenjacke hatte es gerade noch so gereicht. Das war so als wenn man von jetzt auf nachher unter die Dusche geschoben wurde. Zum Glück hatte ich wasserdichte (Birkenstock)Sandalen an. Eigentlich hatte ich für solche Witterungen ein Paar Keen Arroyo Pedal dabei, aber zum Wechseln war absolut keine Zeit mehr. Gottseidank haben die Birkis die Flutung unbeschadet überlebt.
Viel mehr Sorge machten mir die doch zahlreichen Blitze, aber Schutz war in der Wildnis dort nirgends zu finden. So recht wohl war mir nicht und ich war froh, als das Gewitter in Karstula endlich vorbei war.
Ich war total durchnässt und fror doch ziemlich. Deshalb habe ich bereits über den Abbruch der heutigen Etappe nachgedacht. Da das Wetter aber wieder deutlich besser wurde und ich in einer erheblichen Steigung wieder auf Normaltemperatur kam, fuhr ich dann doch weiter. Wieder ging es über sehr einsame Straßen. Da kam, wenn überhaupt, höchstens alle 15min mal ein Auto vorbei. Außerdem schien die Sonne wieder und es war recht warm, so als ob nix gewesen wäre.
In einem kleinen Ort mit Namen Kivijärvi habe ich nochmals eingekauft. Eigentlich wollte ich heute Nacht an irgendeiner der zahlreichen Badestellen wild zelten, aber nach einer Weile zog wieder eine dunkle Wolke auf, aus der es verdächtig grummelete. Hinter Kinnula kam wie aus dem Nichts mitten in der Wildnis ein CP mit Hütten. Da das Zelten bei Gewitter nun nicht so ungefährlich ist, nahm ich mir dort wieder eine Hütte. Selbst das Wlan funzte dort in der Wildnis einwandfrei.



169km, 1000Hm, Durchschnitt 22km/h, Hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: nöffö

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 08:23

Wunderbar geschrieben, Jürgen, und super Fotos! Freue mich schon sehr auf die Fortsetzung. Was die Mücken angeht, war´s dieses Jahr hierzulande wirklich übel und erst seit knapp zwei Wochen kann man sich hier (Utajärvi) auch ohne Mückenhut / Off im Wald bewegen ohne anschliessend wie so´n entzündeter Streuselkuchen auszusehen.

Alles Gute,
Thomas
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 12:24

Freitag, 15. Juni 2012 Kinnula - Raahe

Habe auch diesmal ausgezeichnet geschlafen und das reichhaltige Frühstück gab es auch in der Botanik.
Zunächst ging die Fahrt wieder durch die gewohnte Landschaft über sehr einsame Straßen. Das sah alles genauso aus, wie die Tage vorher auch, deshalb verzichte ich hier auf weitere Bilder.
In Sievi habe ich in Unkenntnis der kommenden Strecke nochmals meine Vorräte ergänzt und ein paar Euronen brauchte ich auch noch. Die lieferte mir ein Geldautomat an einer Bank dort.
Eigentlich habe ich geglaubt, dass jetzt je weiter nördlich ich komme, die Gegend immer einsamer werden würde. Das war ein gewaltiger Trugschluss.
Ab Sievi hatte ich auf der 63 und auch auf der 86 massig Verkehr. Außerdem war das alles relativ dicht besiedelt und die Landschaft wurde obendrein recht eintönig und flach und war deutlich mehr durch Landwirtschaft geprägt.






Irgendwann hatte ich die Nase von dem massigen Verkehr auf der 86 voll und bin auf kleine Straßen ausgewichen. Auch wenn die unbefestigt waren, ließ es sich dort wesentlich entspannter fahren.


Mein Ziel für heute war der CP in Raahe. Auch dort nahm ich mir wieder eine Hütte. Wlan gabs keines, dafür aber massenweise Mücken. Nach den obligatorischen Spaghetti gings in die Falle.

191km, 350Hm, Durchschnitt: 22 km/h, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.


@nöffö: Mit dem Stechviehzeugs war das schon extrem. Ohne Off ging gar nix und längere Pausen waren unterwegs auch nicht möglich. Immer nur kurz anhalten, ein Schluck trinken und ne Banane einwerfen und gleich weiter, sonst wäre ich von den Mücken gefressen worden.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 13:25

Samstag, 16. Juni 2012 Raahe - Olhava

Habe wieder ausgezeichnet und recht lange, da ich die Weckfunktion im Handy nicht aktiviert hatte, geschlafen. Nach dem Frühstück in der tollen Küche des CP bin ich entsprechend wieder sehr spät gestartet, zumal ich wegen des bevorstehenden Sonntags auch noch einkaufen musste. Gleich nach dem Start gab es an den Radwegschildern wieder diese merkwürdigen Inschriften.


Was das wohl zu bedeuten hat?
Nun der Radweg dort war reichlich überflüssig, da auf der Straße der Verkehr gegen 0 ging. Dafür gabs in Raahe sehr fahrradfreundliche Radwege. Statt wie hierzulande alle 50m bei Einmündungen anhalten zu müssen und den Knopf der Bettelampel zu bedienen, ewig auf grün zu warten und wohlmöglich noch über hohe Gehwegkanten und enge Kurven geschickt zu werden sind dort die Radwege ganz gerade topfeben ohne jegliche Kanten ausgeführt. Das Sahnehäubchen waren die Kontaktschleifen im Radweg vor jeder Einmündung. Da wird dann sofort die Ampel für die Autos auf rot geschaltet und der Radfahrer bekommt freie Fahrt, selbst wenn man da sportlich und fix unterwegs ist. So etwas wäre im Autoland Deutschland selbstverständlich undenkbar.
Doch weiter zur Tour. Ich kam recht flott voran, zum einen weil die Strecke fast vollständig eben und es zum anderen fast ganz windstill war. Dafür war die Landschaft recht eintönig. Man konnte bereits am Freitag mit nem guten Feldstecher erkennen, wer Sonntag zu Besuch kommen würde.


Außerdem gabs auch noch Streckenabschnitte, die schnurgerade waren.


Zu allem Überfluss nahm dann kurz vor Oulu der Verkehr rapide zu. Ich hatte das bei meiner Planung gar nicht gepeilt, dass dort am Nordende des Bottnischen Meerbusen solch ein Ballungsraum ist.
Oulu war bei weitem nicht so Fahrradfreundlich wie Raahe. Das erinnert dann schon sehr stark an die Heimat, mit hohen Kanten an Einmündungen, enge Kurven und Radwege die durch ne Unterführung ins Nichts gehen.
Einen entscheidenden Unterschied gibts dann aber doch. Die Finnen fahren meistens viel langsamer und entspannter. Wenn man hier, wegen der unzulänglichen Radwege auf die Fahrbahn ausweicht wird man sofort angehupt, absichtlich total eng und in gefährdender Weise überholt. Dort ist mir derartiges niemals passiert. Allerdings war ich dann auch so fair, von Zeit zu Zeit mal rechts ran zu fahren um die Autos vorbeizulassen.
Oulu ist eine große Industrie und Hafenstadt, nix besonderes. Deshalb habe ich nur dieses eine Bild mit einem Riesenrad im Hintergrund.


Ich war froh, als ich aus der Stadt langsam wieder in ländliches Gebiet kam. Zunächst gings neben der E75 entlang, welche dort autobahnmäßig ausgebaut ist. Dabei gab es aber auch sehr gute Radwege, so dass ich wieder flotter unterwegs war, denn Radwege drücken den Schnitt ganz erheblich.
Wenig später kam ich dann an einen Fluss mit Badestelle.




Drüber führte diese aufwendige Brücke extra für Fussgänger und Radfahrer, toll.


Weiter fuhr ich dann in Richtung Kemi auf der E75, welche jetzt wieder eine gewöhnliche 2 spurige Landstraße war und von Rädern befahren werden darf. Der Verkehr reduzierte sich dabei auf ein erträgliches Maß, ausserdem gibt es dort einen breiten Seitenstreifen. Man kann da recht entspannt fahren, aber landschaftliche Höhgepunkte gibts da nicht :wacko: .
Kurz vor Olhava kam dann ein CP welchen ich ansteuerte, denn ich hatte für heute genug. Auch dort bezog ich wieder eine nette Hütte, ausserdem gibts jetzt mal einen Einblick in meine Lenkertasche, nun die Banane ist nicht mehr ganz taufrisch zwinker .


Ganz links war mein Handy, daneben Geldbörse und Ausweisdokumente, mein wasserdichter Ersatzfotoapparat, Ersatzakkus fürs Navi und rechts die Tasche, wo mein Fotoapparat drinsteckt, wenn er nicht gerade benutzt wird lach .
Das Mückenproblem war dort ganz extrem und noch durch Gnitzen, das sind so kleine Kribbelfliegen, welche in wolkenartigen Schwärmen vorkommen, verschärft. Diese Gnitzen überfallen einen regelrecht. Sie setzen sich hin und stechen sofort. Zum Glück bekommt ihr beim folgenden Bild, welches am Ufer des Bottnischen Meerbusens entstand, davon nix mit. Unter normalen Umständen hätte ich dort ganz sicher gebadet, aber durch das Ungeziefer hatte ich absolut keine Lust mich zu entkleiden und den Biestern auch noch zusätzliche Angriffsfläche zu bieten.


Trotz der Plage habe ich es heute im Gegensatz zum Vortag nicht versäumt, die Hütte abzulichten. Hier ist sie:


Getränkt in Off, genoss ich an der Rezeption noch ein Bier, schaute Fußball und war dank kostenlosem WLAN im Internet.

139km, 250Hm, Durchschnitt 20km/h, Hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 14:34

Sonntag, 17. Juni 2012 Olhava - Rovaniemi

Habe auch diesmal ausgezeichnet in der gemütlichen Hütte geschlafen. Auch heute gab es das übliche ausgedehnte Frühstück. Das ist auch ein entscheidender Vorteil der Hütte. Da hat man immer Stuhl und Tisch für die Mahlzeiten, denn nicht auf jedem CP gibt es in der Küche Sitzmöglichkeiten.
In der Nacht hat es wohl ziemlich geregnet, aber ich konnte im trockenen starten. Bei leichtem Rückenwind kam ich auf der E75 zügig voran.


Die Straße hatte weiterhin einen breiten Seitenstreifen und der Verkehr war erträglich. Bei Simo bog ich auf die 924 ab. Nun ging es in leichten Wellen langsam neben einem Flusslauf bergan. Der Verkehr nahm stark ab, bzw. war fast gar nicht vorhanden. Leider verschlechterte sich das Wetter. Ich durfte durch ein paar überaus heftige Schauer fahren
Bei Alaniemi bog ich dann auf die 923 ab. Jetzt wurde es einsam, dafür aber landschaftlich schön. Leider spielte das Wetter nicht mit.






Zu allem Übel hörte ausgerechnet bei diesem Wetter mitten in Botanik der Asphalt auf. Es begann eine Schlammschlacht hoch 3. Nur gut, dass ich breite 50iger Bereifung drauf hatte, denn mit schmalen 30iger oder noch schmaleren Reifen meines Crossers wäre ich da vermutlich verreckt. Immerhin hat mein Rad bei diesem Schlammbad eine gute Figur gemacht, denn es blieb alles funktionsfähig, sowohl Bremsen als auch Schaltung. Es hat zwar geknirscht, aber geschaltet hat noch alles, was mir fast wie ein Wunder vor kam.
Ich war froh, als ich in Koivukylä auf die 926 kam und damit wieder Asphalt unter den Rädern hatte. Ich sah aber unter aller Kajüte aus. Von meinen Beinen, Füßen und Schuhen war von der Farbe nix mehr zu sehen. Das Wetter wurde dafür wieder besser. Es war weitgehend windstill und sogar die Sonne kam raus. Ich suchte jetzt einen Zugang zum begleitenden Fluss, denn damit hätte ich wieder alles sauber bekommen. Der kam zunächst nicht, dafür ein Paar mit bepackten Rädern entgegen. Deren Räder waren tipp top sauber. Das war aber auch kein Wunder, waren sie doch gerade erst in Rovaniemi gestartet und auf dem Weg nach Helsinki. Nach einer kurzen Unterhaltung gings dann weiter und nach einer Weile gab es dann tatsächlich eine Rampe ins Wasser. Ich machte dort kurzen Prozess, nahm das Gepäck vom Rad und schob es ins Wasser, aber nur so tief, dass Naben und Tretlager nicht geflutet wurden. Ich hatte kaum damit begonnen das Rad vom Schlamm zu befreien, musste ich diese Aktion erst mal unterbrechen, weil ich von dem Stechviehzeugs überfallen wurde. Also bevor ich alles richtig sauber machte, erst mal mit "Off" eingesprüht. Als das Rad dann wieder sauber war, kamen nacheinander die Packtaschen dran.
Nach der Säuberungsaktion lief dann das Rad wieder ungleich besser. Ein paar Kilometern später die Kette geölt und alles war wieder gut.
Der Fluss in welchem ich das Rad gereinigt hatte wurde immer wieder aufgestaut und dabei Strom erzeugt. Dabei gab es recht große Seen. So sah das dort kurz vor Rovaniemi aus:




In Rovaniemi kam ich gleich mal an einem auch am heutigen Sonntag geöffneten Supermarkt vorbei. Prima, so konnte ich gleich meine Vorräte ergänzen. Als nächstes fuhr ich zum Campingplatz. Dort stand in der Einfahrt eine lange Schlange an Wohnmobilen und auch sonst war es durch die Stadtnähe und damit verbundenem Verkehr alles andere als ruhig. Zu allem Überfluss gab es auch keine Hütten.
Deshalb bin ich zum anderen CP, wenige Km außerhalb gefahren. Das war goldrichtig. Dort gab es eine tolle Hütte mit Dusche und WC drin und Bettzeug, Handtüchern, eben alles inclusive für gerade mal 43€ pro Nacht. Hier war es ungleich ruhiger und weit weniger rummelig, dafür musste ich allerdings etwa 20min mit dem Rad bis in die Innenstadt fahren. Das nahm ich aber gerne in kauf.

162km, 500Hm, Durchschnitt 20km/h, hier die Strecke.


Montag, 18. Juni 2012, Ruhetag in Rovaniemi

Heute habe ich es recht langsam angehen lassen, hatte ich doch am heutigen Ruhetag alle Zeit der Welt. Hatte in der Luxushütte sehr gut und auch lange geschlafen. Nach dem reichhaltigen Frühstück ging es dann als erstes in die Stadt. Ich musste dringend einkaufen. Da ich am gestrigen Tag nicht mehr waschen konnte, benötigte ich dringend noch ne frische Unterhose träller lach. Die bekam ich im Kaufhaus gleich im Doppelpack, so dass ich jetzt 2 finnische Unterhosen im Bestand habe.
Da es wieder mal wie aus Eimern goss, fuhr ich direkt zum Weihnachtsmann. Nichtwissend, dass es wenige km weiter am Polarkreis noch mehr Weihnachtsgedöhns gibt, habe ich den Santa Park besucht. Dieser Park befindet sich in einer gigantischen Höhle und man muss einen gesalzenen Eintrittspreis bezahlen.






Es gab auch so etwas wie das Magic Ice in Svolvær:








Von außen sieht das dort so aus:


Nach Rückkehr am CP konnte ich sofort meine Wäsche waschen und auch trocknen. In der Zwischenzeit gabs in der Hütte Kaffee und Gebäck.

Zum Nachtessen gabs heute zu den Spaghetti auch eine Hackfleischsoße, denn wenn ich irgendwo unterwegs war, habe ich natürlich nie Hackfleisch ungekühlt mitgenommen, aber hier waren die paar Km vom Supermarkt zur Hütte natürlich kein Problem.
Da die Hütte auch mit einem Fernseher ausgestattet war, konnte ich mir nach dem Nachtessen noch die Fußball EM anschauen. Außerdem hatte ich mich entschieden aufgrund des Wetters und weil ich auch das Arktikum besuchen wollte, eine weitere Nacht in der schönen Hütte zu verbringen

25km, Durchschnitt 18km/h, Höhenmeter bedeutungslos.


Dienstag, 19. Juni 2012, Ruhetag in Rovaniemi

Wie am Vortag, ließ ich es auch heute ruhig angehen. Nach dem stets ausgedehnten Frühstück gings wieder in die Stadt. Diesmal sogar ohne Regen.
Als erstes habe ich die Skisprungschanzen im Bild festgehalten.


Danach war dann der Blick über den Fluss auf die Stadt dran.




Wenig später erwischte ich einen langen Güterzug in Doppeltraktion vor der Kirche. Der kam so überraschend, dass mir leider nur mäßige Aufnahmen gelungen sind.




Im Anschluss fuhr ich dann einmal quer durch die Stadt.




Mein Ziel war das Arktikum. Dabei handelt es sich um eine interessante Ausstellung über die Arktis. Sie behandelt das Leben dort, Fauna, Flora, die Tierwelt, das Klima, Geologie usw. Auch eine große Abteilung, welche sich dem Nordlicht widmet ist dabei. Am Rande wird auch die Geschichte von Rovaniemi behandelt.
Hier ein paar Eindrücke:




















Nach dem ausgedehnten Rundgang durch die tolle Ausstellung steuerte ich zum Abschluss noch die Cafeteria an. Dort bekam ich bislang den besten Kaffee auf dieser Reise. Frisch aus dem Automaten, fast wie zu Hause.
Jetzt ging es nochmals ins Einkaufszentrum, wollte ich mir doch noch was fleischiges zum Nachtesssen besorgen. Ich habe mich für Schnitzel Wienerart, Pommes und Gemüse entschieden. Schließlich hatte ich in der Hütte alle Möglichkeiten.
Die Rückfahrt zur Hütte musste ich im strömenden Regen zurücklegen, denn es hat an diesem Tag, seit ich das Arktikum betreten hatte, fast ununterbrochen geregnet.
Hier jetzt ein paar Bilder der Luxushütte:




Die Schnitzel in der Pfanne bäh :


Nasszelle:




von außen:

So sieht dort die Zeltwiese aus, die Hütten stehen außen drumherum:


Blick vom Fenster der Hütte aus über den Fluss:


16km, Durchschnitt: 17km/h, Höhenmeter unbedeutend, Fortsetzung folgt.
von: veloträumer

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 14:43

In Antwort auf: Jim Knopf
Habe wieder ausgezeichnet und recht lange, da ich die Weckfunktion im Handy nicht aktiviert hatte, geschlafen.

Auf Radreisen bin ich eigentlich immer früh wach - quasi mit oder kurz nach der Dämmerung. Ist das bei dir grundsätzlich anders oder hat das ggf. mit der langen Helligkeit bzw. den kurzen Nächten im Sommer des Nordens zu tun?

Schöne Bildchen sind es geworden und ein ebenso flotter, kurzweiliger Bericht wie deine Fahrweise zwinker - aber soviele Geraden, Ebenen und Mücken könnten mich dann doch nicht wirklich dahin locken.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 17:18

Mittwoch, 20. Juni 2012 Rovaniemi - Petkula

Habe auch die letzte Nacht in der Luxushütte ganz hervorragend geschlafen, bin aber im Gegensatz zu den Tagen zuvor früher aufgestanden, so dass ich zeitig starten konnte. Nach dem gewohnten Frühstück ging es dann auch zeitig los. Ist auch ein großer Vorteil wenn man kein Zelt abbauen muss bäh .
Bereits nach kurzer Zeit erreichte ich den Polarkreis.




Hier steppte so richtig der Bär, ähm Weihnachtsmann cool.




Von hier aus ist es näher nach Moskau, als nach Berlin träller :




Nun ging die Tour an diesem Tag erst richtig los. Der Verkehr nahm rapide ab und die Straße ging wellenförmig auf und ab, wobei die Anstiege zwar kurz, aber heftig sein konnten.
An einer Tankstelle mit angeschlossenem Supermarkt und Cafe standen zwei Räder mit Gepäck. Ich stellte mein Rad dazu und genehmigte mir ebenfalls einen Kaffee und traf die Besitzer der Räder. Es waren 2 Deutsche, welche von Kirkenes nach Helsinki unterwegs waren.
Der Mann benötigte in Kirkenes noch ein neues Vorderrad, weil SAS das alte im Flieger geschrottet hat. Ich fliege mit meinem Rad genau aus diesem Grund nur sehr ungern und vermeide es nach Möglichkeit ganz. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Rad am Zielort beschädigt ankommt ist einfach viel zu hoch, da einfach unsachgemäß umgegangen wird und z.B. das ganze Gepäck draufgeladen wird. Ich hätte für mein Rad in Kirkenes niemals ein gleichwertiges Laufrad bekommen.
Deshalb reise ich lieber mit Bahn und Schiff. Da lade ich mein Rad selbst ein. Da kann so gut wie nix passieren.
Nach dem Erfahrungsaustausch über die jeweils zu erwartende Strecke gings weiter.
Wenig später traf ich auf einen Österreicher. er war unterwegs zum Nordkapp. Mit ihm unterhielt ich mich nur von Rad zu Rad und zog anschließend weiter.
Mitten in der Botanik gabs eine Raststätte mit WLAN. Die Chance nutzte ich, war im Internet und trank bei der Gelegenheit gleich noch einen Kaffee.
Kurz vor Sodankylä wurde die Straße ungewöhnlich breit. Nicht schwer zu erraten, dass dieses Teilstück auch als Landebahn dienen könnte.




In Sodankylä kaufte ich nochmals ein und setzte meine Reise fort. Mir war das dort für eine Übernachtung noch zu früh, außerdem war es (noch) trocken und ich wollte lieber noch ein paar Km fahren.
Wenig später kam ich auf einem erstklassigen Radweg an einem gewaltigen Stausee vorbei.


Leider begann es auch wieder zu regnen und ich musste in meine Regenbekleidung steigen. Das hatten wir doch lange schon nicht mehr bäh .
Ich fuhr so auf der E75 bei fast gar keinem Verkehr immer weiter und die Gegend wurde immer einsamer. Ich machte mich schon auf eine Nacht in der Wildnis im Zelt gefasst, was ja auch kein großes Problem gewesen wäre, aber bei Petkula kam dann doch noch ein CP. Sogar eine Hütte war verfügbar. Der Platz war absolut spartanisch, mit Plumsklo, aber mit warmer Dusche. Auch eine Küche gabs. Damit war alles im grünen Bereich.

161km, Durchschnitt 22, 300 Hm, hier die Strecke.



Donnerstag, 21. Juni 2012 Petkula- Ukonjärvi

Habe die letzte Nacht nicht ganz so gut geschlafen. Nach dem wie immer reichhaltigen Frühstück ging es dann los. Es war zwar stark bewölkt, kühl aber immerhin trocken. So sah es an der Einmündung der Nebenstraße von Petkula auf die E75 aus:




Kaum auf der E75 fuhr ich auf 2 schwerbeladene Radfahrer auf. Es waren Deutsche und schon seit Monaten unterwegs und deshalb auch mit deutlich mehr Gepäck unterwegs als ich. Sie haben für die Rückfahrt nach Deutschland noch bis September Zeit. Echt beneidenswert. Ich habe mich mit ihnen eine ganze Zeit lang unterhalten und schließlich noch Bilder gemacht. Hier ihre Homepage.




Ich gab dann wieder Gas, schließlich wollte ich heute noch den von Renate empfohlenen CP am Ukonjärvi erreichen. Zu den nicht unerheblichen Steigungen kam noch ein übeler z.T. auch heftiger Gegenwind. Auch begann es wieder stärker zu regnen, so dass ich wiederum in die Regenbekleidung schlüpfen musste.


Etwa 30km vor Ivalo ging es über einen kleinen Pass. Oben war bei Sturmböen nur noch etwa 2°C, so dass ich befürchten musste, dass der Regen noch in Schnee übergehen würde. Das war zum Glück nicht der Fall, sondern es folgte eine lange Abfahrt und auch der Regen hörte wieder auf


In Ivalo kaufte ich nochmals ein. Dort war lt. Anzeige am Supermarkt auch nur 5°C. Danach fuhr ich direkt zum Ukonjärvi und kam dort ziemlich fertig an. Die dauernde Nässe bei den tiefen Temperaturen haben mich geschafft. Ich nahm mir eine nette Hütte mitten im Wald. Bei der Anmeldung war ich kaum in der Lage das Anmeldeformular auszufüllen, so steif waren meine Hände.
Nach einer warmen Dusche kamen dann in geselliger Runde in der gemütlichen Küche des CP bei Spaghetti und Tomatensoße die Lebensgeister wieder zurück. Es wurde in der netten Runde sogar recht spät bis ich mich, natürlich wieder im heftigen Regen, zur Nachtruhe in die Hütte begab.

139km, Durchschnitt 18km/h, 650Hm, hier die Strecke.


Freitag, 22. Juni 2012 Ukonjärvi, Ruhetag

Da das Wetter weiterhin mehr als mies war, hatte ich mich bereits am Vorabend entschieden, heute nochmals einen Ruhetag einzuschieben. Entsprechend lang habe ich heute geschlafen. Nun versäumt habe ich zwischenzeitlich dort im Wald wohl eher nix, denn es goss nach wie vor wie aus Eimern.
Nach dem heute noch ausgedehnteren Frühstück ging ich zur Rezeption und verlängerte meinen Aufenthalt um einen weiteren Tag. Danach hörte es tatsächlich auf zu regnen. So fuhr ich mal eben mit dem Rad nach Ivalo zum Einkaufen. Im Anschluss gabs dann heiße Schokolade mit Waffeln und Keksen.
Zum Nachtessen gönnte ich mir heute mal Renntier im dortigen Restaurant. Das war extremst lecker und mal was anderes als die ständigen Nudeln, welche mir wohl so langsam aus den Ohren gekommen sind.
Im Anschluss gabs noch das EM-Spiel von Deutschland gegen Griechenland zu sehen, welches die Deutschen mit 4:2 für sich entscheiden konnten.
Zum Abschluss des Tages fuhr ich nochmals zum See runter. Ich machte dort wegen der Weitläufigkeit der Anlage übrigens alle Wege mit dem Rad. Am See gab es eine ganz tolle Stimmung.




In diesem Gebäude befand sich die für Finnland obligatorische Sauna:


22km, Durchschnitt 20Km/h, 130Hm, Fortsetzung folgt.

@veloträumer: Ich schlafe einfach gerne länger, auch hier zu Hause. Das liegt wohl auch in meinem Beruf begründet. Ich muss bei Frühschichten oft zwischen 1 und 3 Uhr am Morgen aufstehen. Natürlich hat auch die dauernde Helligkeit dort im Norden das eher noch verstärkt, da ich bei den oft tollen Lichtstimmungen nie so schnell ins Bett gefunden habe.
von: Rennrädle

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 17:51

Hallo Jürgen,

ich bin über die relativ günstigen Preise für die Hütten überrascht.

Waren die Hütten für 2 Personen und werden sie pro Hütte oder pro Person berechnet?

Ist Finnland eher günstiger als Norwegen?

Gruß Rennrädle
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 18:37

Samstag, 23. Juni 2012 Ukonjärvi - Sevettijärvi

Habe sehr gut geschlafen und habe mich prompt mit einem weiteren Radreisenden aus Österreich sowie einem deutschen Paddlerpaar in der gemütlichen Küche verhockt.
Los ging es bei besten äußeren Bedingungen und auch landschaftlich fand ich die Strecke wunderschön.






Man beachte den einsamen Baum auf der Insel:


Die Strecke war dabei alles andere als eben und einfach nur traumhaft schön


In Inari nutzte ich die Chance des Supermarktes zum Einkauf, denn soviel stand fest, auf der folgenden Strecke würde so schnell nix mehr kommen. Nach dem Einkauf genehmigte ich mir auf der Terrasse des gegenüberliegenden Motels noch eine heiße Schokolade mit Waffeln und nutzte das freie WLAN, um mich hier zu melden.

Einige Km hinter Inari fuhr ich dann wieder restlos in die Einsamkeit. War schon auf der E75 nur mäßig was los, ging der Verkehr auf der 971, auf welche ich nun abbog gegen null.
Hier der Abzweig:


Leere Straße:




Kleiner See mitten in der Botanik:


Den Inarisee konnte man zwar öfters durch die Bäume, aber meistens nur kurz sehen. Es gibt nur wenige Stellen, an welchen man einen freien und ungestörten Blick hat:




In Servettijärvi hatte ich genug und nahm mir auf dem dortigen CP eine sehr schöne Hütte. Das ging dann mehr mit Händen und Füßen, weil der Vermieter weder Englisch, noch Deutsch sprach und mein Finnisch gegen null geht bäh .
Aber auch mit Händen und Füßen und per Zeichensprache hat das alles bestens gefunzt. Es war ein sehr schöner Platz in wunderbarer Natur, wenn nur dieses Stechviehzeugs nicht gewesen wäre träller .
Ohne die übliche Ladung "Off" nach dem Duschen ging da nix.
Hier meine Hütte:

Blick über den Platz und auf den See:








140km, Durchschnitt 21 Km/h, 600Hm, hier die Strecke.



Sonntag, 24. Juni 2012 Sevettijärvi - Vestre Jakobselv

Habe auch diesmal sehr gut geschlafen, war aber dennoch recht früh wach. Noch früher war allerdings das Paar aus Erlangen, welches ich bereits kurz hinter Petkula traf, dran. Mir war bereits am Vorabend deren Räder aufgefallen und wusste deshalb, dass sie auch hier nächtigten. Zu einer Unterhaltung kam es leider nicht, da sie bereits den Platz verließen als ich erwachte.
Nach meinem gewohnt üppigen Frühstück konnte ich heute bei besten Bedingungen starten.


Kurz vor der Grenze zu Norwegen gab es eine Tankstelle und auch einen am Sonntag geöffneten Supermarkt. Die Chance nahm ich natürlich sofort wahr und kaufte das letze Mal für längere Zeit mit Euronen ein bäh .

Wenig später kam ich an die Grenze. Dort sah es so aus:




Ein Zaun mit Viehgatter in der Straße, sonst nix, gar nix und auch bei der Zollstation welche ich kurz darauf passierte, sah ich niemanden der sich um meine Einreise nach Norwegen interessierte.
Ich war am Ziel meiner Träume angelangt. Ich war in Norwegen in der Finnmark. Das machte sich dann auch sogleich bemerkbar, denn die Anstiege wurden länger und auch steiler. Die Landschaft war atemberaubend und einfach riesig. Fast so wie in USA oder Kanada.






Die Entfernungen sind dort oben gewaltig:


Außerdem ist es dort oben extremst einsam:


Außer wenigen Häusern an den Enden von Buchten...

...gabs da nix. Keine Tankstellen Supermärkte und auch keine Geldautomaten. Ersteres war mir völlig wurscht, mit zweitem konnte ich gut leben, da ich ja noch in Finnland einkaufen konnte, aber wegen letzterem machte ich mir schon ein wenig Sorgen, schließlich wollte ich am Abend wieder ein Dach über dem Kopf haben und ob man da mit Kreditkarte bezahlen würde können musste einstweilen offen bleiben zwinker .
Zwischen den einzelnen Buchten musste immer wieder kleine Passe überwunden werden, was mir viel Spaß bereitete. Ich fahre lieber in welligem oder gar bergigem Terrain, als in einer langweiligen Ebene.




Es gab auch immer wieder sehr gepflegte Rastanlagen mit Windschutz:


Mir hat das dort ausgesprochen gut gefallen, trotz oder eben wegen der vielen Steigungen.


Dabei war mein anvisiertes Ziel Luftlinie gar nicht weit entfernt und befand sich hier ziemlich gegenüber auf der anderen Seite des Varangerfjords, aber um den musste ich einmal drumherum fahren.


Bereits auf der anderen (Nordseite) des Varangerfjords entstanden die folgenden Aufnahme mitten in der Wildnis mit einer einsamen Kirche.






Vermutlich weil ich die Kirche einfach rechts liegen ließ schickte mir Petrus auf den letzten 20km einen abartigen Gegenwind. Das war richtig hart und ich war froh, endlich den CP in Vestre Jakobselv erreicht zu haben. Hier bekam ich wieder eine klasse Hütte, welche ich zum großen Glück mit meiner Kreditkarte bezahlen konnte. Da fiel mir mehr wie ein Stein vom Herzen, es waren schon richtige Felsmassive. Bargeld kann man nämlich auf dem ganzen Weg von der Grenze bis hierhin nirgends erhalten.

159km, Durchschnitt 19km/h, 900Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.

@Rennrädle: Der Preis ist immer für die ganze Hütte. Die meisten Hütten waren für 2 Personen, hatte gelegentlich auch Hütten für 4 Personen. Je mehr Personen gemeinsam in solch einer Hütte übernachten, desto günstiger wird das dann.
Norwegen ist deutlich teurer als Finnland. Es kommt zu den ohnehin höheren Preisen noch der schlechte Wechselkurs der norwegischen Krone hinzu. Der Euro hat nämlich allein in den letzten 2 Jahren 25% an Wert gegenüber der Krone verloren. Finnland hat den Euro. Da sind die Preise zwar auch höher als bei und aber immer noch deutlich niedriger als in Norwegen.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.08.12 20:50

Montag, 25. Juni 2012 Vestre Jakobselv - Berlevåg

habe auch die erste Nacht in Norwegen ausgezeichnet und lange geschlafen. Nach dem Frühstück, dass dies bei mir immer üppig und reichhaltig aussfällt, dürfte der aufmerksame Leser mittlerweile mitbekommen haben bäh , habe ich mich auf den Weg nach Vardø gemacht.
In Vadsø konnte ich endlich an einer Minibank Kronen ziehen und auch gleich nochmals einkaufen. Hier ein paar Bilder aus Vadsø:












Neben dem bekannten Luftschiffsmast ist auch das Rettungsboot zu sehen. Obwohl Hauptstadt der Fylke Finnmark, gibt Vadsø meiner Meinung nicht viel her, sonst hätte ich entsprechende Aufnahmen gemacht.
Dafür war die Landschaft, durch welche ich nun fuhr einfach atemberaubend schön. Mir fehlen da einfach die Worte und die Bilder können das gar nicht richtig rüber bringen.






Die mittlere Aufnahme ist das einzige Bild was ich auf der ganzen Reise habe machen können, wo die Rentiere einigermaßen drauf sind. Denn im Gegensatz zu Automobilen habe Rentiere vor Zweiradfahrern eine panische Angst. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man bedenkt dass sie von Motorrädern aus gejagt werden. Um den Unterschied zwischen Motorrad und Fahrrad feststellen zu können sind die Viecher zu blöd grins .
Leider hatte ich auch heute wieder den enormen Gegenwind von gestern Abend, welcher sogar noch zunahm. Die Festung in Vardø würde ich mir wohl abschminken können. Hoffentlich würde ich es bis um 17 Uhr zur Abfahrt der Trollfjord bis Vardø schaffen. Leider war mir mein GPS-Gerät hierbei keine Hilfe, denn im Gegensatz zu meinem alten 60iger konnte mir mein Dakota keine plausible Ankunftszeit in Vardø geben. Das war ein großes Ärgernis. Aber Aufgrund meiner Durchschnittsgeschwindigkeit und der Reststrecke, welches das Gerät glücklicherweise korrekt anzeigte, konnte ich mir meine Ankunftszeit selbst errechnen. Es würde reichen, aber für die Festung zu knapp werden.
Unterwegs gabs dann noch kurioses. Wohnwagen auf norwegisch zwinker :


Ansiedlungen mit relativ zahlreichen Häusern...

...wechselten sich mit absolut einsamen Streckenabschnitten ab




Fast wie aus dem Nichts tauchte an einem kleinen Flusslauf dieser Ort auf:


Es gab zum Gegenwind auch immer wieder kleine Anstiege und interesante Gesteinsformationen.




Kurz vor Vardø stieg die Straße mit einer satten und langen Steigung auf fast 150m an. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Normalerweise ist das ja kein Problem, aber unter Zeitdruck ganz großer Mist. Deshalb zog sich das dann auch hin.Immerhin konnte man die Trollfjord bereits deutlich aufkommen sehen und ich hing mit meinem Panzer bei Gegenwind in der bescheidenen Steigung entsetzt .


Als ich endlich oben auf der Höhe war, konnte ich voraus bereits Vardø ausmachen, aber die Trollfjord war bereits querab von meinem Standpunkt.




Das Schiff war wohl leicht verspätet und bis zur Abfahrt würde mir noch eine gute Stunde bleiben, was völlig ausreichend war.
Hier nochmals ein Blick auf Vardø, kurz vor dem Tunnel, welcher den Ort mit dem Festland verbindet.


Der Tunnel war auch mit dem Fahrrad kein großes Problem, obwohl die Rampe von der Tunnelsohle zum Ausgang sich schon ein wenig in die Länge zog.
Der Tunnel endet fast mitten in Vardø. Ich kam dort ziemlich zeitgleich mit der Trollfjord an.






Als ich am Schiff ankam machte sich die Paxe gerade auf den Weg zur Festung. Ich konnte direkt über den Fahrstuhl ins Autodeck fahren. Im Anschluss zur Rezeption die Passage bezahlt und Ausschau nach einem Forumsmitglied des Hurtigforums gehalten, welches sich dort an Bord befand. Leider kam ein Treffen nicht zustande.

Das Auslaufen habe ich dann von Deck 6 aus erlebt.




Bin dann in die Cafeteria und habe mir als erstes Kaffee mit ner Waffel besorgt. Im Anschluss auch gleich noch Nachtessen. Ich gönnte mir ein Entrcote mit Bier dazu. Man gönnt sich ja sonst nix. Inzwischen hatten wir Båtsfjord angelaufen.
Dieses Modell steht dort an Bord:


Nun ging es beschleunigt an Deck, bereits ein ganzes Stück hinter Båtsfjord.






Danach habe ich mich erst mal um die Bleibe für die kommende Nacht gekümmert. Sehr hilfreich war dabei das freie WLAN an Bord. Damit konnte ich mir die Telefonnummer des Berlevåg Pensjonat im Internet holen und mit einem Anruf mir das letzte freie Zimmer sichern.

Währenddessen war bereits Kjølnes querab und die Tetrapoden Molen bereits voraus.




Für mich wurde es deshalb Zeit das Fahrrad im Autodeck aufzusuchen. Da Schiffe an Berlevåg gerne mal vorbeifahren, hatte ich bereits kurz hinter Båtsfjord meine Austiegswunsch an der Rezeption geäußert.
Hier noch ein Nachschuss auf die Trollfjord nach dem ich das Schiff wieder über den Aufzug verlassen hatte.


Sofort fuhr ich zur Pension, denn dort wurde ich bereits erwartet. Ich bekam sofort mein Zimmer und sämtliche Örtlichkeiten gezeigt. Ich verstaute alles im Zimmer und ging sofort wieder zum Hafen runter.
Mittlerweile lag bereits die nordgehende Kong Harald am Kai.


Da sich die Abfahrt leicht verzögerte noch ein Blick in die Gegenrichtung. Das blaue Haus, leicht links im Bild mit den Wohnwagen davor, war meine Unterkunft.


Schließlich legte die Kong Harald doch ab.






Im Anschluss gings dann direkt in die Dusche und danach in die Falle.

97km, Durchschnitt 15km/h, 500Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: Buggi1966

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 22.08.12 00:30

Ein toller Bericht und Super Fotos grins
Weiter so

Grüße von einem Neuen den das Fernweh gepackt hat

Buggi
von: Morlock

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 22.08.12 01:50

Klasse Bericht, schöne Bilder!
von: otti

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 22.08.12 09:06

Hallo Jürgen,

Du kannst mir hundert Bilder von finnischen Wäldern und Seen zeigen. Finnland ist ein tolles land, keine Frage. Aber wenn ich Deine Bilder von Norwegen sehe, geht mein Herz auf. Das ist genau das, was ich auf meinen jährliche Nordlandreisen mit dem Rad suche und fast immer finde. Der weite Blick, die klare Luft, die unglaubliche Landschaft. Einfach genial.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 22.08.12 14:13

Dienstag, 26. Juni 2012 Berlevåg - Båtsfjord

Habe in dem zwar einfachen aber trotzdem tollen Zimmer sehr gut geschlafen. Frühstück brauchte ich heute ausnahmsweise mal nicht selbst zu machen, denn das gabs in der Pension. Das war gut und sehr reichhaltig, auch mit Brötchen. Auch sonst hat mir das dort ausgezeichnet gefallen. Gerne wäre ich noch eine weitere Nacht dort geblieben. Leider war das aber nicht möglich, da für die kommende Nacht kein Zimmer mehr frei war. Zum Zelten hatte ich keine Lust, zum einen wegen der dauernden Nässe und außerdem bewegten sich die Temperaturen im unteren einstelligen Bereich. Zum Einbringen der Heringe hätte ich wohl auch noch eine Bohrmaschine benötigt.
Hier ein paar Aufnahmen meines Zimmers, der Pension und der Campingwiese:










Schweren Herzens fuhr ich dann bei mäßigem Wetter bei der Pension ab. Zunächst war natürlich als erstes eine ausführliche Rundfahrt durch den Ort an der Reihe. Dorthin kommt man wegen der kurzen Liegezeit der Schiffe bei einer gewöhnlichen Hurtigrutenreise bedauerlicherweise niemals traurig .
Als erstes mal ein Blick über den Hafen:








Dann die Kirche von Berlevåg. Leider war sie geschlossen, deshalb nur das Bild von außen:


Blick von dort oben über den Ort:




Denkmal an der Kirche:


Hauptstraße von Berlevåg:




Marktplatz mit Rathaus und Wegweiser:


Nun ging es zunächst immer entlang der Küste los. Und wie. Dieser Streckenabschnitt sollte die Strecke von gestern noch bei weitem übertreffen. Das ist einfach nur Wahnsinn, was die Natur dort hingebaut hat.








Bereits nach kurzer Zeit erreichte ich das Leuchtfeuer von Kjølnes. Es versteht sich von selbst, dass ich den kleinen Abstecher machte, um direkt dorthin zu gelangen. Dort war allerdings alles so ziemlich tot wie es toter eigentlich nicht sein konnte. Die Häuser standen allesamt leer und es sieht so aus, als ob dort so langsam alles verfällt. Fast schon ein Wunder, dass der Leuchtturm noch in Betrieb ist. Hier die Bilder:














Im Anschluss konnte ich dann sogar im trockenen weiterfahren und mich meiner Regenkleidung entledigen. Der Verkehr war noch weniger als am Vortag und beschränkte sich im wesentlichen auf den Linienbus und ein bis 2 LKW und ganz wenige PKW. Die Landschaft war dafür umso genialer, aber schaut selbst:












Mitten in der Wildnis stand diese Hütte:


Bizarre Felsformationen:




Plötzlich wie aus dem Nichts eine Ansiedlung:




Dann kam mit Kongsfjord sogar so etwas wie ein richtiger Ort. Mittlerweile leben auch wieder einige Menschen hier, nachdem der Ort in der Vergangenheit wohl schon ganz verlassen war. Vor dem Ausbau der Molen in Berlevåg war Kongsfjord sogar Anlaufhafen der Hurtigrute. So sieht das dort aus:


von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 22.08.12 14:14

Hinter Kongsfjord stieg die Straße dann in einer sehr langgezogenen Steigung allmählich auf das Kongsfjordfjell. Die Steigung war aber so moderat, dass ich noch gut auf dem mittleren Blatt fahren konnte und der Tacho auch fast immer 2 stellige Geschwindigkeiten anzeigen konnte.
Die Landschaft war dabei unglaublich. Ich musste mich schon fast zwicken um festzustellen, ob ich mich in der Wirklichkeit befand.










Die Strecke stieg, wie auf dem Schild zu lesen auf 326m an. Das war natürlich zu den 1440m des Sognefjellveien, welchen ich vor 2 Jahren gefahren bin, fast gar nix, aber hier war das nochmals eine ganz andere Geschichte. Zumal es dort oben einen absolut heftigen Wind von schräg Hinten und später auch von der Seite hatte.


Solche Rastplätze wie diesen gab es dort zu hauf.


Hier wäre ich bei besserem Wetter rechts abgebogen und über Tana Bru und das Ifjordfjell auf die Nordkynn gefahren. Da aber für die nächsten Tage grundsätzlich immer nördliche Windrichtungen mit erheblicher Windstärke vorausgesagt war und zudem die Temperaturen extrem niedrig waren, bin ich vernünftigerweise links nach Båtsfjord abgebogen.


Die Schneemassen haben meine Entscheidung bestärkt:


Die Schranke lässt erkennen, dass die Straße vor allem im Winter, zeitweise unpassierbar ist.


Noch ne Menge Schnee direkt neben der Straße:




Karge Landschaft und jdede Menge Wind. Wenn dort ein LKW, Wohnmobil oder sonst ein größeres Fahrzeug entgegenkam, habe ich vorsichtshalber angehalten, weil sonst die Gefahr bestand, dass es mich trotz der Gepäckmenge von der Straße geweht hätte.








Rampe direkt in die Wolken. Da kam dann schon Mal die kleinste Über, bzw in diesem Falle Untersetzung zum Einsatz.


Wieder eine einsame Hütte:


Wenig später fuhr ich direkt in die Wolken. Zuerst dachte ich, dass da noch ein kräftiger Regenschauer kommen würde, aber es handelte sich nur um Nebel, bzw. Wolken.


Nach einer schönen langen Abfahrt, wobei ich das erste Stück noch recht vorsichtig im dicken Nebel fahren musste, gelangte ich nach Båtsfjord. Dieser Ort ist gar nicht so klein, wie es von Bord der Hurtigrutenschiffe den Anschein hat.
Hier ein paar Bilder:












Ich war jetzt reichlich früh hier, denn bis zur Abfahrt um 20.30 Uhr waren es fast noch 2 Stunden. Erst nach längerem Suchen fand ich einen Supermarkt mit angeschlossenen Narvesen, wo ich mich an einem Kaffee aufwärmen konnte. Den Supermarkt hatte ich schon gesehen, aber die Geschichte mit dem Narvesen übersehen.

Pünktlich um 20 Uhr traf die südgehende Kong Harald ein und machte sich mit dem Signal für das südgehende Schiff, nämlich lang-lang-kurz-lang, lautstark mit dem Typhon bemerkbar.




Wiederum war es kein Problem über den Fahrstuhl ins Autodeck zu gelangen. Im Anschluss ging es wieder zur Rezeption, wo ich meine Passage bezahlte. Ich kenne mich dort an Bord bestens aus, habe ich doch mit diesem Schiff 2006 meine erste komplette Rundreise auf der Hurtigrute gemacht. Damals trug das Schiff noch die Farben der TFDS am Schornstein.
Ich ging derweil in die Cafeteria und habe dort zur Nacht gegessen. Diesmal war Geschnetzeltes dran.
Als ich fertig war und nach einem kleinen Rundgang, waren wir wieder unmittelbar vor Berlevåg.


Da wir rückwärts am Kai zur Molenseite anlegten, war es nicht schwer zu erraten, dass das nordgehende Schiff, welches an dem Abend mit der Lofoten das älteste Schiff in der Route war, gleichzeitig dort festmachen würde. Kurz darauf kam die Lofoten bereits in den Hafen gedampft. Das geht aber nur bei sehr wenig Wind. Sonst muss immer ein Schiff draußen warten und die Begegnung findet vor den Molen statt.








Im Anschluss gabs dann noch einen richtigen Kaffee in der Cafeteria, denn die Kong Harald hat sogar einen richtigen Automaten. Hier die Beweisfotos:




Noch ein paar Bilder der Cafeteria:




Danach setzte ich mich an einen Compi und war erst mal ausgiebig im Internet. Die Nachtruhe fiel heute weitestgehend aus.

98km, Durchschnitt 18km/h, 700Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: Radlertulpe

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 22.08.12 15:14

Hallo Jürgen,
die Gegend kenne ich von meiner Skandinavientour 2009. Bist du in Kongsfjord auch in kleinen Tante Emma Laden eingekehrt, der zugleich Museum und Restaurant ist ? Dieser liegt direkt an der Hauptstrasse und ist gar nicht zu übersehen.
Klasse Bericht, tolle Bilder, da kommt Fernweh auf.
Gruß Mario
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 23.08.12 13:24

Mittwoch, 27. Juni 2012 Kjøllefjord - Gamvik

Nachdem ich ausführlich am schiffseigenen PC im Internet und auch hier drin war, ging ich noch ein wenig in den Panoramasalon, der um diese Uhrzeit fast völlig leer war. So etwas übernächtigt, war es mir draußen auf Deck 5 einfach nicht warm genug und hätte noch eine dickere Jacke benötigt, die war aber unzugänglich in der Fahrradtasche im Autodeck.
Kurz vor Kjøllefjord ging ich aber nochmals über Deck.


Bereits kurz nach Drei Uhr am Morgen legte die Kong Harald überpünktlich in Kjøllefjord an. Zuvor hatte es noch geregnet, aber mittlerweile war es trocken.
Noch ein Blick auf die abfahrende Kong Harald.




In der Ferne die Finnkirche, hier hätte ich etwas mehr Brennweite benötigt.


Danach drehte ich noch eine Runde durch den Ort.








Nachschuss auf die südgehende Kong Harald mit Finnkirche links im Bild


Das Wetter wurde immer besser und auch wärmer, so dass ich mich in der nun anstehenden nicht unerheblichen Steigung einiger Kleidungsstücke entledigen musste. Die Stimmung gerade an diesem Morgen war unbeschreiblich schön. Das einzige Fahrzeug, welches mir auf der ganzen Strecke bis Mehamn begegnete, war der Linienbus.


Außer ein paar einsamen Hütten gab es dort nix außer Landschaft.








Bei besserem Wetter wäre ich hier von rechts aus Richtung Ifjord gekommen.


Beim Scooterausflug vergessen lach grins.


Es folgte eine lange Abfahrt nach Mehamn.


Bekannte Inschrift am Ortseingang.


Hinter Mehamn ging es gleich wieder in eine giftige Steigung. Eigentlich hatte ich mir die letzten 20km einfacher vorgestellt. Zudem fing es wieder einal an zu regnen. Also Regenzeug angezogen.


Das war aber nur ein kurzer Schauer, so dass ich mich in der folgenden Steigung bereits wieder der Regenbekleidung entledigen konnte. Kurz vor Gamvik kam sogar wieder die Sonne durch.




Um kurz nach 8 Uhr war ich am Ziel in Gamvik. Der Grund warum ich nicht gleich in Mehamn ausgestiegen bin ist einfach, dass ich dann mitten in der Nacht dort angekommen wäre. Jetzt um kurz nach 8 machte ich zunächst eine Rundfahrt durch den Ort.




Im Gästehaus "End of the World", also Ende der Welt bekam ich gleich ein Einzelzimmer und ein tolles Frühstück. Im Anschluss durfte ich gleich aufs Zimmer und mich hinlegen. Ich schlief ziemlich sofort ein.

64km, Durchschnitt 15km/h, 800Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 23.08.12 19:19

Mittwoch, 27. Juni 2012, Gamvik - Slettnes Fyr

Habe fest und tief bis zum frühen Nachmittag geschlafen. Mittlerweile ist auch meine Wäsche gewaschen worden. Ganz toller Service. Überhaupt habe ich mich dort pudelwohl gefühlt.

Hier ist es, das Ende der Welt.






Mein Zimmer:






Küche und Wohnraum:








Küche und Wohnraum durfte ich frei benutzen und so machte ich mir erst mal was zu essen. Im Anschluss fuhr ich in den Laden am Ort um mir was für das Nachtessen zu besorgen.
Obwohl oder vielleicht gerade weil man im Gamvik am Ende der Welt ist, führt der Laden so ziemlich alles, was man zum Leben benötigt.
Schließlich machte ich mich auf den Weg zum nördlichsten Leuchtturm auf europäischem Festland, dem Slettnes Fyr. Gleich am Ortsende war der markante Turm bereits deutlich sichtbar.


Dort draußen steht alles unter Naturschutz.


So sieht das dort aus:










Auch ein geöffnetes Cafe gibt es dort.


Drinnen gibt es das hier.


Außerdem auch noch freies WLAN, so dass ich selbst hier am Ende der Welt im Internet surfen konnte schmunzel.
Nach der Stärkung gab es dann eine Besichtigung des Leuchtturms. So sieht das unten am Eingang aus:




Hier die Außenwand. Sie besteht aus Einzelteilen, welche gerade so groß sind, dass sie auf dem Rücken eines Pferdes transportiert werden konnten. Damals gab es nämlich noch keine Straße und die Materialien mussten mühsam mit Pferden herangeschafft werden.


Hier die alten Lampen und Schalttafeln. Die heutige Beleuchtung funktioniert noch genauso, nur sind die Leuchten kleiner und die Anlage wird von Honningsvåg ferngesteuert. Wenn die Leuchte ausfällt wird sofort auf die andere Leuchte gewechselt und in Honningsvåg läuft eine Störmeldung ein.




Die Ausbrüche in den Treppenstufen sind handgefertigt.


Hier ist beschrieben, was das auf sich hat.


Hier ist die Grenze zwischen dem alten original Unterteil und dem Neuaufbau, denn der Turm ist im Krieg von den Deutschen gesprengt worden, wobei nur der untere Teil stehen blieb. Nach dem Krieg ist der Turm von der Sowjetunion wieder aufgebaut worden, da sie ein erhebliches Interesse an einem intakten Leuchtturm an diesem gefährlichen Felskap auf dem bedeutenden Seeweg nach Murmansk hatten. Deshalb auch der Stern im Geländer im neuen Teil.


Jetzt ein paar Bilder von ganz oben. Dort versieht eine Fresnel-Linse ihren Dienst.










Die Linse dreht sich immer. Die Leuchte wird entweder durch die Zentrale in Honningsvåg oder bei entsprechender Finsternis auch durch eine Fotozelle auf dem Dach eingeschaltet.

Hier kann man mit dem Kinnarodden, den nördlichsten Punkt des europäischen Festland sehen.


Dort wollte ich eigentlich hin. Da man da wegen des unwegsamen Geländes eine komplette Trekkingausrüstung benötigt, zudem biwakieren muss, da man das in einem Tag nicht schafft, habe ich die Finger davon gelassen.

Noch ein Blick in die Gegenrichtung mit Gamvik und der Straße


Im Anschluss fuhr ich wieder zurück in die Pension und machte mir Nachtessen. Im Anschluss gabs dann noch Fussball.

Fortsetzung folgt.
von: iassu

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 23.08.12 19:33

Hallo Jürgen, das sind schon beeindruckende Bilder. Von zuviel Sonne und blauem Himmel bist du aber wohl kaum heimgesucht worden.....
von: gerold

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 24.08.12 08:38

Sehr schöne Bilder - mir gefällt die Landschaft, da muss ich auch einmal hin. Wieviel hast du denn in Norwegen für ein EZ ungefähr bezahlt ? (Das ganze Zeltzeug mitschleppen würde mir die Tour gen Norden schon etwas verleiden...) lg Gerold
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 24.08.12 21:31

Donnerstag, 28. Juni 2012 Ruhetag in Gamvik

Habe in der gemütlichen Pension ausgezeichnet und auch etwas länger geschlafen. Das Frühstück zog sich in geselliger Runde am großen Fenster reichlich in die Länge.
Im Anschluss fuhr ich ins Museum. Vor dem Museum befindet sich das ehemalige Zubringerboot für die Hurtigrute. Früher war Gamvik nämlich Anlaufhafen. Allerdings konnten die Hurtigrutenschiffe dort nicht anlegen, sondern Post und Passagiere wurden mit dem Boot zum Schiff gebracht und mussten vorm Hafen dann umsteigen.

Hier das Museum mit dem ehemaligen Zubringerboot rechts im Bild.


Auch Gestelle für Stockfisch befanden sich dort.


Das Museum ist äußerst interessant. Es behandelt das Leben dort in der Finnmark, sowie Fisch- und Walfang. Es gibt auch eine kleine Ausstellung über die NSSR, das ist die norwegische Rettungsgesellschaft.
Hier ein paar Eindrücke vom Museum:






















Es gab dort auch Bilder direkt nach dem Krieg. Als die Deutschen beim Rückzug "Verbrannte Erde" zurückließen, hauste man in umgedrehten Fischerbooten. Das Leben war dort zu dieser Zeit extrem hart.




Im Untergeschoss befand sich noch eine interessante Räumlichkeit. Hierbei handelt sich offensichtlich um die ehemalige Kantine der Fischfabrik, denn das Gebäude war ja, bevor es Museum wurde, eine Fischfabrik. Das Gebäude steht auf Stelzen im Wasser und im Fußboden war der Raum zwischen den einzelnen Planken offen, so dass man dort deutlich das Rauschen des Meeres gehört hat. Das war eine sagenhafte Stimmung dort.


Kostenloses Internet gabs im Museum auch noch. Da machte ich sogleich Gebrauch von und schrieb eine Mail an die Midnatsol, da ich in der Nacht mit diesem Schiff von Mehamn nach Hammerfest fahren wollte.
Deshalb hatte ich in der Pension bereits alle Sachen zusammengepackt, durfte mich dort aber noch bis zum Abend aufhalten und auch noch die Küche benutzen. Ich fand das äußerst großzügig.

Im Anschluss fuhr ich nochmals zum Leuchtturm raus. Das hat mir am Vortag dort draußen einfach zu gut gefallen und die Waffeln waren viel zu lecker.
Zum Mittagessen wählte ich dann die Waffelversion mit Lachs. Das war dann eine salzige Waffel mit Kräutern. Die wurde auch ganz frisch zubereitet und war äußerst lecker, aber eben was ganz anderes.
Die Wellen waren heute ungleich höher, als am Vortag.


Außerdem war die Sonne von dicken Wolken verdeckt. Immerhin war es aber trocken.




Botanik am Slettnes Fyr:






Wetterstation am Leuchtturm:


Habe mich recht lange am Leuchtturm aufgehalten, danach machte ich noch einige Bilder vom Ort.
Hier spielt der 1.FC Gamvik zwinker :


Blick über den Ort:




Kirche mit Friedhof:






Zurück in der Pension machte ich mir als erstes Nachtessen. Im Anschluss konnte ich das EM-Fußballspiel von Deutschland gegen Italien anschauen. Leider ist Deutschland ausgeschieden. Viel schlimmer war für mich die rapide Wetterverschlechterung. Die machte mir einige Sorgen. Da ich auf Marinetraffic sehen konnte, dass die Midnatsol Berlevåg ausgelassen hat, habe ich dort an Bord angerufen.
Mir wurde am Telefon mitgeteilt, dass aufgrund der momentanen Wetterlage ein Anlaufen in der Nacht in Mehamn sehr unsicher sei. Da habe ich halt kurzen Prozess gemacht, meine Passage abgesagt und dafür in der Pension um eine Nacht verlängert.
Das Eisen war mir einfach viel zu heiß. In der Nacht bei Sturm und Regen bei nur 3°C mit dem Rad nach Mehamn zu fahren und dann dort ohne Schiff wortwörtlich im Regen zu stehen.
Da ging ich dann lieber ins kuschelige Bett, schließlich hatte ich Urlaub.

Fortsetzung folgt.

@gerold: Ich habe für die Übernachtungen je nach Ausstattung zwischen 250 und 900Nok bezahlt. Ich würde allerdings niemals ohne Zeltausrüstung in diese Gegend fahren. Dafür ist das viel zu dünn besiedelt und die Entfernungen zu groß. Da kann immer mal was schief laufen und ich war auch froh, dass ich ein Zelt dabei hatte, da wird später im Reisebericht noch die Rede von sein. Es hätte allerdings ein kleineres Zelt durchaus gereicht.
von: natash

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 24.08.12 22:05

Hallo Jürgen
also zumindest das Wetter schien mir weltendemäßig gewesen zu sein- umso besser, dass Du Dir dadurch nicht die Tour verleiden lässt bravo
Gefallen täts mir da auch, wenn nur die Temeoraturen und Preise etwas gefälliger wären...
Gruß Nat
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 24.08.12 23:16

Freitag 29. Juni 2012, Gamvik - Mehamn

Habe auch in der ungeplanten Nacht in der Pension gut geschlafen. Als ich in der Nacht mal zur Toilette musste, wehte es draußen nicht schlecht. Da waren auch einige schwere Sturmböen dabei. Nun das konnte mir am allerwertesten vorbei gehen und ich schlief dann auch gleich wieder ein.
Nach dem wiederum sehr gemütlichen, reichhaltigen und auch ausgedehnten Frühstück, fuhr ich gleich nochmals ins Museum, um dort das kostenlose WLAN zu nutzen. Als erstes schickte ich eine E-Mail an die Vesterålen, denn mit diesem Schiff wollte ich in der kommenden Nacht dann wirklich in Mehamn losfahren. Die Reise sollte aber nun statt bis Hammerfest noch eine Station weiter nach Øksfjord gehen.
Ausschlaggebend war neben dem Zeitverlust durch den ungeplanten Ruhetag auch die Aussage vom Museumschef, welcher dort an der Kasse sitzt und eigentlich alles im Museum in Peronalunion macht. Mit ihm war ich bereits am Vortag ins Gespräch gekommen. Er hat mich eindringlich vor dem starken Verkehr, vor allem auch Schwerverkehr auf der E6 gewarnt.
Im Internet erfuhr ich, dass die Midnatsol in der Nacht tatsächlich Mehamn angelaufen hat. Nun das war mir herzlich egal.
Als nächstes fuhr ich nochmals in den Laden und kaufte für das Nachtessen ein. Ich brachte die Sachen in die Pension in den Kühlschrank.
Im Anschluss statte ich den Pferden, welche zur Pension gehörten, einen Besuch ab. Ich hätte reiten können, wenn ich das beherrschen würde. So war es aber besser für mich und vor allem für die Pferde, dass ich es nicht getan habe lach bäh .






Danach zog es mich nochmals zum Slettnes Fyr und den Waffeln.


Hier diese Köstlichkeit mit Handy und Hurtigforum daneben:


Hier mal der Autor:


Habe mich auch heute sehr lange dort draußen am Leuchtturm aufgehalten, zumal das Wetter im Gegensatz zum Vortag immer besser wurde.
Nach dem üppigen Nachtessen, es gab aufgrund der Kochmöglichkeit in der Pension heute Steak mit Pommes und Salat, fuhr ich bei bestem Wetter mal eben hoch zur Kirche, um nach der nordgehenden Nordkapp Ausschau zu halten. Ich brauchte fast nicht zu warten, denn das Schiff befand sich bei meiner Ankunft bereits fast querab. Etwas mehr Brennweite hätte ich benötigt.


Kurz vor 23 Uhr machte ich mich dann schweren Herzens auf den Weg nach Mehamn. Irgendwie war mir Gamvik, die kleine Pension und auch die Leute dort ans Herz gewachsen.
Allein das Wetter versüßte mir den Abschied, denn das war prächtig. Hier ein paar Eindrücke von der "nächtlichen" Fahrt nach Mehamn.

Die gut 20km, waren bei Mitternachtssonne für mich ein unvergessliches Erlebnis.














Die Uhrzeit im Tacho ist echt bäh :


Mitternachtssonne:




Nochmals ein Blick zur Uhr:


"Nächtlicher" Blick auf Mehman:


In Mehamn gab es die mittlerweile gewohnte Rundfahrt durch den Ort.








Mitten im Ort steht diese Denkmal:


Beschädigter Anleger der Hurtigrute. Da hat beim Anlegen der Polarlys der morsche Anleger nachgegeben. Die Schiffe können aber trotzdem anlegen, deshalb dürfte da so schnell nix gemacht werden träller.




In Mehamn ist vieles der / die / das nördlichste, auch der Hurtigrutenanleger zwinker.


Nochmals mein Rad:


Letzter Blick auf Mehamn mit Sonnenschein mitten in der Nacht.


Mit fast 30min Verspätung kam dann endlich das pünktlichste Hurtigrutenschiff um die Ecke bäh .




So gewöhnungsbedürftig das Schiff auch von außen aussieht, von innen hat mir das zweitälteste Schiff in der Hurtigrute, sofort gefallen. Nachdem ich über den Fahrstuhl mein Rad ins Autodeck verladen und meine Reise an der Rezeption bezahlt hatte, machte ich sofort einen ausführlichen Rundgang durchs Schiff.
Überall ist viel Holz verbaut. Es gibt auch hölzerne Decks und die Räumlichkeiten sind sehr geschmackvoll eingerichtet. Die Umrundung vom Kinarodden habe ich noch mitbekommen, aber dann kam das Sandmännchen heftigst und ich legte mich auf ein total bequemes Sofa im achteren Salon. Es dauerte nicht lange und ich war fest eingeschlafen.

28km, Durchschnitt 17Km/h, 300 Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: WildeHilde26

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 25.08.12 00:13

Was eine schöne Reise! Hach!!!

Danke für den Bericht, bis auf die Mückenplage liest es sich sehr schön - und tolle Bilder untermalen das Ganze sehr plastisch.
von: otti

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 25.08.12 11:53

Hallo Jürgen,

die Bilder dieser Nachtfahrt wirst Du nie vergessen. Um Mitternacht in der Sonne am Ende der Welt rumkurven ist kaum zu toppen.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 25.08.12 18:25

Samstag, 30. Juni 2012 (Hammerfest) Øksfjord - Alteidet

Habe auf dem Sofa im achteren Salon ausgezeichnet geschlafen, denn als ich wach wurde, befand sich das Schiff bereits im Magerøysund und es kam gerade ein Kreuzfahrtschiff entgegen. Kjøllefjord und Honningsvåg hatte ich glatt verschlafen. Ich hatte zwar in der Nacht im Unterbewusstsein mitbekommen, dass das mal gerumpelt hat, das wird dann wohl Kjøllefjord gewesen sein.
Das war aber zu dem Zeitpunk völlig irrelevant. Ich machte mich im nächstbesten WC erst mal frisch und machte mich anschließend auf den Weg ins Restaurant. Dort genehmigte ich mir das Frühstücksbuffet. Dabei hat mir das urgemütliche Restaurant ausgezeichnet gefallen. Ich möchte behaupten, dass von allen Schiffen das Restaurant der Vesterålen mit am schönsten ist.
Ich griff dort beim Buffet natürlich wieder ganz ungeniert zu, denn mit nur einem Baguette wäre ich niemals satt geworden.
Kurz hinter Havøysund war ich allerdings mit dem Frühstück fertig.
Als ich an Deck kam war bereite der Havøgavlen, das ist ein hohes Felskap mit einem Windpark oben drauf, deutlich an Backbord auszumachen.


Hier begegnen sich, so die Schiffe pünktlich sind, das nord- und südgehende Schiff. Das nordgehende Schiff war heute Morgen die Nordnorge.


Leider verschlechterte sich das Wetter anschließend deutlich.


In Hammerfest goss es leider in Strömen. Nichtsdestotrotz holte ich mir mein Rad aus der Garage, was überhaupt kein Problem war. Aufgrund der Witterung durfte ich gleich mal die Regenbekleidung anlegen. Mein Ziel war die Meridiansäule.
Als ich dort ankam, erreichten gerade die Busse des Ausflugs von Hurtigruten, ebenfalls diese Säule entsetzt. Ich lauschte den Ausführungen des Tourleiters und wartete geduldig, bis die Gruppe wieder im Bus verschwunden war. Im Anschluss lichtete ich die Säule von allen Seiten ab.






Ein Blick von dort auf Hammerfest, die Vesterålen und den Hausberg von Hammerfest, den Salen.


Ich machte mich auf den Rückweg zum Schiff, mittlerweile war es sogar wieder trocken. An einem Supermarkt kaufte ich nochmals ein. Von dort aus gelang mir noch das folgende Bild der Vesterålen.


Hauptstraße von Hammerfest:


Als ich wieder an Bord war, machte ich mich sofort auf den Weg ins Restaurant. Dort genoss ich das Mittagsbuffet. Die Chance auf ein reichaltiges Mittagessen zu relativ günstigem Preis wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.

Anschließend ging es sofort wieder an Deck. Das Wetter hatte sich wieder sichtlich berappelt, außerdem war eine Veränderung der Landschaft unverkennbar. Die Berge wurden deutlich höher und das ganze wurde alpin.










Auch die Vesterålen ist ein Stockfischdampfer. Des Gestell befindet sich an der Achterkante der Schornsteinattrappe an Backbord.


Schließlich war Øksfjord voraus.


Leider lief das Schiff den Hafen an, ohne das Signal für das südgehende Schiff, nämlich lang-lang-kurz-lang von sich zu geben böse.
Wie dem auch immer war, für mich wurde es Zeit mein Rad im Autodeck aufzusuchen.
Recht pünktlich rollte ich in Øksfjord schweren Herzens von Bord, den die Vesterålen war mir doch irgendwie ans Herz gewachsen.

Ich machte als nächstes eine Rundfahrt durch den Ort.
Hier ist er nun. Ich habe ihn endlich gefunden, der Bahnhof von Øksfjord:


Dort im Untergeschoss fahren die Züge ab. Ich hätte umgehend den Schnellzug nach Oslo über Tromsø, Narvik, Bodø und Trondheim besteigen können :8o: bäh :thumbsup: .
Darauf verzichtete ich jedoch gerne und machte lieber eine kleine Rundfahrt durch den Ort.

Nein, die Geschichte mit dem Bahnhof ist natürlich ein Witz und eine Anekdote aus dem Hurtigforum, guckst du hier. In Øksfjord gibt es natürlich keinen Bahnhof zwinker.











Noch ein Bild der Versterålen, als sie von dannen zog.


Dann ging es los, endlich wieder richtig Radfahren. Noch ein letzter Blick auf Øksfjord.






Die Strecke führte wunderschön am Fjord entlang durch eine gewaltige hochalpine Landschaft. Der Verkehr auf der Straße war dabei mal wieder so gut wie gar nicht vorhanden.




Hier ein erster Blick von hinten auf den Øksfjordjøkelen. Diesen Gletscher wollte ich mir am Folgetag noch genauer ansehen.


Norwegen wie im Bilderbuch:






Es mussten immer wieder kleine Anstiege überwunden werden.


Nach der Fahrt durch einen etwa 5km langen Tunnel erreichte ich das Fjordende wieder einmal bei Ebbe.


Über den Höhenzug im Hintergrund musste ich mit einem kleinen Pass drüber. Auf der Höhe gab es diese Aussicht, bereits zur anderen Seite. Links am Ufer des großen Fjordarms führt die E6 lang.


Ich fuhr auf der Straße am rechten Ufer weiter und traf am Ende dieses großen Fjordarms auf die E6. Dort war zwar schon deutlich mehr Verkehr, aber es war noch erträglich.
Kurz vor Alteidet gibts noch das folgende Bild. Unten am Fjordufer gabs einen CP, wo ich die Tour für heute bendet habe.


Ich bekam wiederum eine Hütte. Die war auch ganz in Ordnung, die sanitären Anlagen von der technischen Seite leider weniger. Als ich nämlich wenig später unter der Dusche das warme Wasser aufdrehen wollte, kam mir nämlich gleich die ganze Armatur entgegen. Dabei konnte ich gerade noch einem siedend heißen Strahl ausweichen. Die ganze Anlage war gemeingefährlich.
Die Küche war hingegen voll in Ordnung. Ich begnügte mich aber beim Nachtessen mit Broten und Joghurt, hatte ich doch bereits auf der Vesterålen ein üppiges Mittagessen gehabt.

55km, Durchschnitt: 17 km/h, 700 Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.


@otti: Nicht nur die Nachtfahrt von Gamvik nach Mehamn wird mir unvergesslich bleiben. Da kommen noch einige weitere Höhepunkte.
von: jutta

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 25.08.12 19:48

Einfach klasse dein Bericht!
Man kann wohl auch einzelne Abschnitte der Hurtigrouten fahren?
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 25.08.12 21:14

Sonntag, 1. Juli 2012 Alteidet - Gildetun

Hatte die Nacht nicht so gut geschlafen. Bin mitten in der Nacht wach georden. Mir war es ziemlich warm und alles war nass geschwitzt. Der Schlafsack war viel zu warm. Zukünftig würde ich wohl auch gleich noch Bettwäsche zu der Hütte dazu mieten.
Habe deshalb wieder einmal etwas länger geschlafen. Als ich wach wurde schien die Sonne von einem stahlblauen Himmel, es war warm und fast windstill.
Deshalb habe ich mich gleich fertig gemacht und Frühstück gabs draußen vor der Küche.
Im Anschluss gings dann erst mal zum Øksfjordjøkelen. Obwohl ich den Weg wieder zurück musste, nahm ich der Einfachheit halber gleich das ganze Gepäck mit. Seit langem konnte ich sogar mal wieder in kurz fahren. Einfach genial.
Zunächst ging es steil bergan und über einen kleinen Pass. Dabei gab es traumhafte Aussichten.


Herrliche Abfahrt:


Unten, kurz vorm Gletscher:


An einem Parkplatz endete mitten in der Botanik die Straße und man musste noch ein Stück zu Fuß gehen, um einen Blick auf den Gletscher zu erhaschen. Hier ist er, der Øksfjordjøkelen:




Blick in die entgegengesetzte Richtung:


Im Anstieg auf dem Rückweg zur E6, ein letzter Blick zurück:


Auf der E6 war wieder deutlich mehr Verkehr. Zum Glück blieb das alles in einem erträglichen Maß. Es ging dabei aber auch ständig auf und ab und sogar ein kleiner Pass musste bewältigt werden.
Es gab aber auch immer wieder traumhafte Aussichten:


Der Autor per Selbstauslöser und Gorillapod:


Unseren täglichen Regen gib uns heute träller ...

...wobei ich heute ausnahmsweise mal verschont wurde bäh .


Zum Abschluss des Tages stand die Steigung auf das Kvænangsfjell an. Das war zwar etwas anstrengender, aber landschaftlich nochmals ein absoluter Höhepunkt.


Auch in Norwegen passiert mal was:


Oben auf der Passhöhe gibt es einen gewaltigen Ausblick:












Genau dort steht das Hotel Gildetun. Dort gönnte ich mir eine Nacht im Einzelzimmer und zum Nachtessen das Buffet am Panoramafenster.
Das Essen war gut und reichhaltig. Deshalb machte ich im Anschluss noch einen kleinen Verdauungsspaziergang.
Steinmännchen etwas oberhalb vom Hotel:




Das Hotel Gildetun:


Nochmals Blick über den Fjord:




Dort befindet sich die Passhöhe:


Füße im Schnee:


Wegweiser:


Letzter Blick über den Fjord:


Im Anschluss gings zurück ins Zimmer und ins Bett.

68km, Durchschnitt: 15 km/h, 1200Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.

@jutta: Freut mich dass dir mein Bericht gefällt. Man kann eigentlich immer auf den Schiffen der Hurtigrute mitfahren, auch beliebige Teilstrecken. Was teilweise auf der deutschen Hurtigrutenseite steht, dass man bei Passagen über Nacht eine Kabine nehmen muss, stimmt definitiv nicht. Ich hatte eigentlich, von einer einzigen Ausnahme abgesehen, noch nie Schwierigkeiten auf dem Schiff mitzukommen. Die Ausnahme war auf meiner Reise 2008, als ich von Ålesund nach Torvik mit der südgehenden Nordlys mitfahren wollte. Das Schiff hatte damals Verspätung und hat deshalb Torvik ausgelassen. Witterungsbedingte Sachen wie jetzt in Mehamn zähle ich nicht dazu. Mit so etwas muss man immer rechnen.

von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 25.08.12 22:03

Montag, 2. Juli 2012 Gildetun - Tromsø

Habe diesmal wesentlich besser geschlafen. Auch die Sanitären Einrichtungen waren im Gegensatz zu denen auf dem CP in Alteidet völlig in Ordnung zwinker. Das Frühstück fand in Buffetform wieder am Panoramafenster statt, so dass ich mir dabei reichlich Zeit ließ.
Das Wetter war heute leider nicht mehr so gut wie am Vortag, aber immerhin trocken. Diese Wetterentwicklung war auch der Grund dafür, dass ich den Øksfjordjøkelen nicht noch ausführlicher besucht habe, sondern lieber noch einige Kilometer gefahren bin. Ich hätte mir sonst ein Seekajak gemietet und wäre bis zum Gletscher gepaddelt.
Nach dem Frühstück ging es dann los. Hier ein paar Bilder von der Passhöhe:






Es folgte eine lange geniale Abfahrt. Da ging der Tacho schon mal auf die 70 zu bäh


Es folgte eine absolut gigantische Landschaft. Der Verkehr auf der E6 war meist sehr gering.








In Nordreisa, gabs dann endlich mal eine Einkaufsmöglichkeit. Ich brauchte dringend Kraftnahrung für unterwegs in Form von Bananen und auch meine Getränkevorräte waren weitestgehend leer.
Im Anschluss nahm dann der Verkehr unangenehm zu, außerdem gab es eine nicht unerhebliche Steigung auf einen kleinen Pass. Auch der erste Regenschauer war in der Ferne auszumachen.


Auf der Passhöhe traf ich auf einen Radreisenden aus Worms, der in Gegenrichtung von Narvik aus zum Nordkap unterwegs war. Nach einem ausführlichen Gespräch folgte eine lange Abfahrt. Dabei gab es eine Wahnsinnsaussicht auf die Lyngenalpen


Auch bei der weiteren Fahrt gab es immer wieder tolle Aussichten, dabei wurde es immer windstiller, so dass sich später die Berge im Wasser spiegelten. Wahnsinn.










Insgesamt musste ich heute 2x mit einer Fähre übersetzen. Bei der ersten Überfahrt von Olderdalen nach Lyngseidet, fing es dann leider an, zu regnen.


Der Regen war allerdings nicht stark, es war mit etwa 20°C warm, außerdem war die gewaltige Landschaft weitestgehend zu sehen. Mir reichte die Regenjacke völlig.




Die Strecke war entgegen den Gepflogenheiten in Norwegen fast eben, so dass ich zügig vorwärts kam. Auch der Regen hörte wieder auf.
Auch bei der 2. Überfahrt von Svensby nach Breivikeidet, hatte ich Glück und brauchte nicht lange zu warten.
Da es bis Tromsø nur noch gut 30Km waren habe ich mich entschieden, bis dorthin durchzuziehen und habe mit arcticGateway aus dem Hurtigforum Kontakt aufgenommen, da ich bei ihm übernachten durfte.
In Breivikeidet gabs nochmal diesen Blick auf die Lyngenalpen.




Zunächst ließ sich die Fahrt sehr gut an. Es war windstill und trocken. In Fagernes kam ich auf die E8. Hier war der Verkehr schon recht unangenehm. Der Wetterverlauf war allerdings noch viel unangenehmer, denn Petrus öffnete voll alle Schleusen und es gab für mich einen Vollwaschgang. Zu allem Überfluss gab es auch noch eine Baustelle mit einseitiger Verkehrsführung. Beim Warten im Stau wurde es mir richtig kalt. So etwas ist einfach nur Käse. Ich war froh endlich in Tromsø zu sein.
Da gab es schon das nächste Problem, nämlich arcticGateway zu finden. Mein GPS-Gerät kannte in Norwegen dummerweise keine Adressen und mein Handy hat bei der Nässe vorübergehend seinen Dienst quittiert.
Zum Glück konnte ich unter einem Vordach das Teil wieder zum Leben erwecken, so dass ich aufgrund der Wegbeschreibung von arcticgateway doch noch zum Ziel kam. Nach dem das Rad im Keller geparkt wurde und meine Sachen verstaut waren, kehrten bei mir nach einer warmen Dusche, die Lebensgeister wieder zurück.
Es ist eben doch gut, dass man gute Freunde hat. Vielen Dank arcticGateway.

158km, Durchschnittsgeschwindigkeit: 20km/h, 1200Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: 19matthias75

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 26.08.12 12:05

Toller Bericht, Jürgen - Dankeschön dafür!

Deine Bilder vom Øksfjordjøkelen riefen Erinnerungen bei mir hervor: da bin ich auch ein Stück zu Fuß hingelaufen.
Das war 2004 als ich mit einem Freund da allerdings im Auto peinlich vorbeikam.
von: otti

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 26.08.12 12:36

Hallo Jürgen,

mich (und bestimmt viele andere hier) interessiert sehr die Ausstattung (v.a. die Laufräder, Bereifung, Bremsen) Deines Rades. Kannst Du etwas dazu schreiben. Auch welche Erfahrungen Du damit gemacht hast.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 26.08.12 14:36

Dienstag, 3. Juli 2012 Ruhetag in Tromsø

Heute gabs mal so einen richtig faulen Tag. Recht spät aufgestanden, sehr ausgedehntes Frühstück, Wäsche gewaschen und aufgehängt. Anschließend in die Stadt und zum Hurtigrutenanleger.
Dort lag sie dann...


...die Finnmarken. Ich kannte das Schiff bislang nur von außen und das sollte sich jetzt grundlegend ändern.
Da es hier im Hurtigwiki bereits jede Menge Aufnahmen von diesem Schiff gibt, guckst du hier und hier, habe ich kaum Bilder gemacht. Lediglich vom Pool und der begehbaren Back.




Das Schiff hat mir auf Anhieb, trotz der Größe ausgezeichnet gefallen. Ich könnte mir eine Rundreise auf der Finnmarken sehr gut vorstellen. Als Höhepunkt gabs noch Waffeln im bordeigenen Cafe. Auch diese Einrichtung, die es wohl nur auf diesem Schiff gibt, gefiel mir sehr gut.
Bevor es wieder von Bord ging, noch eine Aufnahme der hinter der Finnmarken liegenden Astor. Auch unter Billigflagge traurig entsetzt .


Im Anschluss ging es zurück zu arcticgateway. Dabei entstand noch diese Aufnahme mit Blick auf Kvaløya vom örtlichen Skihang aus.


Fortsetzung folgt.


@otti: Auf meine Ausrüstung und deren Bewährung wäre ich ohnehin am Ende bei der Zusammenfassung noch eingegangen. Bei meinem Rad handelt es sich um ein Germans ACID. Hier der entsprechende Beitrag von Mario. Bis auf Bremsen, Lenker, Bereifung und Schalthebel befindet sich das Rad noch mit den gleichen Komponenten im Einsatz.
Hier die Präsentation des Rads nach Umbau auf Rennlenker. Habe auf der Tour lediglich die Parkstützen, Anhängerkupplung und Schutzbleche demontiert, ansonsten war ich so mit dem Rad unterwegs.
Bereifung hatte ich Schwalbe Marathon Supreme in 50-559 drauf.
Mit dem Rad hatte ich auf der ganzen Tour nie Probleme und nicht die kleinste Panne. Es ist einfach sehr gut gelaufen und gerade die Avid BB7 Road Bremsen haben mich voll überzeugt und sich voll bewährt.
von: Uli

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 26.08.12 16:20

Zitat:
So etwas wäre im Autoland Deutschland selbstverständlich undenkbar.

Oh doch, Vorrang für uns Radfahrer durch Kontaktschleifen-gesteuerte Ampeln gibt es auch hierzulande, z.B. auf dem Radweg auf der alten Bahntrasse zwischen Paderborn und Bad Lippspringe.
Gruß
Uli
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 27.08.12 21:40

Mittwoch, 4. Juli 2012 Ruhetag in Tromsø

Habe wieder sehr gut geschlafen. Auch heute ließen wir es gemütlich angehen. Nach einem langen und ausgedehnten Frühstück gingen wir in die Stadt und ich bekam Dank dem Mitglied arcticGateway aus dem Hurtigforum, eine ganz besondere Führung, auch zu Stellen, wo sonst wenige, bis keine Touris hinkommen.
Hier die ersten Bilder, entstanden auf dem Weg in die Stadt, mit Blick auf Kvaløya.






Das erste Ziel war der nördlichste botanische Garten der Welt, guck mal hier. Der Besuch hat sich gelohnt und kann ich nur jedem, der ein wenig Interesse hat, wärmstens empfehlen. Hier die Bilder:
















Auf dem weiteren Weg führte mich arcticGateway dann durch Nebenstraßen in Wohngebieten wieder in Richtung Innenstadt. Dabei gabs den folgenden Blick auf die Eismeerkathedrale.


Nach dem Besuch des örtlichen Fahrradgeschäfts, was ich rein aus Interesse am dortigen Angebot machte, gings über das Werftgelände weiter in Richtung Hafen. In der Werft wurde gerade ein russischer Trawler aufgeslippt. Das geschah mit einiger Geräuschentwicklung.



Das Schiff hat Beckerruder und Kortdüse.

Weiter gings. Die Büste von Amundsen steht auch noch vor dem Polarmuseum.


Unser nächstes Ziel war eine Studentenkneipe direkt am Hafen. Da konnten wir sehr schön draußen sitzen, wobei es in Tromsø nur sehr wenige Möglichkeiten gibt, draußen Bier zu trinken. Grund sind die drastischen Alkoholgesetzte in Norwegen.
Hier die Lokalität:


Blick in die Gegenrichtung mit Eismeerkathedrale:


Weiter ging es im Anschluss durch die Fussgängerzone...

...und an der Trollfjord vorbei,...

...direkt zum Skarven. Dort genehmigten wir uns ein weiteres Bier. Danach ging es nach einem Einkauf zurück zu arcticGateway, zum Nachtessen.
Da wir traumhaftes Wetter hatten, entschieden wir uns nach dem Nachtessen, für eine Wanderung auf den Storsteinen. Also ging es wieder zurück, quer über die Insel und über die Brücke zur Eismeerkathedrale.


Im Anschluss gingen wir einen Weg, welchen arcticGateway noch nicht kannte und ich bereits 2008 bei meiner Radreise gegangen war. Dieser Weg führte zunächst unter der Seilbahn hindurch immer am Hang entlang, ohne dass man wesentlich an Höhe gewinnt.




Erst nach einer Kehre wird der Weg dann sehr steil, aber längst nicht so steil wie der direkte Weg unter der Seilbahn entlang. Man gewinnt dabei immer mehr an Höhe.




Oben angekommen bot sich eine überwältigende Aussicht, bei idealen äußeren Bedingungen.










Pünktlich um 23.30 Uhr fuhr die südgehende Nordlys durch die Brücke,...

...drehte...

...und legte mit Backbordseite am Hurtigrutenkai an.


Gerade die Nordlys ist mir besonders ans Herz gewachsen, guck mal hier.

Im Anschluss genossen wir noch einige Zeit dort oben bei der tollen Stimmung. Dabei entstanden die folgenden Aufnahmen:








Um 1 Uhr in der Nacht fuhren wir bei Mitternachtssonne mit der letzten Gondel nach unten. Die Gondel ne halbe Stunde früher hatten wir knapp verpasst.
Vorbei ging es wiederum an der Eismeerkathedrale...

...und über die Brücke.

Vor der Nordlys lag übrigens ein kleines Expeditionsschiff und das über Nacht, was nach Aussage von arcticGateway sehr selten ist.

Fortsetzung folgt.
von: nöffö

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 28.08.12 15:34

Guck an, die Kirche von Rovaniemi hattest Du auch fotografiert. Da haben meine Verlobte, die aus Rovaniemi stammt, und ich am letzten Samstag geheiratet. Einer der Höhepunkte unserer Hochzeitsfeier waren Polarlichter, die zu später Stunde am Nachthimmel auftraten.

Das nur so nebenbei. Dein Bericht ist wirklich klasse, danke für die Mühe, die Du dir machst. Sind bestimmt viele Anregungen für andere Radreisende dabei. Mich selbst hat vor allem die Beschreibung der Umgebung von Orivesi sehr interessiert.

Alles Gute,
Thomas
von: Deul

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 28.08.12 15:39

Alles gute für eure Ehe.

Herzliche Glückwunsche
Detlef
von: Pedalpetter

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 28.08.12 18:10

In Antwort auf: nöffö
meine Verlobte


Das ist ja wohl nun vorbei. grins
Das heißt jetzt, da haben meine Frau... zwinker

Alles Gute für Euch Zwei.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 28.08.12 22:17

Donnerstag, 5. Juli 2012 Ruhetag in Tromsø

Habe heute noch länger geschlafen als sonst, was ja aufgrund des nächtlichen Ausflugs zum Storsteinen wohl auch nicht verwunderlich war. Trotzdem gabs das gewohnt ausgedehnte Frühstück.
Außerdem habe ich mich entschieden noch eine Nacht in Tromsø bei arcticgateway zu bleiben und erst am 7. morgens zusammen mit Capricorn, ebenfalls Mitglied im Hurtigforum, die südgehende Finnmarken bis Svolvær, zu nehmen. Wenn ich nämlich wie ursprünglich geplant, von Tromsø über die Fähren Brensholmen - Bottnhamn und Gryllefjord - Andenes hätte fahren wollen, hätte ich bereits am Morgen zwischen 4 und 5 Uhr in Tromsø aufbrechen müssen, um bis nach Andenes zu kommen. Die Wetteraussichten waren auch alles andere als gut, so dass wohl auch aus der möglichen Walsafari nix geworden wäre. Ich hatte außerdem am 7. Juli einen wichtigen Termin in Stokmarknes, wovon noch im weiteren Verlauf des Berichts die Rede sein wird zwinker .

Deshalb machte ich lieber heute zusammen mit arcticgateway was ganz anderes. Nach dem Frühstück gings direkt zur Telegrafbukta.

Dort entstand der folgende Film:

Film

Hier noch ein paar Bilder von dort:








Nach der Badeaktion gingen wir immer am Wasser entlang, einmal um die Südspitze der Insel, auf welcher sich das Zentrum von Tromsø befindet.


Dabei kamen wir auch durch ein Wohngebiet mit moderner Architektur...

...und anschließend am Polaria vorbei.




An einem Kreuzfahrtschiff vorbei...

...gings zu unserem nächsten Ziel und das hieß Cafeteria auf der Kong Harald.




Dort gabs zwar richtig guten Kaffee, aber leider keine Waffeln.
Vor der Kong Harald lag übrigens immer noch das Expeditionsschiff.
Nach einem Rundgang durchs Schiff machten wir uns auf den Rückweg und kauften unterwegs noch für das Nachtessen ein.

Fortsetzung folgt.

@nöffö: Gratuliere, da wünsche ich dir für die Ehe und Zukunft alles nur erdenklich Gute.
von: Anonym

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 00:28

Ein wenig weniger Bilder hätte auch genügt und meinem Arbeitsspeicher besser getan.

Darf ich den Bericht kurz zusammenfassen?







Fazit:
Taiga und Tundra kann man sich sparen, der Schluss der Reise war ganz hübsch. Ich weiss jedenfalls dank dieses Berichtes wo ich nicht hinwill. (Vor allem nach einem Blick auf den Hochsommerhimmel dieser Bilder! wirr)Du bist echt begeisterungsfähig, wow.
Für mich sind die Eindrücke der Unterkünften und Mahlzeiten im Angesicht der norwegisch-dezenten Preise ein Verzicht mehr wert.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 01:21

Hallo Anna,

vor allem eine moderne Forumssoftware würde deinem Arbeitsspeicher gut tun. Du kannst den gleichen Reisebericht auch hier nachlesen. Da laden die Seiten schneller und die Bilder sind auch noch größer.
Mir ist das hier mit anklickbaren Vorschaubilder einfach zu umständlich und aufwändig.

Die Motivation dieser Reise war einfach die Finnmarkküste und vor allem die Orte dort etwas genauer kennenzulernen. War bereits mehrfach dort mit den Postschiffen der Hurtigrute.
Da ich Finnland bisher auch noch so gut wie gar nicht kannte und ich irgendwie in den hohen Norden kommen musste, habe ich mich für die Anreise über Helsinki entschieden.
Mir hat diese Reise unheimlich gut gefallen, vor allem auch die Finnmark.
Die Reise ist allerdings in Tromsø noch lange nicht beendet.

Norwegen ist kein Billigland. Dort gibt es kein Geiz ist geil und auch keine Billiglöhne. Gerade deshalb mag ich dieses Land und ich bin glücklicherweise in der Lage und muss nicht "Low Cost" reisen.

Mich faszinieren außerdem die Postschiffe der Hurtigruten. Einen über 100 Jahre alten Liniendienst mit 11 Schiffen über eine Distanz von über 2500km mit 34 Anlaufhäfen und täglicher Abfahrt das ganze Jahr gibt es sonst nirgends auf der Welt.
Das ist auch die Motivation, dass ich Gründungsmitglied des Hurtigforums bin.

Sollte hier mein Bericht missfallen, stelle ich das hier ein und der bisherige Bericht kann auch gerne komplett gelöscht werden.
Der Bericht macht nämlich jede Menge Arbeit und dass ich mich jetzt hier auch noch ärgern muss, habe ich nicht nötig.
von: atk

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 01:47

Du musst dich doch nicht für deine Reise rechtfertigen, Jürgen. Man muss auch nicht grundsätzlich auf jeden Blödsinn antworten.

Einfach durchatmen und froh und erleichtert sein, dass man ihr ("Ich weiss jedenfalls dank dieses Berichtes wo ich nicht hinwill") in dieser Gegend sicher nie begegnen wird. party
von: Thomas1976

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 07:36

Zitat:
Sollte hier mein Bericht missfallen, stelle ich das hier ein und der bisherige Bericht kann auch gerne komplett gelöscht werden.
Der Bericht macht nämlich jede Menge Arbeit und dass ich mich jetzt hier auch noch ärgern muss, habe ich nicht nötig.


Hallo Jürgen,

bitte schreibe Deinen Bericht hier weiter. Er gefällt mir, wie jede Deine Berichte, sehr gut.

Außerdem kann ich selber gut einschätzen, dass die Finnmark alles andere wie öde ist, ich war ja selber dort schon unterwegs.

Ich freue mich auf die Fortsetzung Deines Berichtes.

Ws das Mitglied "Grüner Fleck" angeht. Ich habe den Beitrag von diesem Mitglied den Moderatoren gemeldet. Leider sorgen solche Mitglieder, denen es nur ums rumstänkern geht, seit einiger Zeit für eine aggresive und negative Grundstimmung hier. Das nun auch noch Bereiche wie der Reiseberichtbereich von solchen Mitgliedern "in Angriff genommen" werden um für Aggresivität zu sorgen, ärgert mich sehr und verdirbt einem immer mehr die Lust auf dieses Forum.

Das nur mal so am Rande, nun sollten wir uns aber wieder auf Deinen tollen Reisebericht freuen und Dir die "Bühne" in diesem Thread überlassen.

Gruss
Thomas
von: Juergen

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 07:43

Hallo Namensvetter, schmunzel
schreib bitte weiter. So langsam bekomme ich nämlich Lust auf Norwegen.

Danke für die schönen Photos und einen beeindruckenden Reisebericht mit viel Herzblut. bravo
Jürgen
von: SuseAnne

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 08:08

Hallo Jürgen,

ich, wie sicherlich viele andere stumme Mitleser bisher habe große Freude an Deinem Bericht. Wer sich für Dein Reiseziel und die Art Deiner Darstellung nicht interessiert, hat völlig kostenfrei die Möglichkeit, das Ganze nicht zu lesen. lach zwinker

Suse
von: haegar

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 08:37

Hallo Jürgen,

da melde ich mich auch zu Wort und reihe mich gerne in die "JA!"-Sager ein grins

JA! - tolle Reise

JA! - grandiose Landschaft, wo ich nur zu gerne hin fahren würde

JA! - schöner Bericht

JA! - weitermachen


Sagen wir es mal so, passend zu Land und Gegend, muss man damit Leben, dass kleine trollige Wesen aus Ihren Höhlen hervorspringen, lass Dich nicht beirren zwinker
von: Holger

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 09:10

In Antwort auf: Jim Knopf
[…]Sollte hier mein Bericht missfallen, stelle ich das hier ein und der bisherige Bericht kann auch gerne komplett gelöscht werden.
Der Bericht macht nämlich jede Menge Arbeit und dass ich mich jetzt hier auch noch ärgern muss, habe ich nicht nötig.


Du musst Dich nicht ärgern. Einer Person gefällt er nicht, dass ist deren Recht. Aber auf diese eine Person musst Du keine Rücksicht nehmen. Nicht jeder interessiert sich für jedes Ziel. Ob und in welcher Form man das hier zwingend äußern muss, ist eine andere Frage.

Grundsätzlich werden Reiseberichte hier gerne gelesen, aber weniger häufig kommentiert. Den meisten gefallen die Berichte, viele davon bleiben aber "still". Nicht jeder interessiert sich für jedes Ziel, also wird auch nicht jeder jeden Reisebericht lesen. Es hätten sich deutlich mehr Leute geärgert, wenn Du den Bericht nicht geschrieben hättest.


Mir jedenfalls hat Dein Bericht gut gefallen, zudem reizt mich der Norden auch. Blöderweise fahre ich lieber im Warmen und unter der Sonne, jedesmal nach Lektüre eines Norwegen- oder Schottland-Reiseberichts denke ich ... da müsste ich auch mal hin. Und jedes Jahr im Frühjahr fokussiert es sich dann doch wieder auf Frankreich zwinker

Viele Grüße,
Holger
von: Martina

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 09:22

In Antwort auf: Holger
Du musst Dich nicht ärgern. Einer Person gefällt er nicht, dass ist deren Recht. Aber auf diese eine Person musst Du keine Rücksicht nehmen. Nicht jeder interessiert sich für jedes Ziel. Ob und in welcher Form man das hier zwingend äußern muss, ist eine andere Frage.


Gut und sachlich zusammengefasst.
Ich finde es im übrigen unabhängig von der konkreten Situation durchaus legitim, nach der Lektüre eines Reiseberichtes zu dem Ergebnis zu kommen, dass dieses spezielle Ziel nichts für einen ist. Das ist deutlich besser als hinfahren und dann enttäuscht sein. Und diese Erkenntnis beinhaltet m.E. auch keinerlei Kritik am Schreiber des Reiseberichts.

Und im übrigen: was kümmert es die deutsche Eiche...

Martina
von: WildeHilde26

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 10:19

Martina, man muss diese Erkenntnis, dass einem ein Ziel nicht gefällt aber nicht allen kund tun, schon gar nicht, indem man einen sehr schönen und lesenswerten Bericht abwertet.

Ich schaue jeden Tag in die "Reiseberichte", weil ich schon auf die nächste Etappe von Jim Knopf warte. Bitte weiter schreiben! dafür
von: jutta

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 10:25

Bitte weiter machen!!!
Auch wenn wenn wenn Opera mini dabei in die knie geht, ist das halt meine Sache. Mit dem originaleh Browser geht auch aufm Smarton.
von: Radlertulpe

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 13:30

hallo Jürgen,
bitte weiter schreiben und Danke für Deine Mühe und diese tollen Berichte und Fotos.
Ist schon faszinierend im hohen Norden zu radeln.

hallo Anna,
mach's wie ich, was nicht interessant scheint , einfach nicht lesen. Erspart Zeit und unnütze Kritik.
vG Mario
von: Uwe Radholz

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 14:59

In Antwort auf: Jim Knopf
Sollte hier mein Bericht missfallen, stelle ich das hier ein und der bisherige Bericht kann auch gerne komplett gelöscht werden.
Der Bericht macht nämlich jede Menge Arbeit und dass ich mich jetzt hier auch noch ärgern muss, habe ich nicht nötig.


Wie, Du ärgerst Dich jetzt über den Kommentar? Ne, nicht wirklich?
Da Du EDV-mäßig fit bist, ist es ja kein Problem für Dich, diese Forumista im Killfile abzulegen. In meinem hat sie jedenfalls schon einen gemütlichen und gut ausgestatteten Platz gefunden lach

Mit Gruß aus Mannheim


Uwe
von: Rapante

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 16:40

Hallo Jürgen,

auch von mir ein "Bitte weiterschreiben!"
Dein Bericht gefällt mir sehr. Zudem weckt er bei mir auch wunderschöne Erinnerungen.

Laß dich nicht ärgern!

Regina
von: Landradler

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 17:58

Bitte weiter schreiben! Wem der Bericht, inkl. Fotos, nicht gefällt... ist wohl im falschen Forum. gähn
von: HyS

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 18:10

In Antwort auf: Martina

Ich finde es im übrigen unabhängig von der konkreten Situation durchaus legitim, nach der Lektüre eines Reiseberichtes zu dem Ergebnis zu kommen, dass dieses spezielle Ziel nichts für einen ist. Das ist deutlich besser als hinfahren und dann enttäuscht sein. Und diese Erkenntnis beinhaltet m.E. auch keinerlei Kritik am Schreiber des Reiseberichts.

Das sehe ich ganz genauso. Auch mich würde eine Radreise nach Finnland nach dem Bericht nicht sonderlich reizen, das liegt aber nicht an Mängeln des Berichts, sondern einfach an der Gegend.
Dafür sind die Bilder aus Norwegen zumindest für mich extrem reizvoll. Ich war zwar schon 2 mal in Norwegen, wenn ich aber die Bilder sehe muss ich noch mal dorthin und dann weiter nach Norden.

Egal ob man die Gegend nun mag oder nicht, der Reisebericht ist sehr umfangreich und hilfreich für jeden der sich informieren möchte und deshalb ist es gut, das sich jemand die Mühe macht.
Also bitte weitermachen. bravo
von: trecka.de

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 20:53

In Antwort auf: grüner fleck

Darf ich den Bericht kurz zusammenfassen?


Ne, wer hat dich denn gefragt. so sehr man sich auch aufregen mag, bitte in der Wortwahl zurückhaltend bleiben

@Jürgen, bitte weitermachen, super Reisebericht.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 30.08.12 22:49

Freitag, 6. Juli 2012 Ruhetag in Tromsø

Zum Verständnis der Fortsetzung muss ich jetzt ein wenig weiter ausholen. Im März diesen Jahres machte die alte Ms Nordstjernen ihre letzte Reise auf der Hurtigrute. Auf der letzten Reise wurde das alte Schiff von einigen Mitgliedern des Hurtigforums gebührend verabschiedet. Ich wäre da natürlich auch nur zu gerne live dabei gewesen. Das schied leider aus Kosten und noch viel mehr Urlaubsgründen aus.
Hier und hier gibts für interessierte, die entsprechenden Reiseberichte.

In Anlehnung an die Liveübertragung im vergangenen Jahr auf der Nordnorge, wo beim Treffen mit der Nordstjernen ein Banner mit der Aufschrift hing: "Old, small, but awesome", wurde die Idee eines Banners auch bei der Abschiedsreise geboren. In Anlehnung an den Song der Gruppe Alpaville wurde "Forever Young" ausgewählt. Das Banner wurde in jedem Hafen an der Reling befestigt und wurde immer mehr zum Selbstläufer. Es haben schließlich alle Passagiere und Besatzungsmitglieder drauf unterschrieben und es so zu einem historischen Dokument werden lassen was dem Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes überbracht werden sollte.
Das geschah jetzt am 7. Juli 2012. Das Mitglied Capricorn aus dem Hurtigforum hat das in die Wege geleitet und auch in die Tat umgesetzt.

Das habe ich mir natürlich, zumal ich auch noch zufällig einigermaßen passend unterwegs war nicht nehmen lassen, diese Ereignis live zu erleben.

Jetzt aber weiter zum eigentlichen Bericht:

Habe auch die letzte Nacht bei arcticGateway ganz ausgezeichnet geschlafen. Nach dem gewohnten Frühstück gings erst Mal in einen Laden, weil ich mir noch einen USB-Stick zur Datensicherung besorgen wollte. Die Datensicherung folgte dann im Anschluss und war gerade beendet als wir zum Flughafen aufbrechen mussten um Capricorn in Empfang zu nehmen. Dabei machte ich auch gleich den Fehler des Tages, indem ich die Kamera nicht mitgenommen habe.
Capricorn kam nur mit geringer Verspätung an und im Anschluss ging es sofort mit dem Bus durch das Tunnelsystem in die Innenstadt direkt auf die Lofoten.
Nach dem obligatorischen Rundgang spendierte uns Capricorn in der Cafeteria Kaffee und Waffeln. Nochmals vielen Dank, Capricorn.
Waffel auf der Lofoten
Ich schaue neugierig von oben in den Maschinenraum

Nun spazierten wir noch ein wenig durch die Innenstadt und gingen schließlich durch das Werftgelände auf eine Mole, von wo wir das Auslaufen der Lofoten beobachteten. Ich bediente dabei den Videoapparat von Capricorn.
Bild vom Auslaufen

Danach besuchten wir einen Supermarkt, kauften Spaghetti, Hackfleisch und Soße für das Nachtessen ein und fuhren mit dem Bus zu arcticGateway.
Nach dem Nachtessen fuhr ich mit meinem vollbepackten Rad quer durch Tromsø, über die Brücke und an der Eismeerkathedrale vorbei zur Talstation der Seilbahn zum Storsteinen. Dort parkte ich das Rad direkt vor der Talstation. Das ist dort gar kein Problem, zumal dort nicht gerade der Mittelpunkt der Kriminalität ist.
Capricorn und arcticGateway nahmen den Bus. Deshalb musste ich einige Zeit auf sie warten.
Heute war das Wetter leider nicht ganz so gut wie 2 Tage zuvor.


Pünktlich kam die Finnmarken auf, drehte und legte am Hurtigrutenkai an.




Nun ging es beschleunigt zur Seilbahn zurück. Leider verpassten wir die Bahn um Mitternacht nur um wenige Sekunden. So fuhren wir halt eine halbe Stunde später talwärts.
Unten angekommen verabschiedete ich mich von arcticGateway und fuhr auf direktem Wege zum Schiff.
Dort angekommen konnte ich sogar noch eine Kabine bekommen, nahm diese jedoch nur bis Risøyhamn, da das wesentlich preiswerter war, als wenn ich sie bis nach Svolvær genommen hätte.
Ich hatte übrigens die 522, richtete mich dort ein und verfolgte noch das Ablegen. Danach begab ich mich gleich zur Koje.

Fortsetzung folgt.


Nun zu der Kritik an meinem Bericht. Ich kann durchaus mit Kritik leben, wenn jemandem das hier überhaupt nicht gefällt, das ist gar keine Frage, aber die Art und Weise wie das das Mitglied "grüner fleck" sich hier dazu äußert finde ich einfach unschön.
Da mache ich mir jede Menge Arbeit mit dem Einstellen der Bilder und verbringe Stunden, um euch an meiner Reise möglichst umfangreich teilhaben zu lassen und muss dann lesen, dass ich mir das hätte sparen können.
Nicht die Kritik, sondern die Art und Weise ist der Grund für meinen Ärger.
Wenn jemand schreibt, dass das alles nix für ihn ist und es auch nicht gefällt, damit habe ich überhaupt kein Problem, aber hier den ganzen Bericht als solche infrage zu stellen in dem Stil, das hätte ich mir sparen können, ärgert mich.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 31.08.12 00:57

Samstag, 7.Juli 2012 Tromsø - Kabelvåg

Habe wieder ganz ausgezeichnet geschlafen, war aber so rechtzeitig vor Risøyhamn wach, dass ich noch ein ausgedehntes Frühstück in meiner Kabine zu mir nehmen konnte.
Zuvor machte ich jedoch noch einen schnellen Rundgang über Deck.


Nach dem Frühstück ging ich an Deck und auf die Back. Dort traf ich auf Capricorn und wir verfolgten von dort gemeinsam die Durchfahrt durch die Risøyrenna. Wegen des gerade herrschenden Niedrigwassers und den trockengefallenen Bänken an beiden Seiten, war das besonders eindrucksvoll.




Hier ein noch unbearbeiteter Film vom Einlaufen in Risøyhamn. Am Ende ist das markante Typhon zu hören.

In Risøyhamn schnappte ich mir meine Sachen, räumte die Kabine und brachte das Gepäck ins Autodeck und befestigte es wieder am Rad. Danach gab es einen kleinen Landgang. Direkt am Kai wurde Svele verkauft. Das ist ein etwas dickerer Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade. Ich griff zu und muss sagen, dass mir das ausgezeichnet geschmeckt hat.
Außerdem war dort auf dem Kai noch eine jugendliche Tanzgruppe fortgeschrittenen Alters aktiv.




Sie tanzten zu Parona Bavariae. Da ist hier zu Hause schon schlimm, aber in Norwegen in Risøyhamn, vor einem Hurtigrutenschiff eine Katastrophe entsetzt .
Patrona Bavariä

Derweil wurde, wie stets in Risøyhamn üblich, Unmengen von Blumenerde an Bord genommen.


Mit leichter Verspätung ging es dann weiter.
Das Wetter wurde immer besser. Wir hatten Windstärke 0 und in Böen 1, wobei es keine Böen gab bäh


Glocke der Finnmarken:


Landschaft der Vesterålen, kurz vor Sortland.






Vorbereitung für die Brückendurchfahrt von Sortland. Dort ist es nämlich üblich, dass die Busse des Vesterålenausflugs über die Brücke fahren, während das Schiff unmittelbar vor der Brücke ist.


Leider konnte ich das Ereignis weder in Bild, noch im Film festhalten, da ausgerechnet jetzt der Akku leer war böse .

Hinter Sortland gab es einen kleinen Fototermin auf der Tanzfläche der Bar auf Deck 4:

Reiseleiter Peter Jensen, Capricorn und Kapitän Hansen (von links nach rechts) halten das "Forever Young" Banner. Ein Andenken an die letzte Fahrt der Nordstjernen, auf welchem sämtliche Passagiere und Besatzungsmitglieder der letzten Fahrt unterschrieben haben.
Das Banner sollte nun dem Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes übergeben werden.

Draußen war inzwischen Kaiserwetter und die Lofoten bereits deutlich im Süden auszumachen.




Anlaufen von Stokmarknes:


In Stokmarknes wurden wir sehr herzlich vom Leiter des Hurtigrutenmuseums Kapitän Sten Magne Engen und dessen Assistentin May-Britt empfangen.


Im Museum wurde das Banner schon mal an die dafür vorgesehene Wand gehalten.

Von links nach rechts: Capricorn, Kapitän Engen und Peter Jensen.

Capricorn übergibt die Flagge des Hurtigforums an Kapitän Engen:


Außerdem wurde ich zusammen mit Capricorn noch Mitglied im Museum. Wir bekamen jeder eine Urkunde, einen Anstecker, einen Kaffeebecher sowie ein Poster.
Im Anschluss kam noch ein Reporter von der örtlichen Zeitung. Den entsprechenden Artikel gibt es hier. Die ganze Aktion mit dem Hochhalten des Banners an die Wand musste deshalb nochmals widerholt werden. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, ein Forumstrikot an jenem Tag zu tragen zwinker.

Zum Abschluss wurden wir von Kapitän Engen noch in einen Container geführt. darin befindet sich ein Teil der original Inneneinrichtung des DS Finnmarken von 1912. Es handelt sich dabei um den Salon, sowie Kabinen der 1.Klasse.






Zurück an Bord genehmigten wir uns erst Mal Waffeln und Kaffee in Babette’s Café. Rechzeitig zur Einfahrt in den Raftsund waren wir aber wieder an Deck.
An der Insel Brattholmen mit dem kleinen Leitfeuer an Steuerbord, geht es mit einem Steuerbordschwenk von über 90° in den Raftsund.


Das Wetter war einfach nur traumhaft und die Landschaft grandios.








Im Raftsund kann eine reißende Strömung setzen. Die Navigation ist deshalb dort schwierig. Große Kreuzfahrtschiffe passen dort ohnehin nicht durch.


Das tolle an der Finnmarken ist ohne Zweifel die begehbare Back. Deshalb ist ist dort, verglichen mit Dem "Balkon" auf den anderen Schiffen sehr viel Platz. Deshalb hat es mich sehr gefreut, gerade auf diesem Schiff die Raftsundpassage erleben zu dürfen.




Das Boot der Seeadlersafari geht längsseits.


Blick auf den Svartsund. Dahinter befindet sich der Trollfjord. Die Finnmarken würde dort auch durch passen. Seit einem Zwischenfall mit der Trollfjord, sie bekam dort Grundberührung, wird dort nicht mehr durchgefahren. 2006 bin ich bei meiner ersten Hurtigrutenreise mit Kong Harald sowohl nord- als auch südgehend dort durchgefahren.




Wir fahren deshalb um die vorgelagerten Inseln außenrum in Richtung Trollfjord.




Dann kam mit dem Trollfjord der Höhepunkt des Tages.
























Bei bestem Wetter ging es dann weiter nach Svolvær. Merkwürdigerweise leerte sich das Deck nach Verlassen des Trollfjords zusehends, dabei war die Landschaft weiterhin grandios. Ich war mit Capricorn fast alleine an Deck.
Kurz vor Svolvær:


Ich blieb bis zum Einlaufen nach Svolvær an Deck und ging danach zusammen mit Capricorn in der Cafeteria zum Nachtessen.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 31.08.12 00:58

Einlaufen Svolvær:








Im Anschluss holte ich mein Rad aus dem Fahrzeugdeck, fuhr über den Aufzug an Land und verabschiedete mich von Capricorn. Es war eine schöne, wenn auch kurze Zeit zusammen an Bord. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich bei der Übergabe des Banners dabei sein durfte.


Nach einem letzten Blick über den Hafen und der Finnmarken...





...fuhr ich die wenigen km, vorbei an der großen Holzkirche von Kabelvåg,...

...zum dortigen Campingplatz. Hier baute ich zum ersten Mal auf der Reise das Zelt auf. Aber 90Nok für das Zelt waren zu den 900Nok für ein Zimmer ein viel zu großer Unterschied. Außerdem war das Wetter traumhaft schön. Der Zeltplatz lag wunderschön am Ufer einer Bucht mit einem tollen Blick auf den Vågakallen.




12km, Durchschnitt: 19km/h, 200Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: gerold

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 31.08.12 14:22

Ganz toller Bericht mit wunderschönen Fotos der wirklich Lust auf eine Reise in den Norden macht.

Wie schaut es denn mit der Rad-Infrastruktur in Norwegen aus ? Sind gängige Ersatzteile (Reifen, Schläuche) zu halbwegs leistbaren Preisen erhältlich ?

Gruß und nochmals Danke für den Bericht - Gerold
von: Seltsamkeit

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 31.08.12 15:06

Hallo Jürgen, ich bin auch ein begeisterter Mitleser deiner Berichte - Danke für deine Mühe schmunzel Aber eines erschließt sich mir nicht: warum hast du keine Schutzbleche für deine Tour verbaut?

Grüße
Stan
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 31.08.12 22:17

Sonntag, 8. Juli 2012 Kabelvåg - Å

Habe im Zelt nicht so gut geschlafen. So ne Isomatte ist halt bei weitem nicht so bequem wie ein richtiges Bett. Aber was solls. Das Wetter war wunderbar. Nach dem gewohnt reichhaltigen Frühstück ging es los. Zunächst gab es noch einen Radweg parallel zur E10. Nach wenigen Kilometern endete dieser, dafür nahm der Verkehr auch immer mehr ab.
Schließlich erreichte ich den Abzweig nach Henningsvær. Dort befindet sich ein traumhaft schöner Strand.


Ich ließ diesen schönen und auch sehenwerten Ort jedoch links liegen, weil ich bereits 2008 mit dem Rad und 2006 mit dem Bus dort war. Ich setzte meine Reise auf der E10 fort.
Ich musste einmal um den Gimsøy- und Sundklakkstraumen fahren und diese beiden Meerengen jeweils mittels Brücke überqueren. Ich wechselte dabei von der Insel Vågan über die kleine Insel Gimsøya auf die Insel Vestvagøy.












Direkt hinter der Brücke über den Sundklakkstraumen wechselte ich von der E10 auf die 815 bis nach Leknes. Hier nahm der Verkehr nochmal stark ab. Dort begegnete ich nur vereinzelten Wohnmobilen und auch anderen Radfahrern. Mitten in der Botanik gabs ein Cafe, wo bereits mehrere Radfahrer draußen davor saßen. Ich genehmigte mir auch einen Kaffee und unterhielt mich mit ihnen. Es waren Norweger, die eine Rundfahrt über die Lofoten und Vesterålen machten.










Kurz vor Leknes musste ich einen kleinen Pass bewältigen. Das war der größte Anstieg des Tages. Ich wurde für die kleine Mühe des Anstiegs durch eine schöne Aussicht über Leknes entschädigt.


Hinter Leknes kam der Tunnel unter dem Nappstraumen und wenig später ein kleiner Minipass mit ganz toller Aussicht.




Die Landschaft wurde immer schöner. Für mich ist der Süden sowieso der schönste Teil der Lofoten.


Der Strand bei Ramberg. Südsee, Karibik, oder doch Norwegen? bäh


Massiger Felsen bei Ramberg. Wenn der runterkommt, hat sich das für die Häuser auch erledigt zwinker .


Südlich von Ramberg wechselt die E10 entlang des schmalen und strömungsreichen Kåkersund von der West- wieder auf die Ostseite der Lofoten.


Kurz vor Reine machte ich an einem Rastplatz nochmal eine kurze Pause.




Die folgenden Aufnahmen entstanden bei Reine:










Schließlich erreichte ich mit Å mein heutiges Tagesziel. Der Ort heißt wirklich so und das Ortschild mit dem A und dem Kringel oben drauf ist ein beliebtes Fotomotiv. Entsprechend umlagert war das Schild. Ich habe mich daher entschieden, eine Aufnahme von mir mit Rad, zu einem späteren Zeitpunkt vorzunehmen.
Der Campingplatz, auf welchem ich 2008 zeltete, ist leider geschlossen. Ich musste mich daher anderweitig umsehen und fand ein schönes Zimmer für 660Nok inclusive Bettwäsche für 2 Nächte. Da kann man nicht meckern.
Nachdem ich mich häuslich eingerichtet und auch was zur Nacht gegessen hatte, machte ich mich auf einen Rundgang durch diesen schönen Ort.








Sie...

...mag das...

...hier. Wobei der Fisch schon gewaltig groß war.

Torrfisk Mueum:


Eigentlich ist der ganze Ort ein Museum.
Tolle Abendstimmung:


Meine Unterkunft. Hinter dem 2. Fenster von links in der 2. Etage befand sich mein Zimmer.


Nochmals von der anderen Seite.


Auf einer kleinen Wiese befanden sich dieser Hafen mit Modellschiffen.


Die nordgehende Hurtigrute ist nun zur Abfahrt bereit grins träller


Zum Abschluss ging ich hinaus auf die Mole. Dabei entstanden diese Aufnahmen vom Ort:




Blick über den Vestjford:


Blick auf Værøy:


Der Weg zurück ins Zimmer und Bett fiel mir bei dem Wetter und dieser Stimmung wirklich schwer. Es blieb mir aber nix anderes übrig, als irgendwann mal ins Bett zu gehen, schließlich hatte ich am morgigen Tag auch noch einiges vor.

128km, Durchschnitt: 19km/h, 1200 Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.


@Seltsamkeit: Ich habe die Schutzbleche nebst Parkstützen und Anhängerkupplung extra für diese Tour demontiert. Ohne Schutzbleche rollt das Rad wesentlich besser, da so breite Bleche für 50iger Bereifung hübsche Windfänger sind. Bis auf die kurze Schlammstrecke in Finnland habe ich die auch nicht vermisst. Bei der Reise sitze ich im Gegensatz zum täglichen Einsatz ausschließlich mit Radbekleidung auf dem Rad und bei Regen mit Regenbekleideung.

@gerold: Du bekommst in jedem größeren Ort Ersatzteile für das Rad. Schläuche und Reifen auf alle Fälle, allerdings entweder schmale und glatte Rennbereifung oder MTB-Bereifung mit Stollen. Ich hatte deshalb eine Ersatzdecke Marathon Supreme 50-559 dabei.
Ansonsten bekommst du Rennteile bis Ultegra und MTB Teile bis XT problemlos.
Shimano ist am meisten verbreitet, bei anderen Marken wie Campagnolo wirds dünn.
Außer in ganz großen Orten wie Tromsø, Bergen, Trondheim oder Oslo gibts keine speziellen Radläden sondern Kaufhäuser mit einer meist recht gut sortierten Radabteilung.
Nach den Preisen habe ich jetzt nicht geschaut, ich hatte, da die ganze Tour pannenfrei verlief, auch keinen Bedarf
von: Anonym

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 31.08.12 23:45

(drei stunden später konnte ich endlich deine Antwort lesen und drauf antworten... bäh )

In Antwort auf: Jim Knopf
Hallo Anna,vor allem eine moderne Forumssoftware würde deinem Arbeitsspeicher gut tun.


Hört sich an wie eine gute Idee, aber gibt es sowas wirklich und was macht die? Welche verwendet man denn da so ohne sich in finanzielle Unkosten zu stürzen?
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 01.09.12 00:12

Montag, 9. Juli 2012 Ruhetag Å

Habe sehr gut und auch recht lange geschlafen. Zum Frühstück habe ich mir ganz frische Brötchen in der Museumsbäckerei besorgt. Die Brötchen waren mega lecker.
Nach dem Frühstück fuhr ich, mit nur kleinem Gepäck, die wenigen km zurück bis zum Einstieg des Reinebringen. Dort ließ ich das Rad stehen, machte aus meiner Radtasche einen Rucksack und los gings. Ich hatte für den Weg einen GPS-Track im Navi, so war es nicht weiter schwer, den Weg zu finden. Der Einstieg befindet sich an einem Radweg, welcher den Tunnel vor Reine, von Süden aus gesehen, umgeht. Der Einstieg ist nur mit zwei weißen Pfeilen auf dem Fahrbahnbelag des Radwegs gekennzeichnet.
Es ging auch gleich in die Vollen. Der Weg, bzw. Pfad, denn mehr ist das nicht, ist äußerst steil und geht über glatte Felsplatten. Das war für mich mit meinen Keens und den Cleats in der Sohle noch gerade so machbar.
So gewann ich schnell an Höhe die Landschaft und Pflanzenwelt wurde alpin.




Blick zurück:




Oben angekommen gab es einen überwältigenden Blick auf das zu Füßen liegende Reine und über die Lofoten. Ich lass einfach die Bilder sprechen, denn das in Worte zu fassen fällt schwer.






















Knapp 500m direkt über der E10:




Bei dem schönen und auch warmen Wetter war ich natürlich keineswegs allein dort oben, aber von Massentourismus war das auch noch weit entfernt. Ich setzte mich einfach, wie einige andere Leute auch, einfach ins Gras und ließ das lange auf mich wirken.
Irgendwann musste ich mich dann doch auf den Rückweg machen. Blick zurück auf den steilen Pfad:


Wieder unten angekommen nochmals ein Blick nach oben.


Hier der Einstieg, schwach kann man unter der Stromleitung den Pfeil auf dem Boden erkennen:


Im Anschluss fuhr ich zum Einkaufen noch in den COOP nach Reine. Dort traf ich noch auf 2 Radreisende. Einer aus Frankreich und der andere aus Deutschland. Nach einer ausgedehnten Unterhaltung und dem Einkauf, machte ich noch das folgende Blick mit dem Reinebringen.


Nun gings wieder zurück nach Å. Da am Ortsschild nix los war, nutzte ich die Chance, steckte meine Kamera auf das Gorillapod und befestigte das dann an der gegenüberliegenden Leitplanke. Jetzt kann man auch mal ein wenig mehr vom Fahrrad erkennen bäh .


20km Rad und 8km Wanderung, Durchschnitt: 20km/h, 800Hm, Hier die Strecke, Fortsetzung folgt.

@grüner fleck: Die Forensoftware kannst du dir nicht auf deinen Rechner laden, sondern ist die Software mit welcher ein Forum betrieben wird. Die ist hier leider etwas antiquiert und macht deshalb das Einstellen von Bildern sehr umständlich und bei einer großen Bildermenge sind die Ladezeiten dementsprechend lange.
Welche Software hier verwendet wird entzieht sich meiner Kenntnis. Im Hurtigforum, wo ich Gründungsmitglied bin wird Burning Board von Woltlab verwendet.
Dort besteht die Möglichkeit Bilder direkt hochzuladen und mit nur einem Mausklick an beliebiger Stelle im Reisebericht einzubinden. Es entstehen kleine Vorschaubilder die durch Mausklick in einem extra Fenster öffnen. Da kann dann zwischen den Bildern des Berichts vor und zurück navigiert werden.
Der Bericht wird bei gleicher Bilderzahl wesentlich schneller geladen und sieht auch noch besser und übersichtlicher aus.

Hier gibts den gleichen Reisebericht mit nur geringen forenspezifischen Änderungen mal zum Vergleich.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 01.09.12 10:58

Dienstag, 10. Juli 2012 Å - Bodø

Habe wieder recht gut geschlafen. Allerdings bin ich heute etwas früher aufgestanden. Wollte ich doch um 10.25 Uhr mit der Fähre von Moskenes nach Bodø fahren.
Leider gab es in der Museumsbäckerei erst ab 9 Uhr Brötchen. Habe halt vorher meinen Kram zusammengepackt und das Rad beladen.
Danach gings in die Bäckerei. Diesmal habe ich sogar dran gedacht, meinen Fotoapparat mitzunehmen und ein paar Bilder des Kleinodes, zu machen.












Nach einer letzten Runde durch Å, machte ich mich auf den kurzen Weg zur Fähre nach Moskenes.






Ich konnte mit meinem Rad problemlos an Bord fahren. Einige Automobilisten und Wohnmobile mussten jedoch zurückbleiben, da die Fähre bis auf den letzten Platz voll war.
Ein letzter Blick über Moskenes...



...dann gings auch schon los.
Die Fähre hat eine gewisse historische Note, was mir durchaus gefällt.


Auslaufen Moskenes:




Letzter Blick zurück auf die Lofoten, im mittleren Bild ist übrigens rechts der Reinebringen zu erkennen. Da war ich ja gestern noch.






Auch das leibliche Wohl kam dort an Bord nicht zu kurz bäh :


Vor Bodø ging es dann durch einen wunderschönen Schärengarten.






Weit entfernt an Backbord, die Insel Landegode. Die Schiffe der Hurtigrute fahren auf ihrem Weg von Bodø nach Stamsund dort an der inneren Seite lang.


Einmal um die Nyholms Skandse ging es nach Bodø in den Hafen.


Gamle Salten und nordgehende Polarlys im Hafen von Bodø






Kaum von Bord beeilte ich mich mein Rad abzustellen. Dabei wurde ich gleich von einigen Landsleuten angesprochen. Schließlich kann man auf meiner Radbekleidung meine Herkunft sehen.
Auch von Eva aus dem Hurtigforum wurde ich angesprochen. Das fand ich ganz toll, dass sie sich für mich Zeit genommen hat und ich so ein weiteres Forumsmitglied aus diesem Forum persönlich kennenlernen durfte.
Als erstes ging es nun beschleunigt an Bord der Polarlys. Viel Zeit war nicht mehr, aber es war bis dahin eins der wenigen Hurtigrutenschiffe, wo ich noch nie an Bord war.
Nun ich muss offen gestehen, die Geschmäcker sind zwar verschieden, aber mir gefällt die bunte und grelle Farbenvielfalt überhaupt nicht. Die Farben sind so grell und laut, da wurde ich fast geblendet. Wenigstens findet man sich da gleich zurecht, weil sich eben alles analog von den Strasundern und den anderen Ulsteinern dort befindet, wo es hingehört.
Als nächstes ging es erst mal ins Vandererhjem. Dort bekam ich ein Einzelzimmer. Ich verstaute meine 7 Sachen dort und im Anschluss gab es eine kleine Stadtrundfahrt am Wasser entlang.
Neben der Gamle Salten...

...lag da auch noch dieses schöne Holzschiff.


Nun fuhren wir in den Ort und genehmigten uns im Freien Kaffee und ein Bier. Man saß dort sehr schön inmitten der Fußgängerzone. Es war auch ein wenig was los.
Danach fuhren wir noch zum Rema, zum Einkaufen. Da hatte ich großes Glück, dass ich mit Eva eine des norwegischen kundigen Begleiterin dabei hatte. Denn ich war noch gar nicht an der Kasse, da wollte bereits das Bier wieder raus und das mit Hochdruck :whistling: .
Die Toilette war abgeschlossen. Mit der Organisation des Schlüssels hätte ich das wohl nicht auf die Reihe bekommen, zumal man wissen muss, dass es den Schlüssel nur im gegenüberliegenden Laden gibt, weil der vom Rema abhanden gekommen ist bäh . Wie dem auch sei, ich war gerettet, denn bis ins Zimmer hätte mir das niemals gereicht, denn Nordlands und Mack haben ihr Ziel erreicht, wenn eins getrunken und vier geseicht grins träller .
Im Anschluss war das Kurztreffen mit Eva leider schon wieder beendet und ich fuhr zurück ins Vandererhjem und benutzte die super ausgestattete Küche und machte mir Nachtessen. Schnitzel mit Pommes und Gemüse.
Im Anschluss begab ich mich zur Nachtruhe. Von meinem Zimmer hatte ich einen tollen Blick über die Gleisanlagen von Bodø. Wenn sich auf Gleis 2 einer verbremst hätte, wäre er genau unter meinem Zimmer im Haus gelandet lach .


10km, Durchschnitt: 15km/h, Höhenmeter unbedeutend, Fortsetzung folgt.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 01.09.12 11:12

Mittwoch, 11. Juli 2012 Bodø - Ørnes

Habe wieder gut und auch lange geschlafen. Die Prellböcke standen noch alle so wie am Vorabend auch. Es hat sich also in der Nacht keiner verbremst bäh lach .
Das Frühstück fand stilecht im Bahnhofsrestaurant mit Durchsagen und Blick auf die Gleise statt. Die Auswahl am Buffet war zwar nicht so groß wie bei Hurtigruten, aber ausreichend.
So fuhr ich dann bei bedecktem Himmel aber im trockenen los. An einem Rema am Wegesrand ergänzte ich die Vorräte.
Weiter ging es entlang der recht stark befahrenen 80 zunächst auf einem gut ausgebauten Radweg. Als der an einer Baustelle endete wurde es für ein kurzes Stück etwas unangenehm. Nun, es bildete sich hinter mir eine lange Schlange und bei sich bietenden Gelegenheiten habe ich die Kraftfahrzeuge passieren lassen.
Als ich die 80 auf dem Fv17, dem Kystriksveien verlassen konnte, wurde es wieder schön, denn der Verkehr reduzierte sich auf ein erträgliches Maß.
Schon nach kurzer Zeit erreiche ich den Saltstraumen. Das ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Da ich dort bereits 2008 auf meiner Reise nach Tromsø den Gezeitenstrom in voller Aktion betrachten konnte und auch 2006 während meiner ersten Hurtigrutenreise mit dem Bus dort war, begnügte ich mich mit Bildern von der Brücke aus. Immerhin war da schon ein wenig Strömung vorhanden.




Leider verschlechterte sich das Wetter. Es fing an zu nieseln. Zunächst nicht so stark, so dass ich so weiterfahren konnte. Erst später als es doch noch nasser wurde, habe ich mich entschlossen, doch in die Regenbekleidung zu schlüpfen. Im Nachhinein wäre das aber gar nicht notwendig gewesen, so dass ich diese bald wieder auszog.
Nichtsdestotrotz war die Sicht stark eingeschränkt.




Die Strecke war zudem recht anspruchsvoll. Es ging ständig bergauf und ab. Dabei waren etliche Höhenmeter zu überwinden. So extrem hatte ich das von der Tour 2008, da war ich in Gegenrichtung unterwegs, gar nicht mehr in Erinnerung. Bedingt durch das schlechte Wetter gab es nur selten solche Ausblicke.


Norwegische Idylle mit Hütten und Boot in Sundsfjord.


Im Anschluss kam die größte Steigung des heutigen Tag mit 2 Tunneln.
Bereits kurz vor Ørnes fuhr sie dahin, die Fähre nach Vassdalsvik, in Bildmitte schwach zu erkennen.


Mit dieser Fähre sollen Radfahrer den Svartistunnel umgehen. Die nächste Fähre sollte aber erst 2 Stunden später losfahren. Am nächsten CP wäre ich dann mitten in der Nacht angekommen. Was tun? Derweil machte ich zur Entspannung erst mal diese Aufnahme lach :


Es gab eigentlich nur 2 Möglichkeiten. Entweder im hiesigen Hotel übernachten oder trotz Fahrradverbots durch den Svartistunnel fahren. Wenn es das Hotel hier nicht gegeben hätte, wäre ich ganz sicher durch den Tunnel gefahren. So habe ich mich für das Hotel entschieden. Das war nämlich ganz praktisch, denn so konnte ich am folgenden Tag gleich auf die Fähre rollen.

121km, Durchschnitt: 20 km/h, 1400 Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: Anonym

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 01.09.12 12:23

jetzt kommen doch noch schöne Eindrücke und du antwortetst mir nicht. sehe nur irgendwelche Berggipfel - nach ner viertelstunde durfte ich immerhin mal was schreiben ... bäh
von: alder

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 02.09.12 22:37

Da ich vor einigen Jahren auch mal zum Nordkapp gefahren bin und diese Reise wunderschoen war habe ich mir auch diesen Reisebericht teilweise durchgelesen. Was sich mir ehrlich gesagt nicht erschliesst ist die Headline des Berichtes: "Mit dem Fahrrad ..." Der Bericht beginnt mit Zug fahren und hat als Schwerpunkt Schiff. Ist aber immer wieder schön Eindrücke von Skandinavien zu sehen.
von: Oldmarty

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 02.09.12 23:30

In Antwort auf: alder
Da ich vor einigen Jahren auch mal zum Nordkapp gefahren bin und diese Reise wunderschoen war habe ich mir auch diesen Reisebericht teilweise durchgelesen. Was sich mir ehrlich gesagt nicht erschliesst ist die Headline des Berichtes: "Mit dem Fahrrad ..." Der Bericht beginnt mit Zug fahren und hat als Schwerpunkt Schiff. Ist aber immer wieder schön Eindrücke von Skandinavien zu sehen.



vielleicht erstmal ganz durchlesen ... dann wirst du auch das Rad mitbekommen , glaub mir
von: alder

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 02.09.12 23:48

Der Bericht ist ja ok und hat offensichtlich auch viele Fans. Nur passt halt "mit dem Fahrrad ..." nicht
von: iassu

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 03.09.12 01:33

In Antwort auf: alder
Der Bericht ist ja ok und hat offensichtlich auch viele Fans. Nur passt halt "mit dem Fahrrad ..." nicht

Das paßt so gut, wie wenn es heißen würde: "Mit dem Kopf..." Das Ergebnis des Kopfdabeihabens sieht man am Bericht selber ebenso überzeugend, wie das des Fahrraddabeihabens an der gefahrenene Kilometerzahl. Da der Autor nicht in dieser Gegend wohnt und auch weder Langstreckenschwimmer noch Ikarus zu sein scheint, finde ich die Zuhilfenahme von Schiff und Bahn vollkommen legitim und die Überschrift hier genau stimmig.
von: otti

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 03.09.12 07:20

Ab wie vielen gefahrenen km darf man denn Deiner Meinung nach von Radfahren sprechen? Als Du in N Fjorde zu überwinden hattest, bist Du selbstverständlich geschwommen. Den Nordkaptunnel hast Du auch gemieden, weil man da ja evtl. von Schieben und nicht von Fahren sprechen kann. Du bist der wahre Held.
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 03.09.12 22:17

Hallo Adler,

ich bin immerhin knapp 3000km mit dem Rad gefahren. Die ganze Hurtigrutenstrecke von Bergen nach Kirkenes misst etwa 2500km. Da bin ich nur einen ganz kleinen Teil mit dem Schiff gefahren und in den Raftsund und Trollfjord kommt man eben nur per Schiff.
Guck dir mal die Karte der Varanger und Nordkynhalbinseln an, das sind ziemlich lange Sackgassen. Liebend gerne wäre ich natürlich auch von Berleåg nach Gamvik über die Tana gefahren. Das hat leider die extreme Witterung nicht zugelassen. Auf dem Ifjordfjell gabs nämlich Neuschnee. Da war ich leider gezwungen ab Båtsfjord das südgehende Schiff zu nehmen.
Natürlich ist es richtig, dass ich gerne auf dem Wasser unterwegs bin und noch lieber mit den Schiffen der Hurtigruten.
Einen über 100 Jahre alten Liniendienst mit täglicher Abfahrt über eine Distanz von über 2500km mit 34 Häfen und 11 Schiffen gibts sonst nirgendswo mehr auf der Welt. Dazu kommt dann noch die atemberaubende Landschaft.
Deshalb bin ich halt auch Hurtigforum Mitglied und kenne mich deshalb insbesonders mit den Schiffen der Hurtigrute bestens aus.
Deshalb ist das aber immer noch eine Radreise. Den überwiegenden Teil meiner Reise habe ich immer noch mit dem Rad zurückgelegt. An- und Abreise habe ich mit Fähre und Zug bewältigen müssen, da ich halt zur arbeitenden Bevölkerung gehöre und nicht unbegrenzt Urlaub habe.
Mit etwas mehr Wetterglück wären ohne Probleme auch noch 1000km mehr drin gewesen.
Mich würde mal interessieren wie du deine Reisen gestaltest. Demnach müsstest du ja grundsätzlich von der Haustüre mit dem Rad starten und auch dort wieder ankommen, weil das sonst ja keine Radreise mehr ist.
von: Thomas1976

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 03.09.12 23:49

Zitat:
Mich würde mal interessieren wie du deine Reisen gestaltest. Demnach müsstest du ja grundsätzlich von der Haustüre mit dem Rad starten und auch dort wieder ankommen, weil das sonst ja keine Radreise mehr ist.


Hallo Jürgen,

lass Dich von diesen Miesepetern und Nörglern nicht verrückt machen. Momentan gibt es hier im Radreiseforum einige Leute, die gerne auf alles rumstänkern und eine aggresive Grundstimmung verbreiten.

Natürlich ist es eine Radreise und ich finde es toll, wenn man seine anderen Interessen, bei Dir das Interesse an den Hurtigrutenschiffe, miteinander verbindet.
Habe ich ja selber in Norwegen gemacht, eine Fahrt auf den Hurtigrutenschiffen ist einfach spitze und ein tolles Erlebnis.

Ich kombiniere auf meinen Radreisen ja auch die Landschaften und Gegenden die ich sehen will und bei nicht so interessantenen Gegenden überbrücke ich diese auch schon mal gerne mit Bus oder Bahn. Trotzdem bleibt es eine Radreise. Die wenigsten hier in diesem Forum haben Zeit und Geld für eine mehrjährige Radreise.

Also mache Dir darüber keine Gedanken.

Ich finde Deine Radreise in Kombination mit Fahrten der Hurtigruten äußerst spannend und freue mich auf die Fortsetzung.

Gruss
Thomas
von: Radlertulpe

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 04.09.12 05:52

bin ich ganz Deiner Meinung,
ein interessanter, kurzweiliger und informativer Bericht bravo . Man kann sogar noch was Neues erfahren. Ist nun mal von der Natur so eingerichtet schockiert , das es immer wieder Nörgler, Besserwisser und Neider gibt traurig
gruß Mario
von: Holger

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 04.09.12 09:25

In Antwort auf: Jim Knopf
[…]Mit etwas mehr Wetterglück wären ohne Probleme auch noch 1000km mehr drin gewesen.
Mich würde mal interessieren wie du deine Reisen gestaltest. Demnach müsstest du ja grundsätzlich von der Haustüre mit dem Rad starten und auch dort wieder ankommen, weil das sonst ja keine Radreise mehr ist.

Es ging ja nicht darum, ob es eine Radreise ist oder nicht. Sondern nur, ob der Titel "mit dem Fahrrad ans Ende der Welt" passt oder nicht, weil Du ein Stücke mit Zug oder Schiff gefahren bist.

@alder:
Ich denke, dass der Titel sehr wohl passt. Dass er nicht wörtlich zu nehmen ist, ist ja wohl offensichtlich, denn sonst müsste man sich viel eher als das "mit dem Fahrrad" das "bis ans Ende der Welt" hinterfragen, was soll denn das sein? Und ganz genau genommen könnte man auch 99 % der Strecke mit dem Auto fahren und nur die letzten hundert Meter mit dem Rad ans Ende der Welt und es wäre nicht falsch. Ein Betreff kann nie 100% korrekt alles wiedergeben, er muss eine Zuspitzung auf das Wesentliche sein. Und er darf auch gerne mal überzeichnen, mit einem Augenzwinkern versehen sein o. ä. Solche Überschriften halte ich für viel interessanter als ein schlichtes "Skandinavien Sommer 2012"
von: Holger

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 04.09.12 09:30

In Antwort auf: Thomas1976
[…]lass Dich von diesen Miesepetern und Nörglern nicht verrückt machen. Momentan gibt es hier im Radreiseforum einige Leute, die gerne auf alles rumstänkern und eine aggresive Grundstimmung verbreiten.[…]

Manches wird auch gerne aggressiv aufgefasst, ohne es zu sein. Wir diskutieren hier öffentlich, ein Reisebericht im Forum ist eine Veröffentlichung. Da gibt es Reaktionen, und dass nicht jedem alles gefällt, ist eine Binsenweisheit. Das muss hier auch gesagt werden dürfen, sonst wäre das kein interessantes Forum. Es muss auch Kritik und Kritisches erlaubt sein, ohne dass das gleich als "rumstänkern" und "aggressive Grundstimmung verbreiten" von "Miesepetern" und "Nörglern" ist.
An dem Einwand von alder kann ich nichts Negatives dieser Art feststellen. Der Bericht gefällt ihm, für ihn ist nur der Betreff nicht zutreffend. Das sehe ich inhaltlich anders, habe aber in diesem Fall an der Form des Beitrags und vor allem auch seiner grundsätzlichen Berechtigung nichts auszusetzen.

Man muss in einem Forum auch andere Meinungen akzeptieren und aushalten können.

Gruß
Holger
von: Dietmar

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 04.09.12 09:48

Hallo Jürgen,

du musst dich für nichts rechtfertigen. Lieber mal ein bisschen übertreiben als die Leser langweilen.
In Antwort auf: Jim Knopf
... Deshalb ist das aber immer noch eine Radreise. ...

Wer sich mit deinem Beitrag auf der Krümelkakkerebene auseinandersetzen möchte, wird sich nicht durch Erklärungen beirren lassen. Immerhin hat hier jeder die Möglichkeit zu zeigen, wie es "besser" geht.

Ich freue mich jedenfalls darauf, wenn Dein "Fortsetzungsroman" (endlich schmunzel ) fertig ist, so dass ich das Gesamtkunstwerk in einem Rutsch genießen kann. Der grobe Überblick ist jedenfalls schon mal vielversprechend.

Also weiter so!

In Vorfreude grüßt Dietmar
von: vronerl

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 04.09.12 10:28

OH mein Gott - sind die Bilder schön! Mein Herz blutet, wenn ich das sehe. Fernweh tut richtig weh....
von: Landradler

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 04.09.12 20:19

vronerl, ein Tipp: Nicht dem letzten antworten der einen Beitrag geschrieben hat, sondern dem auf dessen Beitrag deine Antwort sich bezieht. zwinker
von: poecki

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 11.09.12 14:14

Ich verfolge deinen Beitrag seit dem ersten tag.

ich muss sagen, super schöne Bilder. Tolle Landschaft.
würd ich auch gerne mal machen lach
von: Pedalpetter

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 11.09.12 20:12

Hallo Jürgen,

hast Du die Lust verloren? traurig
Wäre wirklich schade.
Ich hoffe Du machst weiter. dafür
Danke.
von: Ente

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 11.09.12 21:23

Alter Schwede... träller wenn ich die Fotos so sehe möchte ich gleich losfahren. Bin gespannt wie es weitergeht dafür

Gruß
Andreas
von: Karl der Bergische

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.09.12 21:35

Aber hallo,
die Fotos, vor allem aus Norwegen, finde ich super. Es müssen einem ja nicht alle Gegenden gleich gut gefallen. Selbst war ich schon mehrmals (mit Auto und einmal im Winter mit Hurtigruten) in Nordskandinavien. An den botanischen Garten in Tromso habe ich auch noch sehr gute Erinnerungen. Hoffe ihn bei einer für 2014 geplanten Norwegen-Radtour noch einmal zu sehen. Wem ein Reisebericht nicht gefällt, sollte man ihn einfach nicht zu Ende lesen statt den Autor anzumachen.
Hoffe auf weitere gute Bilder, aus denen ich vielleicht auch Anregungen für meine geplante Tour ziehen kann.
Karl
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 14.11.12 00:22

Donnerstag, 12. Juli 2012 Ørnes - Nesna

hatte in dem Hotel ausgezeichnet geschlafen. Das ausgedehnte Frühstück hatte ich rechtzeitig beendet, um die nordgehende Richard With am Hurtigrutenkai, zu empfangen. Aber weder um 09.15 Uhr noch geraume Zeit später war irgendwas von dem Schiff zu sehen. So musste ich erst mal meine 7 Sachen aufs Rad verstauen und das Zimmer räumen.
In der Zwischenzeit legte das Schiff mit über 30 min Verspätung endlich an.
Zum Glück hatte ich noch etwas Zeit bis zur Abfahrt der Fähre nach Vassdalvik um 10.15 Uhr, so waren die folgenden Aufnahmen möglich. Ein Passant hat mich freundlicherweise mit Schiff im Hintergrund abgelichtet.


Noch ein Nachschuss auf die ablaufende Richard With von Bord der Fähre aus.


Im Gegensatz zur Richard With fuhr die Fähre pünktlich ab. Während der Überfahrt wurde das Wetter immer besser.


Um zur nächsten Fähre nach Forøy zu kommen, musste ich einmal um den Bjærangfjord fahren.


Auf einer Anhöhe stand dann noch dieses Dings. Dabei handelt es sich um Kunst und soll eine Skulptur darstellen:


In Forøy brauchte ich nicht lange auf die Fähre nach Agskaret zu warten, da dies nur eine kurze Überfahrt ist und diese Fähre entsprechend oft fährt.
Leider verhinderten die Wolken in den Bergen einen Blick auf den Svartisen Gletscher.


Hinter Agskaret wurde die Landschaft unbeschreiblich schön. Über einen kleinen Pass gings rüber zum Tjongsfjord, im Bild ist die Straße in der Mitte schwach zu erkennen.


Die folgenden Aufnahmen entstanden am Tjongsfjord.


Jetzt gab ich etwas Gas, weil ich in Jetvik die nächste Fähre nach Kilboghamn bekommen wollte. Dabei musste noch ein etwas längerer Tunnel befahren werden.
Eigentlich hätte ich mich überhaupt nicht beeilen müssen, denn von der Fähre war bei meiner Ankunft in Jetvik, weit und breit nix zu sehen. Dafür eine große Zahl an motorisierten Verkehrsteilnehmern aller Arten.
Zum Glück gabs am Anleger ein Kiosk und ich konnte die Wartezeit mit Kaffee und Waffeln überbrücken. Die Fähre fiel nämlich aus. Da war ein Aushang, da stand das für den Tag zuvor, wegen Wartungsarbeiten. Offenbar hat sich da was verzögert.
Nun zum Glück habe ich erst nach meiner Passage erfahren, dass man auf dieser Fährlinie gerne mal etwas tiefer ins Glas schaut, denn bei einer unangemeldeten Promillekontrolle sind auf der MF Rødøy 2 Offiziere mit Alkohol im Blut erwischt worden, guckst du hier.
Die nächste Fähre hatte dann auch noch Verspätung. Endlich konnte ich an Bord fahren.
Blick über Jetvik auf die dortige Landschaft.


Fähranleger mit Kiosk.


Mit etwa 1,5 Stunden Verspätung ging es dann los. Diese Überfahrt zählt für mich landschaftlich zu den schönsten auf dem ganzen Fv17. Sie ist zudem recht lang.


Außerdem wird bei dieser Überfahrt der Polarkreis überquert. Das wars dann mit der Mitternachtssonne.


In Kilboghamn gab es ein Verkehrschaos hoch 10. Denn wegen der ausgefallenen Fähre staute sich der Verkehr in der Gegenrichtung über Kilometer. So viel Verkehr ist auf dem Fv17 doch gar nicht. Es ging auch gleich wieder in die Steigung rüber zum Aldersund.


In der Abfahrt kam ich noch an diesem See vorbei.


In der Ferne gab es einen Blick auf den Hestmannen.


Danach ging es mit Rückenwind durch den schönen Aldersund. Er Trennt die Insel Aldra vom Festland.


Im Süden sah dann der Himmel über der Insel Tomma gar nicht gut aus.

Draußen im Meer die markante Silhouette der Insel Lovund, bekannt durch eine Brutkolonie von Papageitauchern.


Ich hatte allerdings Glück, bis auf ein paar Tropfen hielt das Wetter zunächst.


Während es stärker anfing zu regnen, durchfuhr ich einen recht langen Tunnel, rüber zum Sjonfjord. Als ich dort wieder aus dem Tunnel kam, war es bereits wieder trocken. Ich drückte jetzt ein wenig aufs Tempo. War es doch wegen der Verzögerung an der Fähre recht spät und ich wollte noch bis Nesna kommen.
Nach der Umrundung des Sjonfjords stieg die Straße kurz vor Nesna noch auf das Sjonfjell. Das wusste ich von meiner Radtour 2008. Damals war ich in umgekehrter Richtung von Kristiansand nach Tromsø unterwegs.
Zu allem Überfluss erstreckte sich über das ganze Fjell eine Baustelle und stellenweise musste ich über Schotter fahren. Das waren immer nur kurze Abschnitte und auch nicht weiter schlimm.
Die Aussicht dort oben war dafür umso besser.


In der Abfahrt musste ich wegen der Schotterpassagen ein wenig vorsichtig sein. Ich schaffte es aber noch gerade rechtzeitig auf den CP. Dort wollte die Rezeption gerade zu machen, aber ich konnte noch ein Zimmer incl. Bettwäsche bekommen.

148km, 1700Hm, Durchschnitt: 20 km/h, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: iassu

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 14.11.12 01:07

Klasse Jürgen und toll, wieder von dir und dieser Reise zu lesen!
von: edwin

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 14.11.12 04:03

In Antwort auf: iassu
Klasse Jürgen und toll, wieder von dir und dieser Reise zu lesen!

Dem kann nicht mich nur anschließen!
von: uwi

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 14.11.12 20:57

Na endlich geht die TOUR weiter grins
von: hdi

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 15.11.12 11:36

Hach! Herrlich!
Da werden Erinnerungen an meine Tour 2011 in genau umgekehrter Richtung wach. Werd' dann wohl heute abend nochmal meine Fotos rauskramen!

vielen Dank für die tollen Bilder und den herrlichen Bericht.

Hansi
von: olafs-traveltip

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 24.02.13 08:58

Wann geht es denn hier weiter?

Würde gern noch mehr tolle Fotos sehen!


Gruß

Olaf
von: Nappus

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 28.02.13 10:25

Hallo Jim Knopf,

bisher meinen herzlichen Dank für den interessanten und kurzweiligen Reisebericht.
Ich hoffe Du findest noch die Zeit auch den Rest der Reise zu beschreiben. Es ist mehr als spannend die Landschaft, die Schiffe und die alles verknüpfende Radreise zu verfolgen.
Aus meiner Sicht bin ich sicherlich nicht alleine in der Hoffnung auch den Rest der Radreise noch zu erfahren.
Bitte mache weiter.

Gruß,

Nappus
von: ctub

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 28.02.13 14:01

Hallo Jürgen,

ganz grosses Kino!
Dein Bericht ist für mich wunderbar zu lesen. Die Kombination aus Text und traumhaften Bildern gefällt mir sehr gut.

Vielen Dank auch für die Mühe, den Bericht zu erstellen!
Christian
von: hdi

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 28.02.13 14:19

also ich war auch scharf auf den Ausgang und Jim Knopf hat ihn hier auch zu Ende gebracht...
Ich hoffe, ich durfte das verraten, aber er hat den Link selbst in diesem Faden irgendwo gepostet....

Hansi
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 08.03.13 19:33

Freitag, 13. Juli 2012 Nesna - Brønnøysund

Habe wieder gut geschlafen und zum Frühstück konnte ich in der nehegelegenen Rezeption frische Brötchen organisieren.
Pünktlich um 10.35 Uhr ging es mit der Fähre nach Levang.
Auf diesem hübschen Campingplatz in Levang habe ich bei meiner Reise 2006, als ich in Gegenrichtung nach Tromsø unterwegs war, genächtigt.


Im Anschluss kam gleich eine schöne lang gezogene Steigung zum Eingewöhnen und warm werden.
Weiter ging es dann in Wellen auf einsamer Straße bei leichtem Rückenwind überwiegend bergab, in Richtung Sandnessjøen. Das Wetter war dabei noch ganz passabel mit Sonnenschein, aber auch drohenden Wolken in der Ferne.


Kurz vor Sandnessjøen fuhr ich über die imposante Helgelandbrücke.


Dabei gab es die folgenden Ausblicke, auf Sandnessjøen mit der Vesterålen im Hafen.


Selbstverständlich statte ich dem Schiff einen kurzen Besuch ab, allerdings nur vom Kai aus. Bin ja erst vor kurzem damit unterwegs gewesen und so viel wird sich seitdem nicht an Bord verändert haben zwinker .


Ich setzte lieber meine Reise zügig fort und das aus einem ganz speziellen Grund, wie ihr später noch sehen werdet.
Ich fuhr über eine schmale Straße landschaftlich wunderschön, direkt an den 7 Schwestern entlang.


Dabei war die letzte der Schwestern mir ungnädig gestimmt und schickte mir einen satten Regenschauer. Ich flüchtete deshalb in das Museum an der Alstahaug Kirche
Dort dreht sich alles um den Dichter Petter Dass.
In der Cafeteria des Museums gab es freies W-Lan und ihr dürft 3x Raten, auch Waffeln mit Rømme.
Nachdem sich der Regen wieder verzogen hatte, statte ich zunächst dem Denkmal von Petter Dass einen Besuch ab.


Vom Hügel sah das dann so aus:


Wenig später kam die Vesterålen dort vorbei:


Noch ein paar Aufnahmen der Kirche, Friedhof und angrenzender Gebäude:


Kurz vor Tjøtta gab es noch einen schönen Blick auf die 7 Schwestern von der Rückseite.


In Tjøtta hielt sich die Wartezeit auf die Fähre nach Forvig in Grenzen. Leider verschlechterte sich das Wetter zusehends. Die 7 Schwestern waren aber nach wie vor gut zu sehen.


Ein sehr netter Niederländer fertigte das folgende Bild von mir an. Im Hintergrund ist die Wetterverschlechterung deutlich zu sehen.


Von Forvig nach Anndalsvåg, zur nächsten und letzten Fähre gabs neben Regen auch noch ekelhaften Gegenwind. Trotz ich mich mächtig ins Zeug legte, konnte ich die nächste Fähre leider nicht erreichen. Mir fehlten da etwa 10 Minuten. Die Fährzeiten sind halt für Automobilisten ausgelegt.
Immerhin hörte es wieder auf zu regnen und die nächste Fähre fuhr bereits in einer knappen Stunde. Ich nutzte die Zeit und habe bereits mal wegen einer Unterkunft in Brønnøysund telefoniert. Aber es sah leider nicht gut aus. Außer einem extrem teuren Zimmer, war nix mehr zu haben. Also würde das wohl wieder auf das Zelt rauslaufen.
Bei düsterem Wetter, aber im Trockenen erreichte ich schließlich Brønnøysund und machte mich über die Brücke auf den Weg auf die Insel Torget. Dort liegt ganz im Süden der CP beim Torghatten, dem Berg mit Loch.
Hier 2 Aufnahmen von der Brücke aus. Da kann man sehen, wie unterirdisch das Wetter mittlerweile war.


Auf dem Weg zum CP fuhr ich direkt in ein unglaubliches Unwettter hinein. Das Wasser stand auf der Straße ich war völlig durchnässt und mir blieb dann nix anderes übrig, als zu Zelten. Doch wie sollte ich jemals bei diesem Unwetter mein Zelt aufbauen? Ich hatte die erste und ziemlich einzige Krise auf der Reise zu überstehen.
Ich parkte mein Rad vor der Küche, in welcher es noch nicht einmal Sitzmöglichkeiten gibt, sowie Sanitäranlagen. Ich deponierte zunächst meine nassen Sachen dort, gönnte mir eine heiße Dusche und machte mir was zum Nachtessen. Die Sachen trockneten dann an der Heizung. So kamen dann die Lebensgeister zurück und als es dann mal etwas weniger regnete baute ich mein Zelt in Rekordzeit auf.
So wurde dann doch noch alles gut.

120km, Durchschnittsgeschwindigkeit 20km/h, 900Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.
von: luckyloser

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 09.03.13 13:38

schön das du hier weiter machst!!!
Es ist fast unheimlich, das du teils 1:1, sogar aus der gleichen Perspektive, Fotos auf der deiner Tour gemacht hast, wie ich einige Wochen später...
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 17.03.13 18:46

Samstag, 14. Juli 2012 Campingplatz Torghatten - Brønnøysund

Trotz der Widrigkeiten des vergangenen Abends hatte ich im Zelt recht gut geschlafen, nur der Schlafsack war viel zu warm, dafür das Zelt von innen absolut trocken. Als ich am Morgen wach wurde regnete es immer noch, deshalb drehte ich mich nochmals auf die andere Seite, aber nach einiger Zeit schnappte ich mir mein Handy und schickte eine Mail an die Nordkapp um herauszufinden, ob es für mich noch eine Kabine für die Passage nach Bergen gibt.
Danach begab ich mich in den Waschraum zur Morgentoilette. Nach Rückkehr am Zelt hatte ich bereits Antwort von der Nordkapp. Es gab, auch wenn es sündhaft teuer war, eine Kabine für mich nach Bergen. Ich beantwortete die Mail und buchte die Kabine. Ich war glücklich. Das hätte schon mal geklappt. Nach dem ausgedehnten Frühstück, war es sogar trocken.
Schnell packte ich meine Fotoutensilien, die Regensachen und was warmes zum Überziehen in eine leere Ortlieb, schnappte mein Rad und machte mich auf den Weg zum Loch im Torghatten. Dabei fuhr ich mit dem Rad soweit es irgendwie ging. Dann stellte ich es am Wegesrand ab und ging zu Fuß weiter.


Der Weg ist schon etwas unwegsam, aber auch mit Sandalen für mich noch gut, zu bewältigen. Bereits nach 15min war ich knapp unterhalb des Lochs.


Dann gab es endlich den ersehnten Blick in Richtung Süden durch das Loch. Da hinten, zwischen den Inseln, würde ich in wenigen Stunden mit der Nordkapp sein.


Ich ging dann natürlich durch das Loch. Dabei ging es auf einer Holztreppe steil bergab.


Blick zurück:


Schließlich war ich am unteren südlichen Ausgang vom Loch angekommen. Dabei gab es diesen Bilck. Von dort, zwischen den Inseln entstehen die bekannten Aufnahmen vom Schiff.


Nachdem ich mich eine ganze Weile dort aufgehalten hatte, musste ich wieder zurück. Schließlich wollte ich die Nordkapp nicht verpassen bäh . Auf dem Rückweg enstanden die folgenden Aufnahmen.


Zum Abschluss nochmals ein Blick nach Norden, in Richtung Brønnøysund.


Nun stieg ich rasch zum Rad den schmalen Pfad wieder hinab und fuhr zurück zum Zelt. Das war mittlerweile auch von außen völlig trocken. Wer hätte das gestern Abend gedacht.
Nach dem Zeltabbau machte ich mich zügig von dannen, schließlich wollte ich mir noch vor Ankunft der Meute von der Nordkapp mein Eis im Hafenkiosk sichern.
Mit Rückenwind und im trockenen erreichte ich relativ schnell die Brücke. Sie bescherte mir den größten Anstieg des Tages.


Nach der rasanten Abfahrt, da ging der Tacho schon Mal über die 60, steuerte ich schnurstracks den allseits bekannten Kiosk an und stellte das Rad direkt davor ab.


Schnell noch eine Aufnahme über das Wasser in Richtung Süden durch die Brücke, bevor die Nordkapp diesen Ausblick versperrt.


Da ich noch genügend Zeit hatte, gabs als erstes mal eine heiße Schokolade und einen leckeren Schokomuffin dazu. Im Anschluss gab es das hier:


So ließ es sich sehr gut aushalten, zumal ich von meinem Platz aus sowohl mein Rad, als auch die Hafeneinfahrt im Blick hatte. Erst als die Nordkapp unmittelbar vor der Hafeneinfahrt stand, begab ich mich wieder nach draußen.


Für mich war sehr enttäuschend, dass die Nordkapp ohne das Signal der südgehenden Hurtigrute, nämlich lang - lang - kurz - lang anlegte, weil gerade dieses Schiff ein außerordentlich schönes Dreiklangtyphon besitzt.
Kaum war die Ladeklappe geöffnet und ein Auto ausgeladen, durfte ich bereits den Fahrstuhl ins Autodeck befahren. Ich begab mich zur Rezeption, bezahlte meine Passage und bekam die Bordkarte. Ich bekam die Kabine 221 auf Deck2, fast direkt neben der Laderampe. Für eine Rundreise würde ich diese Kammer nicht unbedingt bevorzugen, aber für 2 Nächte war das gar nicht schlimm, weil die Nordkapp Dämpfer an der Ladeklappe hat und so das Öffnen und Schließen recht geräuschlos vonstatten geht. Nur den Antrieb mit Hydraulikpumpe konnte man deutlich hören, war aber nicht weiter störend. Genial waren die Schlagblenden vor den Bulleyes. Das würde seit sehr langer Zeit die erste absolut dunkle Nacht werden.
Ein weiterer Vorteil war die unmittelbare Nähe zum Fahrzeugdeck. So brauchte ich mein Gepäck nicht quer durchs Schiff schleppen.
Aus diesem Grund hatte ich mich schnell eingerichtet und wollte nun meine Wäsche waschen. Zu diesem Zweck besorgte ich mir an der Rezeption 2 Münzen. Je eine für die Waschmaschine und Trockner.
Als ich mit dem Bestücken der Maschine fertig war, befanden wir uns bereits auf dem Weg zum Torghatten. Der Campingplatz, auf welchem gerade noch mein Zelt stand war bereits an Steuerbord querab.


Wenig später war die allgemein bekannte Position mit dem Blick auf das Loch im Torghatten erreicht.


Im Anschluss war dann meine Wäsche fertig. Ich brachte sie in meine Kammer und begab mich im Anschluss zum Nachtessen in die Cafeteria. Hier gönnte ich mir Geschnetzeltes und dazu ein Bier. Außerdem kaufte ich mir noch den Kaffeebecher. Bei meinen Konsum an Heißgetränken kam der auch auf dieser Teilstrecke günstiger, als alles einzeln zu bezahlen, zumal es noch den Becher dazu gibt.

Danach befanden wir uns bereits unmittelbar vor Rørvik.


Auch hier erfolgte das Anlegen wieder ohne Signal aus dem Typhon böse .
Dafür machte ich mich im Gefolge dieser beiden Personen auf den Weg ins Museum.


Der Weg führte fast einmal ganz durch diesen hübschen Ort. Am Museum angekommen wurden wir zunächst in einen Schuppen mit Nordlandbooten geführt.


Danach gab es noch diese Räumlichkeit zu sehen:


Danach kaufte ich noch schnell ein. Zwischenzeitlich war das Typhon der nordgehenden Kong Harald zu hören, so dass ich mich beschleunigt zurück an den Kai begab.
Dort entstanden die folgenden Aufnahmen:


Am Kai lagerten riesige Flügel einer Windkraftanlage. Die sind ganz sicher nicht mit Hurtigruten transportiert worden zwinker .


Nochmals ein Blick auf die Kong Harald:


Auch in Norwegen geht mal was kaputt träller :


Noch ein Blick in das vordere Treppenhaus und Cafeteria:


Im Gegensatz zur baugleichen Nordnorge ist hier alles in hellem Holz gehalten. Außerdem schmücken wunderschöne Gemälde von ausgemusterten Hurtigrutenschiffen das Treppenhaus. Mir hat das Schiff sehr gut gefallen wobei ich mir nicht sicher bin ob es nun schöner als auf der Nordnorge ist. Auf der Nordnorge ist halt dunkleres Holz verarbeitet worden, was die Räumlichkeiten etwas düsterer macht, aber auch das hat meiner Meinung nach was.

Schließlich sollte es in Richtung Trondheim losgehen. Es blieb beim sollte, denn unsere Achterleine war von der Vorleine der Kong Harald gefangen. Der Festmacher hat nämlich die Vorleine der später gekommenen Kong Harald einfach über unsere Achterleine belegt, statt diese durch das Auge der Achterleine hindurchzuziehen. Dann hätte nämlich jede Leine unabhängig voneinander losgeworfen werden können. So musste erst Lose in die Vorleine der Kong Harald gegeben werden, um diese loszuwerfen, damit unsere Achterleine dann auch losgeworfen werden konnte. Anschließend musste dann die Vorleine der Kong Harald wieder belegt werden.

Mit leichter Verspätung ging es dann los. Die Kong Harald blieb zurück.


Durch die Nærosundbrücke ging es hinaus auf die Folda.


Großes "H" am Schornstein:


Jetzt ging ich erst mal in die Kammer und verzehrte den in Rørvik eingekauften Joghurt sowie eine Banane zum Nachtisch. Nach einem kurzen Rundgang über Deck, stellte Verschlusszustand her und schlief ziemlich schnell ein.
Irgendwann musste ich dann mal austreten. Bei einem Blick aus dem Fenster stellte ich fest, dass wir uns querab vom Leuchtturm Buholmråsa befanden. Also schnell noch mal angezogen, das geht mit den Radklamotten sehr schnell und nochmal schnell mit dem Fotoapparat an Deck.

Im Anschluss schlief ich dann wieder schnell und diesmal endgültig ein.

15km, Durchschnitt 20km/h, Höhenmeter unbedeutend, Fortsetzung folgt.
von: HyS

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 23.06.13 19:56

Hi Jürgen,
bevor hier die Fortsetzung losgeht, werde ich mir nun, animiert von diesem Reisebericht und den schönen Bildern Nordnorwegen per Rad anschauen. Morgen flieg ich nach Bodö. lach
Hoffentlich ist auch so schönes Wetter wie auf deinen Bildern.
von: indomex

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 23.06.13 21:04

Viel Spaß dort oben! Ich war vor zwei Jahren dort (ohne Rad) und habe traumhaft schöne Lofoten gesehen. - Nächstes Mal mit dem Rad!
Aber jetzt bist du dran! Genieße es, bleib vor allem gesund!
Mit Gruß aus der Nähe zum Schwarzwald...
Peter
von: Velotroll

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 18.07.13 21:51


Hallo Jürgen !

In 8 Tagen starten wir unsere Tour 19,75 von Roervik nach Tromsö . Den schönsten Teil der Fjordlands Norwegens.
Zurück mit dem Hurtigrutenschiff. Mit wat'n sonst. grins

Liege Grüße

Der Velotroll und der Rest von 4unterwegs
von: HyS

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.07.13 22:12

Zitat:
Das Boot der Seeadlersafari geht längsseits.
Das habe ich dort auch gesehen und dazu zwei Seeadler, die in nächster Nähe gejagt haben, einer war dann auch noch im Trollfjord.
Weißt du ob die einfach zufällig dort leben oder sind die samt Falkner dort?
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 18.02.15 20:09

Sonntag, 15. Juli 2012, Trondheim - Ålesund

Hatte wieder sehr gut geschlafen. Als ich wach wurde lagen wir bereits am Kai in Trondheim und es regnete. Deshalb hatte ich natürlich nicht die geringste Eile. Nach der Morgentoilette begab ich mich erst mal ins Restaurant zum ausgiebigen Frühstück.
Im Anschluss begab ich mich im Ölzeug an Land und machte zumindest ein paar Außenaufnahmen der Lofoten und auch der Nordkapp.


Da ich erst vor kurzem an Bord der Lofoten war, nutzte ich die verbliebene Liegezeit lieber zur Kontaktaufnahme mit Fjordline, da ich gerne mit der Bergensfjord von Bergen nach Hirtshals fahren wollte.
Im Anschluss ging die Reise pünktlich um 10 Uhr weiter gen Süden. Die Lofoten bleibt zurück.



Noch ein Blick auf Munkholmen...



...dann ging es hinaus in den Trondheimsfjord. Dabei begegneten wir noch dieser "Costa-Kiste"



Nun begab ich mich erstmal wieder ins Internet, wegen der Fährverbindung nach Hirtshals. Da gab es leider schlechte Nachrichten, denn Kabinen gabs keine mehr und mit Schlafsesseln wollte ich mich nicht anfreunden, was sich später noch als Fehler herausstellen sollte.

Unterdessen peilte Agdenes bereits leicht achteraus.



Immerhin hat es aufgehört zu regnen und ich konnte mich ein wenig im Liegestuhl an Deck entspannen. Dabei überlegte ich mir, wie ich nun nach Hause fahren wollte. Über Oslo und dann nach Frederikshavn oder doch über Kopenhagen oder mit dem Rad nach Göteborg und dann mit Stena nach Kiel oder?
Irgendwann begab ich mich in meine Kammer und machtze ein paar Bilder davon:



In der Zwischenzeit erreichten wir Kristiansund. Hier ein paar Bilder:



Obwohl die Liegezeit hier wie immer viel zu kurz ausfällt, machte ich einen kleinen Rundgang. Dabei lag dieser Segler am Kai:



Diese Skulptur der Klippfischfrau befand sich in unmittelbarer Nähe:



Jetzt wurde es bereits wieder Zeit an Bord zurückzukehren. Noch rasch ein Blick über den Hafen...



...und auf die Nordkapp:



Vom Achterdeck gab es dann einen interassanten Blick auf die Ladung eines Bohrinslversorgers. Diese Schiffe liegen ja ständig in Kristiansund, um die Bohrinseln vor der Küste mit allen möglichen Gerätschaften zu versorgen.



Noch ein letzter Blick auf Kristiansund. Man beachte die Schrift im Hollywood-Stil, ganz links im Bild zwinker



Dann ging es wieder los. Zum ersten mal erklang dabei das Typhon 3x kurz für ich gehe achteraus. Ansonsten bliebauch heute das Typhon stumm.



Die Hustadvika zeigte sich von ihrer friedlichen Seite. Ich schaute derweil im Netz wegen einer Zugverbindung von Bergen nach Oslo. Dabei musste ich mit Entsetzen feststellen, dass es augenblicklich keine durchgehenden Züge zwischen Bergen und Oslo gab. Ab Hønefoss bestand aufgrund von Bauarbeiten Schienenersatzverkehr.
Deshalb schrieb ich gleich darauf wieder Fjordline an und bat um eine Reservierung im Ruhesessel. Denn das war dann doch das geringere Übel.
Da ich noch reichhaltig Lebensmittel dabei hatte, fand das Nachtessen heute in meiner Kammer statt.
Inzwischen erreichten wir Molde. Hier die Bilder:



Als wir dort ablegten, kam die Midnatsol gerade an.



Es gab noch diese Spiegelung im Rica-Hotel:



Anschließend genoss ich noch lange die Stimmung an Deck, den morgen würde ich in Bergen bereits wieder von Bord gehen müssen.



Bevor ich zur Nachtruhe in meine Kammer ging, wollte ich an der Rezeption klären, wie ich das morgen mit dem Gepäck machen sollte. Ich wohnte ja direkt neben dem Fahrzeugdeck und mein Rad stand dort und ich hatte 4 Fahrradtaschen, einen Rollsack sowie die Lenkertasche zu hantieren. Ich wollte das gerne ans Rad befestigen und dann komplett an Land rollen.
Das schloss die Besatzung aber aus. Ich solle das Gepäck an den Fahrstuhl stellen, dann in Bergen mit dem leeren Rad an Land und dort mein Gepäck im Terminal empfangen. Umständlicher gehts nimmer. War da ziemlich verärgert böse und begab mich zur Nachtruhe. Habe mir aber das Handy zur Ankunftszeit von Florø gestellt und meine Taschen soweit wie möglich gerichtet.
Bin trotz des Ärgers recht schnell eingeschlafen. Von Ålesund habe ich nix mehr mitbekommen.

Keine Rad-Km, Fortsetzung folgt:
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 18.02.15 20:44

Montag, 16. Juli 2012, Ålesund - Bergen - Oslo

Habe sehr gut geschlafen und weder von Torvik, noch von Måløy was mitbekommen. Pünktlich zur Einfahrt nach Florø wurde ich vom Handy geweckt. Es war überhaupt kein Problem das Gepäck ans Rad zu machen, denn das Schott zum Autodeck stand offen und so bin ich dort einfach rein. Dabei habe ich noch ein paar Aufnahmen vom Autodeck gemacht.



So hatte ich nur noch ganz kleines Gepäck in Form meiner Lenkertasche. Als nächstes machte ich eine Rundgang an Deck. Dabei enstand die folgende Aufnahme von Florø.



Der Aufenthalt war nur kurz und schon gings weiter. Zurück blieb ein riesiger Bohrinselversorger.



Ausfahrt aus Florø:



Stabben Leuchtfeuerstation:



Als nächstes gings dann zum Frühstück. Das zog sich etwas mehr in die Länge, da ich zusammen mit einem Ehepaar aus Karlsbad im Nordschwarzwald am Tisch saß.
Rechtzeitig zur Passage des engen Steinsund war ich aber wieder an Deck.



Im Anschluss bekam ich eine wenig erfreuliche Mail von Fjordline. Die Bergensfjord war nämlich komplett ausgebucht. So blieb mir nix anderes übrig als mit der Bahn nach Oslo zu fahren. So hatte ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt. Da hätte ich doch gestern von Trondheim wesentlich einfacher und vor allem kostengünstiger hinkommen können.
Zur Not wäre ich halt wegen dem Schienenersatzverkehr mit dem Rad von Hønefoss nach Oslo gefahren.
Ich war ziemlich sauer und missmutig und das an dem auch auf dieser Teilstrecke kritischen letzten Tag an Bord träller .
Deshalb ist die Ausbeute an Fotos etwas mager, das Mittagsbuffet ließ ich mir aber trotzdem schmecken, denn zu ändern war da eh nix mehr. Zukünftig werde ich aber auch die Rückreise bis ins letzte Detail durchplanen müssen, was meine Freiheit auf dem Rad allerdings wesentlich einschränkt.

Noch ein paar Bilder vom Einlaufen in Bergen. Man beachte, dass es sogar trocken war zwinker



Ich begab mich rechtzeitig ans Autodeck, aber bis ich an Land fahren durfte dauerte es eine halbe Ewigkeit, weil nämlich zuvor das Gepäck ausgeladen wurde.
Ich fuhr aber sofort zum Bahnhof. Dort traf ich etwa um halb vier ein, ging in die Fahrkartenausgabe und bereits wenige Minuten später war ich im Besitz von Fahrrad- und Sitzplatzkarten für den Zug um 16.10 Uhr nach Oslo.
Das hätte schon Mal geklappt, wie das mit dem Schienenersatzverkehr gehen würde blieb zunächst noch offen. Das Fahrrad konnte ich aber ganz ohne Probleme im Gepäckwagen unterbringen, denn an der Zugspitze lief ein ganzer Gepäckwagen, nur für Fahrräder. Solche Wagen gibt es in Deutschland leider gar nicht mehr.
Nichtsdestotrotz genoss ich die Bahnfahrt in einen wunderschönen Abend.
In Hønefoss standen direkt am Bahnsteig mehrere Busse und ein LKW für die Räder. Ehe ich mich versehen konnte landete mein vollbepacktes Rad von mehreren kräftigen Händen angehoben auf der Ladefläche und wurde dort sachgerecht hingelegt, genauso wie alle anderen Räder.
Viel schneller als gedacht, erreichte der Konvoi aus den Bussen und dem LKW den Hauptbahnhof in Oslo. Ich war doch tatsächlich fast eine halbe Stunde vor der planmäßigen Ankunft des Zuges dort. Das ist aber auch kein großes Wunder, denn die Fahrt ging auf dem direkten Weg nach Oslo und nicht über den großen Umweg über Drammen, welchen die Bahn macht.
Ich fuhr sofort zum CP nach Ekkeberg hinauf. Einschecken und Duschen war dort nicht mehr drin, was aber nach der kurzen Fahrt auf diesen Hügel auch nicht wirklich notwendig war. Viel wichtiger war ein rascher Aufbau des Zelt, war ich doch mittlerweile recht müde. Das war trotz Dunkelheit, ja hier gabs seit langem mal wieder eine richtige Nacht, problemlos möglich. Ich stellte mein Zelt ganz am Rand neben dem Zaun auf an welchem ich mein Rad anschloss. Schnell war ich eingeschlafen.

12km, Durchschnitt 17km/h, 250Hm




Dienstag, 17. Juli 2012, Oslo - Colorline

Trotz Zelt habe ich gut geschlafen, doch um kurz nach 8 war die Nacht dann vorbei, weil die Sonne auf mein Zelt schien und es innen viel zu warm wurde. Ich fuhr nun schnell mit dem Rad zur Rezeption und scheckte ein, ließ die Magnetstreifenkarte zum Duschen aufladen und besorgte mir im angeschlossenen Supermarkt Brötchen zum Frühstück.
Zum Duschen musste ich dann anstehen, denn die einzige freie Dusche erwies sich als defekt böse .
Nach dieser Morgentoilette mit Hindernis nahm ich das Frühstück in der Küche ein. Zum Glück habe ich einen Leichtbauhocker dabei, sonst wäre stehen angesagt gewesen.
Im Anschluss baute ich das Zelt ab und machte mich auf den Weg in die Stadt. In der Nähe der Anlegestelle von Colorline besorgte ich mir in einem kleinen Supermarkt noch Gudbrandsdalost sowie Nugatti. Schließlich wollte ich ein wenig Norwegen mit nach Hause nehmen.
Als in dann bei der Fähre ankam traf mich fast der Schlag. Mensch was war das für ein Betrieb und das mitten in der Woche. Viel schlimmer war, dass ich wegen Schwierigkeiten mit der EDV zunächst keine Passage buchen konnte. Herr je klappt denn diesmal gar nix.
Ich sah die Fantasy schon ohne mich abfahren. Im Hinterzimmer konnte dann aber doch noch eine Buchung vorgenommen werden. Der Preis von 500€ ließ mich zwar mal kurz schlucken, eigentlich wollte ich nur eine Passage und nicht gleich den ganzen Dampfer kaufen .
Da ich aber wenig Alternativen hatte, nahm ich die Passage und konnte so als ziemlich letzter an Bord rollen, so dass mein Rad ganz vorne stand, wo ich es fachgerecht und seefest laschte.
Ich nahm nur das notwendige Gepäck und bezog meine Kabine mit Blick auf die große Einkaufsstraße. Ich hatte die 8423.
Jetzt begab ich mich an Deck und machte ein paar Aufnahmen vom Auslaufen.



Als nächstes besorgte ich mir noch den Zugang zum Internet. Der geht dort über Wlan und funzte mit meinem Handy bestens. So konnte ich zur Abwechslung mal wieder hier stöbern und Bericht erstatten.
Die Fahrt durch den Oslofjord genoss ich im Liegestuhl an Deck und habe mich erst mal von dem ganzen Unmus beim Einschecken hier an Bord erholt. Das Wetter war weiterhin gut und kurz vorm Nachtessen ging ich nochmals über Deck.



Pünktlich um 20.15 Uhr ging ich zum großen Buffet. Ein wenig merkte man schon, dass man auf einem Schiff war. Eine Frau vor mir beschwerte sich deshalb recht lautstark beim Personal träller . Ich dachte dabei dann ein wenig laut, dass eigentlich gar nix los sei.
Ich genoss das überaus tolle und auch reichhaltige Buffet sehr ausgedehnt und hielt mich dabei ganz ungeniert schadlos. Bemerkenswert wie sich einige Zeitgenossen den Teller voll laden und vor allem in welchen Kombinationen .
Als ich dann das Restaurant verlassen hatte ging ich noch schnell mal mit meinem Navi über Deck. Es hatte inzwischen erheblich aufgebriest mit Wind 6-7 aus West. Laesø peilte dabei leicht achteraus.
In der Kammer bin ich dann recht schnell eingeschlafen.




Mittwoch, 18. Juli 2012, Colorline - Kiel - Harburg

Erwacht bin ich am südlichen Ausgang vom großen Belt. Die Südspitze von Langeland mit Dovns Klint peilte querab und Keldsnor Feuer leicht achteraus.
Nach der Morgentoilette bestand also noch reichlich Zeit für das Frühstück. Das Wetter hatte sich deutlich verschlechtert, war aber noch trocken.
Deshalb konnte ich das Frühstücksbuffet voll auskosten ohne zu befürchten, dass ich draußen irgendwas versäumen würde.
Deshalb ging ich nach dem Frühstück gleich in meine Kammer, nahm meine Sachen und begab mich zu meinem Fahrrad ins Autodeck.
Ich konnte zügig an Land fahren und steuerte den Hauptbahnhof an. Dort war ich dann umgehend in der deutschen Wirklichkeit angekommen. Es waren nämlich sämtliche Rolltreppen außer Betrieb und der Fahrstuhl so eng bemessen, dass mein Rad dort nicht hineinpasste. Also nutzte ich einen Eingang an der Seite und musste das schwere Rad nur wenige Stufen hochwuppen. So konnte ich den RE um 10.21 nach Hamburg Hbf erwischen.
Dort gab es gleich die nächste Unpässlichkeit. Denn der Doppelstockzug hatte keinen Steuerwagen, dafür an beiden Enden je eine Lok der Baureihe 112.1. Damit war auch kein Fahrradabteil vorhanden. Trotzdem durfte ich mein Rad im ersten Wagen deponieren.
So kam ich bis Hamburg Hbf.
Leider war hier erst mal Endstation. Im Gegensatz zu Norwegen ist hierzulande das spontane Fahren mit Fernverkehrszügen mit Fahrradmitnahme fast unmöglich.
Der erste Versuch in einem IC über Köln in die Heimat war leider völlig ausgebucht.
Deshalb beschloss ich mit der S-Bahn nach Harburg zu fahren. Denn dort sollte als nächstes ein IC von Stralsund nach Karlsruhe fahren. Leider war dort die Wagenreihung völlig durcheinander und das kleine Radabteil in einem ehemaligen Interregiowagen war auch ausgebucht. Da der Steuerwagen außerplanmäßig in der Mitte lief konnte ich erst bei der Vorbeifahrt sehen, dass dort für mich durchaus noch Platz gewesen wäre.
Auch der nächste Zug war ausgebucht. Dass ich dabei, wegen ebenfalls zu kleiner Fahrstühle, das schwere Rad die Treppen hoch und runter wuppen musste, nahm ich schon mit Gleichgültigkeit hin.
Meine Rettung war dann Renate (Hamburgerin) aus dem Hurtigforum. Sie gewährte mir völlig unkompliziert eine Notunterkunft. Ich hätte sonst im Hotel übernachten müssen. Zuvor war es mir gelungen, für den folgenden Morgen eine Reservierung und Fahrradkarte für den Zug um 6.40 Uhr ab Harburg, in der Fahrkartenausgabe, zu bekommen.
Danach führte mich das Navi zielstrebig zu Renate. Dort stand ich mitten auf einer großen Kreuzung, wusste aber nicht wo genau der Eingang zur Wohnung von Renate war. Ich hatte auch keine Zeit um groß zu suchen, denn Petrus öffnete voll die Schleusen, so floh ich unter das Dach einer nahe gelegenen Bankfiliale.
Als sich das Unwetter verzogen hatte, war es gar kein Problem Renate zu finden.
Dort wurde ich total herzlich begrüßt und total umsorgt. Es freut mich, dass ich im Hurtigforum so tolle Freunde habe .
Wir haben uns gemeinsam meine taufrischen Urlaubsbilder angeschaut und ein tolles Nachtessen gabs auch noch.
Recht spät gings dann für eine kurze Nacht in die Koje und ich bin dann auch recht schnell eingeschlafen.



Dienstag, 19. Juli, Harburg - Schwetzingen

Rechzeitig um 5 Uhr in der Frühe, bzw. für mich mitten in der Nacht, wurde ich vom Handy und Renate geweckt.
Zum Abschied gabs noch ein ganz tolles Frühstück. Bei trüben Wetter, aber im Trockenen machte ich mich auf den kurzen Weg nach Harburg zum Bahnhof.
Der Zug war pünktlich und auch nur relativ schwach besetzt. So genoss ich die Heimfahrt.
In Frankfurt kamen wir sogar 2min vor Plan am Prellbock zum stehen. Deshalb war es auch gar kein Problem den Regionalexpress nach Mannheim zu erreichen. Das war ein schicker Dopelstockzug. Allerdings war statt ner 146iger nur eine 143iger am Zug. Die läuft halt nur 120km/h und so konnten die 5min Verspätung nicht mehr herausgefahren werden.
Aber was sind schon 5 min. In Mannheim konnte ich den Anschlusszug nach Schwetzingen problemlos erreichen.
Pünktlich kam ich nach dieser langen Reise wieder zu Hause an.

Ich hoffe, dass euch mein Bericht, auch wenn z.T. extrem lange Pausen zwischen den einzelnen Teilen lagen, gefallen hat und ich euch damit eine Freude machen konnte.

Ende.
von: iassu

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 18.02.15 21:21

Vielen Dank Jürgen und herzlichen Glückwunsch, daß du es doch noch geschafft hast! Hat mich sehr gefreut.
von: Keine Ahnung

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 19.02.15 09:20

Hallo Jürgen,

danke für den schönen Bericht. Toll, dass Du dann am 19. Juli tatsächlich das "Ende der Welt" erreichen konntest!

grins zwinker grins
von: olafs-traveltip

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 19.02.15 10:12

Danke, dass Du den Bericht noch komplettiert hast!
von: Radlrudi

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 19.02.15 17:19

Hallo Jürgen,

für mich immer wieder ein Genuss, Deine Reiseberichte zu lesen.

Ich hoffe, Du hast wenigstens die Präsidenten-Suite für die 500 Mäuse bekommen?

LG Rudi
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 19.02.15 19:12

Hallo Rudi,

ne, dafür gabs nur ne Innenkabine mit Fenster auf die Einkaufspromenade. Da muss man immer die ganze Kammer buchen und es ist egal, ob man alleine oder zu zweit fährt. Das kostet immer dasselbe böse.
von: iassu

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 19.02.15 23:58

Das ist zum Glück im Mittelmeer anders. Dort zahlt man für die ganze Zweierkabine als Alleinbenutzer normalerweise "nur" 75%. Allerdings ist das zunehmend schwieriger, als Privatmensch zu buchen. Letztes Jahr habe ich das nur über eine Agentur hingekriegt.
von: Paulalfred

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 21.02.15 14:31

Danke für den Bericht, Jürgen! Sehr schöne Bilder. Teilweise hast du ja fast oder ganz dieselben Bilder gemacht wie ich 2014 auf meiner Radreise ...
Im Gegensatz zu einigen der KommentarverfasserInnen zu deiner Reise fand ich gerade den hohen Norden mit Tundra und endloser Weite überaus faszinierend und ein "Sehnsuchtsort".
von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 27.02.15 00:01

Hallo HyS,

die Antwort kommt zwar sehr spät, aber sie kommt zwinker .
Die Seeadler im Raftsundgebiet leben alle wild. Einen Falkner gibt es dort nicht. Bei der Seeadlersafari werden die Adler mit Fisch angelockt. Die toten Fische werden mit Luft aufgepumpt, so dass sie an der Oberfläche schwimmen.
Ein Seeadler holt sich allerdings den Fisch gleich aus der Hand des Tourleiters. Das habe ich jetzt schon 3x erlebt, ebenso oft, wie ich eben die Seeadlersafari mit gemacht habe.
Ob man so etwas jetzt gut findet, darüber kann man sich streiten, aber ein Erlebnis der Besonderen Art ist es allemal, diese imposanten Tiere aus nächster Nähe, ansichtig werden zu dürfen.
von: uwi

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 27.02.15 16:38

Sag mal Jürgen gibt es denn bald mal wieder einen Tourenbericht von Dir habe sie alle sehr genossen........ schmunzel
LG Uwi
von: HyS

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 11.04.15 13:08

Hi,

der "König der Lüfte" ist aus dieser Hinsicht auch nicht besser als die Dorftümpelente, die begeistert ankommt, wenn es Futter gibt. schmunzel
von: Oldmarty

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 11.04.15 13:15

In Antwort auf: HyS
Hi,

der "König der Lüfte" ist aus dieser Hinsicht auch nicht besser als die Dorftümpelente, die begeistert ankommt, wenn es Futter gibt. schmunzel



und der Radler der angestürmt kommt beim Schnäppchenmarkt lach