Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt

von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 20.08.12 23:49

Donnerstag, 14. Juni 2012 Orivesi - Kinnula

Habe wieder sehr gut geschlafen und wurde heute, im Gegensatz zum Vortag, wesentlich früher vom Wecker im Handy geweckt. Nach dem gewohnt reichhaltigen Frühstück ging es dann los.
In Keuruu liegt ein altes Dampfschiff, welches die dortigen Seen befährt.


Nach einem Einkauf ging es bei bestem Wetter endgültig los. Anfangs war der Verkehr noch etwas unangenehm.
Hinter Multia nahm dann der Verkehr wieder sehr stark ab. Mitten im Wald gab es plötzlich einen Rastplatz und was man in Finnland nun nicht unbedingt vermuten würde, eine richtige Stromschnelle.






So sah dann wenig später die Straße in Richtung Karstula mitten in der Wildnis aus:


Kurz danach wurde ich voll von einem Gewitter überrascht. Zum Anziehen der Regenjacke hatte es gerade noch so gereicht. Das war so als wenn man von jetzt auf nachher unter die Dusche geschoben wurde. Zum Glück hatte ich wasserdichte (Birkenstock)Sandalen an. Eigentlich hatte ich für solche Witterungen ein Paar Keen Arroyo Pedal dabei, aber zum Wechseln war absolut keine Zeit mehr. Gottseidank haben die Birkis die Flutung unbeschadet überlebt.
Viel mehr Sorge machten mir die doch zahlreichen Blitze, aber Schutz war in der Wildnis dort nirgends zu finden. So recht wohl war mir nicht und ich war froh, als das Gewitter in Karstula endlich vorbei war.
Ich war total durchnässt und fror doch ziemlich. Deshalb habe ich bereits über den Abbruch der heutigen Etappe nachgedacht. Da das Wetter aber wieder deutlich besser wurde und ich in einer erheblichen Steigung wieder auf Normaltemperatur kam, fuhr ich dann doch weiter. Wieder ging es über sehr einsame Straßen. Da kam, wenn überhaupt, höchstens alle 15min mal ein Auto vorbei. Außerdem schien die Sonne wieder und es war recht warm, so als ob nix gewesen wäre.
In einem kleinen Ort mit Namen Kivijärvi habe ich nochmals eingekauft. Eigentlich wollte ich heute Nacht an irgendeiner der zahlreichen Badestellen wild zelten, aber nach einer Weile zog wieder eine dunkle Wolke auf, aus der es verdächtig grummelete. Hinter Kinnula kam wie aus dem Nichts mitten in der Wildnis ein CP mit Hütten. Da das Zelten bei Gewitter nun nicht so ungefährlich ist, nahm ich mir dort wieder eine Hütte. Selbst das Wlan funzte dort in der Wildnis einwandfrei.



169km, 1000Hm, Durchschnitt 22km/h, Hier die Strecke, Fortsetzung folgt.