Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt

von: Jim Knopf

Re: Mit dem Fahrrad ans Ende der Welt - 22.08.12 14:14

Hinter Kongsfjord stieg die Straße dann in einer sehr langgezogenen Steigung allmählich auf das Kongsfjordfjell. Die Steigung war aber so moderat, dass ich noch gut auf dem mittleren Blatt fahren konnte und der Tacho auch fast immer 2 stellige Geschwindigkeiten anzeigen konnte.
Die Landschaft war dabei unglaublich. Ich musste mich schon fast zwicken um festzustellen, ob ich mich in der Wirklichkeit befand.










Die Strecke stieg, wie auf dem Schild zu lesen auf 326m an. Das war natürlich zu den 1440m des Sognefjellveien, welchen ich vor 2 Jahren gefahren bin, fast gar nix, aber hier war das nochmals eine ganz andere Geschichte. Zumal es dort oben einen absolut heftigen Wind von schräg Hinten und später auch von der Seite hatte.


Solche Rastplätze wie diesen gab es dort zu hauf.


Hier wäre ich bei besserem Wetter rechts abgebogen und über Tana Bru und das Ifjordfjell auf die Nordkynn gefahren. Da aber für die nächsten Tage grundsätzlich immer nördliche Windrichtungen mit erheblicher Windstärke vorausgesagt war und zudem die Temperaturen extrem niedrig waren, bin ich vernünftigerweise links nach Båtsfjord abgebogen.


Die Schneemassen haben meine Entscheidung bestärkt:


Die Schranke lässt erkennen, dass die Straße vor allem im Winter, zeitweise unpassierbar ist.


Noch ne Menge Schnee direkt neben der Straße:




Karge Landschaft und jdede Menge Wind. Wenn dort ein LKW, Wohnmobil oder sonst ein größeres Fahrzeug entgegenkam, habe ich vorsichtshalber angehalten, weil sonst die Gefahr bestand, dass es mich trotz der Gepäckmenge von der Straße geweht hätte.








Rampe direkt in die Wolken. Da kam dann schon Mal die kleinste Über, bzw in diesem Falle Untersetzung zum Einsatz.


Wieder eine einsame Hütte:


Wenig später fuhr ich direkt in die Wolken. Zuerst dachte ich, dass da noch ein kräftiger Regenschauer kommen würde, aber es handelte sich nur um Nebel, bzw. Wolken.


Nach einer schönen langen Abfahrt, wobei ich das erste Stück noch recht vorsichtig im dicken Nebel fahren musste, gelangte ich nach Båtsfjord. Dieser Ort ist gar nicht so klein, wie es von Bord der Hurtigrutenschiffe den Anschein hat.
Hier ein paar Bilder:












Ich war jetzt reichlich früh hier, denn bis zur Abfahrt um 20.30 Uhr waren es fast noch 2 Stunden. Erst nach längerem Suchen fand ich einen Supermarkt mit angeschlossenen Narvesen, wo ich mich an einem Kaffee aufwärmen konnte. Den Supermarkt hatte ich schon gesehen, aber die Geschichte mit dem Narvesen übersehen.

Pünktlich um 20 Uhr traf die südgehende Kong Harald ein und machte sich mit dem Signal für das südgehende Schiff, nämlich lang-lang-kurz-lang, lautstark mit dem Typhon bemerkbar.




Wiederum war es kein Problem über den Fahrstuhl ins Autodeck zu gelangen. Im Anschluss ging es wieder zur Rezeption, wo ich meine Passage bezahlte. Ich kenne mich dort an Bord bestens aus, habe ich doch mit diesem Schiff 2006 meine erste komplette Rundreise auf der Hurtigrute gemacht. Damals trug das Schiff noch die Farben der TFDS am Schornstein.
Ich ging derweil in die Cafeteria und habe dort zur Nacht gegessen. Diesmal war Geschnetzeltes dran.
Als ich fertig war und nach einem kleinen Rundgang, waren wir wieder unmittelbar vor Berlevåg.


Da wir rückwärts am Kai zur Molenseite anlegten, war es nicht schwer zu erraten, dass das nordgehende Schiff, welches an dem Abend mit der Lofoten das älteste Schiff in der Route war, gleichzeitig dort festmachen würde. Kurz darauf kam die Lofoten bereits in den Hafen gedampft. Das geht aber nur bei sehr wenig Wind. Sonst muss immer ein Schiff draußen warten und die Begegnung findet vor den Molen statt.








Im Anschluss gabs dann noch einen richtigen Kaffee in der Cafeteria, denn die Kong Harald hat sogar einen richtigen Automaten. Hier die Beweisfotos:




Noch ein paar Bilder der Cafeteria:




Danach setzte ich mich an einen Compi und war erst mal ausgiebig im Internet. Die Nachtruhe fiel heute weitestgehend aus.

98km, Durchschnitt 18km/h, 700Hm, hier die Strecke, Fortsetzung folgt.