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#1516305 - 06.12.22 22:08 Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt?
Blattali
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 9
Nachdem ich das Gepäckträger-Theater endlich lösen konnte (danke ans Forum), war ich in der Werkstatt, um die hakelige Gangschaltung ordentlich einstellen zu lassen. Das Rad habe ich gebraucht von einem Bastler gekauft. Dass ein paar Dinge, wie die umgerüstete Schaltung nicht ideal gelöst waren, nahm ich für den fairen Preis in Kauf.
Bei der kurzen Einstellung (habe an die Kaffetasse gezahlt) zog der Mechaniker auch gleich den Konus fest, da das Laufrad Spiel hatte. Diesen hatte ich beim Tüfteln zuvor etwas verstellt. In diesem Zustand bin ich das Rad jedoch nicht gefahren. Nach der Reparatur war für zwei Tage alles ok, das Laufrad drehte nicht ganz so frei wie zuvor, aber der Unterschied war marginal und besserte sich zudem wieder. Dann nahm ich jedoch vereinzelt kleine "Aussetzer" beim Treten wahr. Innerhalb eines Tages wurden diese Aussetzer markanter und am darauffolgenden Tag hatte ich mehrere Male komplettes Freidrehen ohne Widerstand. Abhilfe schaffte mehrmaliges Zurücktreten bis der Antrieb wieder Griff. Vereinzelt gab es auch ein Knacken.
Also wieder hin zum Laden, wo der Mechaniker mir dann erklärte, dass der Freilaufkörper defekt sei. Ich wies ihn darauf hin, dass das Problem erst nach seiner Reparatur eintrat, doch er entgegnete, dass eine Schädigung des Freilaufkörpers bei so einem Eingriff (Konus feststellen) gar nicht eintreten kann. Stattdessen vermutet er einen länger bestehenden Defekt, der erst jetzt bei kalten Temparaturen und verhärtetem Fett eintritt. Ich bin das Rad bereits ca 300 km gefahren und bis vor der Reparatur auch einige kalte Morgen mit Minusgraden ohne ein solches Problem zu haben.
So richtig kann ich ihm das, aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs, nicht abnehmen. Was sagen eure Erfahrungen? Könnte der Freilaufkörper durch das Einstellen des Konus oder auch Unachtsamkeiten wie der unvorsichtigen Demontage des Laufrads beschädigt worden sein? Oder ist an der Wetter-Erklärung was dran?
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#1516310 - 06.12.22 22:54 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
cterres
Mitglied
anwesend und fröhlich anwesend
Beiträge: 2871
Die meisten Freiläufe arbeiten mit Sperrklinken. Das sind einzeln federnd gelagerte Rasthaken, die sehr empfindlich reagieren können. Sie arbeiten radial und werden vom Lagerspiel nicht beeinflusst. Im Neuzustand sind mit wenig Lagerfett benetzt, was sie etwas träge macht, aber leicht beweglich. Das Ansprechverhalten kann man mit mehr Fett noch träger gestalten, ersetzt man das Fett aber durch leichtlaufendes Öl, wird der Freilauf agiler. Das gilt natürlich für Freiläufe, die einfach zu zerlegen sind, denn nur geölt hält die Schmierung nicht lange und muss häufig wiederholt werden.

Wie alle beweglichen Teile sind auch die Sperrklinken im Freilauf Verschleiß ausgesetzt, allerdings betrifft das meist eher die Blattfedern unter den Sperrklinken oder die Alterung des Fettes. Von den Sperrklinken sind auch stets mehrere verbaut und der Ausfall einer einzelnen Sperrklinke ist nicht immer zu spüren.

Daher kann es sein, das nur noch eine statt zwei oder drei Sperrklinken gearbeitet hat und nun diese letzte Sperrklinke die Funktion einstellte.
Und das kann in der Tat an verklebtem oder dank eingedrungenem Wasser eingefrorenem Fett liegen oder an defekten Federn.
Viele Grüsse aus Bremen
Christoph
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#1516312 - 06.12.22 23:08 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
iassu
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 24282
Dein Mechaniker liegt meiner (nur durch deine Beschreibung gestützten) Meinung nach richtig. Eine Koinzidenz, keine Korrelation oder gar Kausalität. Ich würde auch nicht so weit gehen, dem Mechaniker eine Pflicht zu unterstellen, beim Konusfestziehen den Freilauf untersucht zu haben. Du hattest einfach Pech.
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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#1516313 - 06.12.22 23:36 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
FordPrefect
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3221
In Antwort auf: Blattali
wo der Mechaniker mir dann erklärte, dass der Freilaufkörper defekt sei. Ich wies ihn darauf hin, dass das Problem erst nach seiner Reparatur eintrat


Ja - sobald du einmal in einer Werkstatt warst, treten alle Defekte, die danach auftreten, nach diesem Werkstattbesuch auf. Der temporale Zusammenhang muß kein kausaler sein....

zwinker Micha
-------------------------------------------------------
Always look on the bright side of life !
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#1516319 - 07.12.22 05:55 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
panta-rhei
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 7537
Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: Blattali
Das Rad habe ich gebraucht von einem Bastler gekauft.... fairen Preis ...
...
doch er entgegnete, dass eine Schädigung des Freilaufkörpers bei so einem Eingriff (Konus feststellen) gar nicht eintreten kann. Stattdessen vermutet er einen länger bestehenden Defekt,


Da hat der Mechaniker völlig Recht.

Wenn ich mir vorstelle, dass der arme Kerl für "was in die Kaffekasse" solche Diskussionen führen muss ... cool
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet

Geändert von panta-rhei (07.12.22 06:06)
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#1516329 - 07.12.22 10:59 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
derSammy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 19910
Den Aussagen meiner Vorredner gibt es eigentlich nix hinzuzufügen. Nicht korrekt arbeitende Sperrklinken im Freilauf selbst haben nix mit dem Konus-Spiel zu tun, auch wenn die zwei Stellen räumlich sehr nah beieinander liegen.
Komm wir grillen Opa. Es gibt Koch und Suppenfleisch!
Satzzeichen können Leben retten.
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#1516353 - 07.12.22 16:39 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
hansano
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1339
In Antwort auf: Blattali
So richtig kann ich ihm das, aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs, nicht abnehmen. Was sagen eure Erfahrungen?


Der, der als letztes am Objekt war ist Schuld. Erfahrung meinerseits traurig .

PS: es gab aber auch Fälle wo es stimmte.
Gruß Michael
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#1516362 - 07.12.22 18:36 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: hansano]
Gudereit
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 71
Stimme meinen Vorrednern absolut zu. Der Mechaniker hat am eigentlichen Freilauf überhaupt nichts gemacht, oder?
Normalerweise ist die Gängigkeit der Sperrklinken hier das Problem.
Bei sommerlichen Temperaturen funktioniert auch noch etwas älteres verhärtetes Fett.
Und wenn dann der Herbst/Winter kommt sinken die Temperaturen und es naht der Zeitpunkt an dem das Fett dann endgültig zu zäh wird.
Komm wir grillen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#1516371 - 07.12.22 20:38 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
Schamel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 517
Um was für einen Freilauf handelt es sich denn? Ist es ein XT- Freilauf gewesen? Die gehen gerne mal kaput.

Den Mechaniker trifft keine schuld.

Geändert von Schamel (07.12.22 20:40)
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#1516397 - 08.12.22 09:00 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
Uli
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 14372
Auch meiner Meinung und Erfahrung nach kann ein Freilaufkörper nur einen solchen Schaden nehmen, wenn man ihn öffnet und daran rumwerkelt. Da das nicht geschah, solltest du deinem Mechaniker glauben. Mein damaliger Schrauber hat mir diesen Defekt so erklärt: Die Feder, die die Sperrklinken hält, verträgt verhärtetes Fett eine Zeitlang ohne große Murren, nimmt dabei aber Schaden. Der führt dann irgendwann und je nach Belastung auch ziemlich schnell zum Exitus derselben.
Gruß
Uli
Ich geändere nichts!
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#1516406 - 08.12.22 12:25 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Uli]
schorsch-adel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6380
Zitat:
verträgt verhärtetes Fett eine Zeitlang ohne große Murren, nimmt dabei aber Schaden. Der führt dann irgendwann und je nach Belastung auch ziemlich schnell zum Exitus derselben.
In jugendlichem Leichtsinn hatte ich vor vielen Jahren mal einen Campa-Freilauf (der mit der Ölungs-Öffnung) gefettet, weil ich in ideologischer Verblendung Öl generell als Teufelszeug betrachtete. Der Freilauf war zwar plötzlich wunderbar leise, aber halt auch ab sofort unbrauchbar - auch ohne Tieftemperaturen.

Es brauchte anschließend viel Geduld um das Ding mit - wenn ich mich recht erinnere - vielen Petroleum- und/oder Nitrospülungen wieder sauber zu kriegen.

Will sagen: auch das edelste Fett hat im Freilauf nichts verloren, es verklebt nur die Klinken
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#1516412 - 08.12.22 13:48 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: schorsch-adel]
Heiko69
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 159
In Antwort auf: schorsch-adel
Will sagen: auch das edelste Fett hat im Freilauf nichts verloren, es verklebt nur die Klinken
Das kommt drauf an! (wie immer schmunzel )
Es gibt auch Freiläufe, die sollen gefettet werden.
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#1516413 - 08.12.22 14:04 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Heiko69]
Sickgirl
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6486
Da hast du recht. Die DT Swiss Zahnscheiben müssen auch regelmäßig gefettet werden, sonst fangen sie an zu knarzen
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Off-topic #1516417 - 08.12.22 14:36 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Heiko69]
schorsch-adel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6380
Zitat:
Freiläufe, die sollen gefettet werden.
...ui, 480 Ocken, Titan-Freilauf, hauseigenes Spezialfett - man lernt nie aus. Ausschließlich für hauseigene Hinterradnaben gemacht. Sehr nobel, wie immer das begründet sein mag.

Geändert von schorsch-adel (08.12.22 14:40)
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Off-topic #1516418 - 08.12.22 15:23 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: schorsch-adel]
Heiko69
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 159
In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Freiläufe, die sollen gefettet werden.
...ui, 480 Ocken, Titan-Freilauf, hauseigenes Spezialfett - man lernt nie aus. Ausschließlich für hauseigene Hinterradnaben gemacht. Sehr nobel, wie immer das begründet sein mag.

"Damals" kostete die "nur" 300 Euro, Synco Lube heißt das Fett, kann man an vielen Stellen kriegen.
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#1516420 - 08.12.22 16:36 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: cterres]
rayno
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3826
Dazu kann ich aus eigener Erfahrung etwas beitragen. Vor meiner dreimonatigen Radreise im Nordwesten der USA 2014 hatte ich vergessen, den Sperrklinken-Freilauf meiner White Industries Nabe zu warten, wie ich es eigentlich immer vor einer längere Reise machen wollte. Als es mir beim Radverpacken einfiel, war es zu spät, die Teile zu besorgen. Ich nahm wir vor, die Wartung unterwegs in einem mir von früher bekannten Bikeshop in Missoula/Montana nachzuholen. Einige Tage nach Ankunft in Seattle erkundigte ich mich telefonisch bei dem Bikeshop, ob Sperrklinken samt Federn für die Nabe vorrätig seien, was man bejahte.
Ich war etwa drei Wochen unterwegs auf meiner Route nach Denver, als mir der Freilauf plötzlich blockierte, ich hatte ein Fixie. Zum Glück war ich am Orteingang meines Etappenziels in Idaho, quartierte mich im nächsten Motel ein, demontierte den Freilauf - was zum Glück bei den WI-Naben sehr einfach und ohne Spezialwerkzeug geht - und sah, was ich schon vermutet hatte: eine Sperrklinke hatte sich gelöst, weil offensichtlich die winzige Blattfeder, die die Klinke on Ort und Stelle halten soll, gebrochen war. Zusammengequetschte Reste der Feder, und die lose Sperrklinke habe ich entnommen und den Freilauf mit den beiden verbliebenen Sperrklinken wieder zusammengebaut.

Ich bin dann mit nur zwei Sperrklinken im Freilauf weiter Richtung Montana gefahren. Unterschiede zu vorher waren nicht zu merken. Einige Tage später, etwa zwei Meilen vor dem Lolo-Pass, der Grenze Idaho/Montana, machte es plötzlich Knack im Hinterrad. Ich wusste gleich, was los war. Habe auf dem breiten Seitenstreifen den Freilauf wieder demontiert und stellte fest, dass sich eine zweite Klinke gelöst hatte. Weil ich gleich nach dem Knack gehalten hatte, war es nicht zur Blockieren gekommen. Mit nur noch einer Sperrklinke habe ich den Freilauf wieder zusammen gebaut, und das Rad fuhr eigentlich wie vorher, vielleicht lief es im Freilauf noch leichter als zu vor mit 2 oder 3 Klinken.
Nun war ich aber gerade im Anstieg auf den Lolo_Pass und von dem sollten es noch rund 40 Meilen sein bis Missoula und meiner Werkstatt. Ich habe es aber nicht gewagt, mit nur einer Sperrklinke im Freilauf den restlichen Anstieg zum Pass mit dem ziemlich schwer beladenen LHT zu fahren, habe vielmehr bis zur Passhöhe geschoben.

Oben angekommen dann wieder aufs Rad und im jetzt besonders leichtlaufenden Freilauf hinunter in Montana hinein. Das ging einige Meilen sehr gut, zunächst nur im Freilauf, dann mit gelegentlichem Mittreten auch noch. Dann aber, als ich auf ebener Strecke wieder stärker in die Pedale treten musste, macht es wieder Knack. Und ab da hatte ich Freilauf in jeder Fahrtrichtung. Ich habe mir dann nicht die Mühe gemacht, den Freilauf wieder zu öffnen. Fahren konnte ich ohnehin nicht.
Ich habe mich nach einer Mitfahrgelegenheit umgesehen, was drüben eigentlich nie ein großes Problem ist. Hier, im Grenzgebiet, mitten im Niemandsland mit sehr wenig Verkehr musste ich recht lange warten, bis ich eine Mitfahrgelegenheit fand. Meinen Bikeshop in Missoula konnte ich nicht anrufen, da kein Netz. Eine Mitarbeiterin der Forstverwaltung, die in der Nähe zu tun hatte, nahm mich dann mit, als sie ihre Arbeit beendet hatte.
Aber nicht bis Missoula, sondern nur bis zur nächsten größeren Ortschaft und zur Hauptstraße nach Missoula.
Auf der Fahrt dahin meldete sich mein Handy; ich hatte wieder ein Netz. Ich rief im Bikeshop an und schilderte dem Inhaber mein Problem. Er erklärte sich sofort bereit, mich an der Einmündung meiner Straße auf die Hauptstraße an der Tankstelle abzuholen. Ich hatte meinen Kaffee noch nicht ganz getrunken, als ein großer Pickup unmittelbar vor meinem an der Wand abgestellten LHT hielt.

Es war schon später Nachmittag an einem Freitag, als wir im Bikeshop ankamen. Ein Mechaniker kam mir gleich entgegen, mit der kleinen WI-Schachtel mit Sperrklinken und Federn. Bei der Demontage des Freilaufs stellte man aber leider fest, dass durch die zeitweise lose im Freilauf herumschwirrenden Teile der Sitz einer Sperrklinke so stark beschädigt war, dass man da keine Klinke einsetzten konnte. Es war mit neuen Klinken und Federn also nicht getan, der Körper musste auch erneuert werden. Und einen solchen hatte man leider nicht da. Macht nichts, sagte man mir; Petaluma (Sitz von WI in Kalifornien) ist nicht weit. Dienstag ist das Teil da, nein Mittwoch, Montag ist Feiertag in USA.

Also wurde mein Aufenthalt in Missoula etwas länger als geplant. Ein Gutes hatte es aber: Ich konnte am Sonntag in Ruhe in meinem Motel das 7 zu 1 gegen Brasilien genießen, von dem ich sonst wohl nur in meinem Handy etwas gelesen hätte.

Was habe ich daraus gelernt:
Sperrklinken Freiläufe zeichnen sich durch ihren besondere Leichtgängigkeit aus. Im Unterschied z.B. zu den Zahnscheibenfreiläufen von DTSwiss, mit denen ich auch viel unterwegs bin, die deutlich schwergängiger sind. Vergleichbar leichtgängig wie WI sind auch die Freiläufe von Tune, die auch 3 Sperrklinken haben. Regelmäßige Wartung ist aber notwendig, wobei - wie Christoph das schon richtig angemerkt hat - es besonders die winzigen Blattfedern sind, die Probleme machen können.
Ich habe jetzt immer einen Satz Sperrklinken und Federn dabei, wenn ich mit WI-oder Tune-Freilauf auf eine längere Reise gehe. Besonders teuer sind die Teile nicht und zum Glück kann man sie auch sehr schnell unterwegs im Straßengraben ersetzen, wenn man leicht zu wartende Naben wie z.B. die von WI und Tune im Hinterrad hat.


Geändert von rayno (08.12.22 16:40)
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Off-topic #1516437 - 08.12.22 19:55 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: rayno]
Schamel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 517
Danke für die schöne Geschichte!!!!
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Off-topic #1516442 - 08.12.22 21:01 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: schorsch-adel]
Heiko69
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 159
In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Freiläufe, die sollen gefettet werden.
...ui, 480 Ocken, Titan-Freilauf, hauseigenes Spezialfett - man lernt nie aus. Ausschließlich für hauseigene Hinterradnaben gemacht. Sehr nobel, wie immer das begründet sein mag.

Ich habe grade noch mal auf dessen Homepage nachgesehen, der Preis für die HR-Nabe, die ich habe, ist seit 6 Jahren konstant, 314 Pfund, damals noch EU Zone, also ohne Einfuhrumsatzsteuer.
Liegt damit auf dem Niveau der WI MI5, aber weit unterhalb der Chris King HR-Naben.

Ein sehr kleiner Betrieb, man telefoniert mit dem Chef selbst, einem Entenliebhaber:
https://www.mtb-mag.com/en/royce-racing-factory-visit-and-ducks/

Raynos Schilderung habe ich zum Anlass genommen, mal wegen eines Satzes Sperrklinken nebst Federn nachzufragen.
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Off-topic #1516443 - 08.12.22 21:04 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: schorsch-adel]
Sickgirl
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6486
Chris King spielt auch in der Liga, da hat man ein schönes Stück Technik und einen geilen Sound.

Und ein Spezialöl
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Off-topic #1516465 - 09.12.22 08:20 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Sickgirl]
Heiko69
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 159
In Antwort auf: Sickgirl
Chris King spielt auch in der Liga, da hat man ein schönes Stück Technik und einen geilen Sound.

Und ein Spezialöl
In der selben Liga würde ich die nicht sehen, die sind mir schon im Ansatz zu unterschiedlich. Chris King up to date mit den Modellvarianten, erstklassiger Freilaufmechanismus, viele Eloxalfarben, Royce UK eher etwas althergebracht, eingeschränkte Modellauswahl ohne thru axle und aktuelle Breiten, mit bekanntem Freilaufmechanismus, keine Eloxalfarben, dafür mit unerreichter Politur.

Ich habe jetzt auch das Interview wiedergefunden, das mich damals die Entscheidung für diese Nabe hat treffen lassen, gibt es nur noch im Web-Archiv:

Link zum Web-Archiv

Und zwar die Antwort auf Frage 17 (im Original Englisch, Übersetzung von mir):
17) RB: Ich habe noch nie ein so leichtgängiges Lager wie eine Royce-Nabe gespürt. Wie um alles in der Welt kriegen Sie die so glatt?
CP: a) man kauft die besten Qualitätslager der Welt und b) man bearbeitet die Teile, die zu diesen Lagern passen, mit noch engeren Toleranzen, als für sie angegeben.

Na wenn das seine Arbeitsauffassung ist, kann man ja nicht mehr viel falsch machen.

Geändert von Heiko69 (09.12.22 08:22)
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Off-topic #1516542 - 10.12.22 08:30 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Sickgirl]
bezel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1415
In Antwort auf: Sickgirl
Da hast du recht. Die DT Swiss Zahnscheiben müssen auch regelmäßig gefettet werden, sonst fangen sie an zu knarzen

- muss man da tatsächlich das dafür angebotene spezielle DTSwiss special grease verwenden? Oder welch anderes geht auch?
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Off-topic #1516547 - 10.12.22 08:48 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: bezel]
Sickgirl
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6486
Man kauft einmal das Wartungskit mit den Ersatzfedern und Zahnscheiben, das braucht man früher oder später sowieso.

Dabei ist das Döschen mit dem Spezialfett, das reicht eigentlich für den Rest deines Lebens
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#1516896 - 15.12.22 01:03 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: schorsch-adel]
Nordisch
Mitglied
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Beiträge: 3826
Filigrane Freilaufmechanismen in Angelrollen werden auch gefettet, aber halt mit speziellem niedrigviskosem Fett.

Campa selbst empfiehlt synthetische Fette, lithiumverseift.

https://www.campagnolo.com/DE/de/Unterstuetzung/welche_art_von_fett_muss_ich_verwendenum_den_freilaufk%C3%B6rper_zu_schmieren

DT bietet eigenes Fett für ihre Freiläufe an.
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#1516897 - 15.12.22 01:07 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
Nordisch
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3826
Temperaturschwankungen, Kondensation im Freilaufkörper - Rost?
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#1516898 - 15.12.22 01:50 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: rayno]
Nordisch
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3826
Ich kann zw. verschiedensten 3 Klinken Freiläufen (welche es auch bei DT gibt) und den Zahnscheibenfreilauf einer DT 350 keine Unterschiede entdecken.

Gute Wartbarkeit des Freilaufmechanismus haben wohl fast alle 3 Klinkennaben:

Khamsin, Zonda, Powertap mit Novatec Freilauf, den am Tacx Neo Trainer

Einzig die eingepressten Lager in diesen oben genannten Freiläufen neigen teils unerfreulich früh zu Korrosion. Das kenne ich so nicht von Shimanos gekapselten Systemen. Diese kommen dafür mit Steckachsen und damit filigraneren Freilaufinnenleben an ihre Grenzen. Am MTB hat Shimano daher auf ein anderes System von DT (Patent wohl ausgelaufen) umgestellt.

https://r2-bike.com/SHIMANO-Deore-XT-Fre...ASABEgI4l_D_BwE

Geändert von Nordisch (15.12.22 01:57)
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#1517334 - 20.12.22 11:53 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: Blattali]
wattkopfradler
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1928
Vom Fragesteller ist ja nichts mehr zu hören, waren wohl nicht die Antworten, die er sich erhofft hat grins
__________________________________________________
Freund der leisen Fortbewegung
https://goo.gl/photos/anunwfQyc615NPTV7
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#1517365 - 20.12.22 21:00 Re: Freilaufkörper defekt. Schuld der Werkstatt? [Re: wattkopfradler]
hansano
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1339
In Antwort auf: wattkopfradler
Vom Fragesteller ist ja nichts mehr zu hören, waren wohl nicht die Antworten, die er sich erhofft hat grins


Naja, die deinige dürfte ihn auch nicht erfreuen, zumal dies die erste von Dir zu dem Thema ist.
Gruß Michael

Geändert von hansano (20.12.22 21:03)
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