Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt

von: Jim Knopf

Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 20:21

Samstag, 9. Juni und Sonntag 10. Juni 2012, Anreise nach Helsinki

Nach monatelanger Vorbereitung war es endlich soweit, der Tag der Abreise war gekommen. Die ersten Meter mit dem voll beladenen Rad waren sehr gewöhnungsbedürftig, aber problemlos.
Mein vollbeladenes Rad:


In Heidelberg bestieg ich den Intercity nach Hamburg. Zum Glück war der Zug nur schwach besetzt, so dass es für mich und mein Gepäck keine Probleme gab in den Zug zu gelangen.
Ich genoss die Fahrt am Rhein entlang am Fenster. In Bonn begab ich mich ins Bordrestaurant, um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen, dazu gabs ein frisch gezapftes Bier.
In Hamburg Hbf hatte ich fast eine Stunde Zeit.
Das kam mir sehr gelegen, weil ich für meine neue Kamera noch ein Skyligtfilter besorgen wollte. Hatte mir extra für die Reise noch eine Lumix G3 mit 14-42mm Objektiv besorgt. Dieses Objektiv hat ein Gewindedurchmesser von 37mm und es ist mir in Hamburg beim "Großen Planeten" tasächlich gelungen, einen passenden Filter zu bekommen.
Als ich dann zurück am Bahnhof den RE nach Travemünde bestieg, war dieser rammelvoll. Mir gelang es zum Glück trotzdem, ins Mehrzweckabteil des Steuerwagens zu gelangen.
Bis Lübeck war dann stehen angesagt, immerhin konnte ich mein Rad anlehnen. Ab Lübeck hatte ich dann den ganzen Mehrzweckraum für mich alleine.
Da ich in Travemünde noch jede Menge Zeit hatte und es in Niendorf am Hafen sehr leckeren Fisch gibt, fuhr ich auf der kleinen Straße über Brodten dorthin. Leider war der Laden bereits geschlossen, als ich am idyllischen Hafen ankam. So fuhr ich wieder nach Travemünde zurück und ging in ein Restaurant direkt an der Trave. Die Scholle dort war auch sehr lecker, aber eben doch was anderes, als wenn man die in Niendorf am Hafen im freien verzehrt. Immerhin konnte ich so das Einlaufen der Finnmaid beobachten.
Dieses Schiff sollte mein zuhause für die nächsten 2 Nächte und den Tag dazwischen sein und mich nach Helsinki bringen.
Nach dem Nachtessen ging es dann direkt zum Skandinavienkai. Dort buchte ich am Finnlinesschalter als erstes mal meine Verpflegung nach :whistling: , welche ich vergessen hatte. Schließlich wollte ich auf der langen Reise keineswegs hungern :thumbsup:
Im Gegensatz zu meiner Reise 2009, dauerte es diesmal ziemlich lange, bis ich an Bord fahren durfte. Diesmal ging es auch nicht alle Rampen bis ins oberste Deck sonder nur ins 2. Deck und von dort sollte ich dann mit dem Fahrstuhl nach Deck 5 fahren und dort das Rad abstellen. Das zog sich dann ewig hin, da vor mir noch ein ganzer Reisebus mit ebenfalls diesen Fahrstuhl das Fahrzeugdeck verlassen wollte.
Irgendwann konnte ich dann auch nach oben fahren und erreichte meine Kabine. Dort schlief ich recht schnell ein und habe vom nächtlichen Ablegen nix mitbekommen.
Habe recht gut geschlafen, bin aber im Gegensatz zu meiner Reise 2009 eine Stunde früher aufgestanden, den an Bord gilt finnische Zeit, welche unserer um eine Stunde voraus ist. Deshalb konnte ich diesmal auch das doch recht umfangreiche Frühstücksbuffet in vollem Umfang genießen.
Im Anschluss ging es bei bestem Wetter an Deck.


Dabei konnte ich auf meinem Navi die Navigation genau verfolgen:


Beim Rundgang übers Schiff sind mir noch einige Details aufgefallen:




Das Mittagsbuffet war nicht ganz so umfangreich, wie ich es von Hurtigruten gewohnt bin, aber in Ordnung. Dafür war die Auswahl beim abendlichen Buffet um so größer. Da habe ich mich ganz ungeniert schadlos gehalten.
Anschließend gab es zum Abschluss des schönen Seetags noch einen tollen Sonnenuntergang.







Montag, 11. Juni 2012 Helsinki - Lathi

Habe wieder gut geschlafen, wenngleich es heute etwas früher raus geht, damit ich vor der Ankunft in Helsinki noch in Ruhe und ausgedehnt frühstücken kann. Nach der pünktlichen Ankunft in Helsinki, gibts zunächst eine kleine Runde durch die Stadt.







All zulange halte ich mich damit nicht auf, denn es zieht mich hinaus in die Natur. Zunächst war die Fahrt durch den dicken Verkehr nicht so angenehm, aber nach wenigen Km ging es entlang eines Flusslaufs aus der finnischen Hauptstadt hinaus aufs Land. Die Besiedelung wurde dünner und auch der Verkehr reduzierte sich auf ein erträgliches Maß.




Auch wenn es auf den Bildern nicht so aussieht, Finnland ist alles andere als flach. Es gab immer wieder kurze Anstiege und dementsprechend auch Abfahrten. Das war dann schon recht schwierig zu fahren, weil man dabei nie in einen gleichmäßigen Rhythmus kommt.
Irgendwann am späteren Nachmittag machte ich mir dann Gedanken wegen einer Übernachtungsmöglichkeit. Dabei wurde mir in der Suchfunktion des Navi ein CP direkt am See in Lathi in etwa 50km Entfernung angezeigt. Das war zwar ein kleiner Umweg, aber zum einen war Lathi selbst interessant und die Lage des CP auf der Karte sah auch gut aus.
Deshalb bin ich einfach von der geplanten Strecke abgebogen und habe mich zu diesem CP routen lassen.
Dort nahm ich mir eine Hütte, denn ich hatte absolut keine Lust , mein Zelt aufzubauen. Erschwerend kam dann noch die Mückenplage hinzu. Da habe ich bereits bei meinen ersten Pausen gemerkt, dass ich Probleme mit dem Stechviehzeugs bekommen könnte. Bis das Zelt gestanden hätte, wäre ich schon total zerstochen gewesen.


Nach der Dusche, welche wie in Finnland üblich, im Preis inbegriffen war, gabs zum Nachtessen Kohlenhydrate in Form einer großen Portion Spaghetti.
Danach machte ich noch einen Rundgang über den wunderbar am See gelegenen CP. Gegen die Stechviecher hatte ich mir an der Rezeption eine Spraydose "Off" besorgt und mich nach dem Duschen damit eingesprüht.






175km, 900Hm, Durchschnitt 20km/h, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.